Horlachalmen und Finstertaler

Alm Von Niederthai führt ein breiter Weg durch das Horlachtal. Von den Horlachalmen leitet ein markierter Steig zur Finstertaler Alm. Auch für die Tour zum Peistakogel kann man einen markierten Steig benutzen. Für den Gipfelanstieg ist Trittsicherheit erforderlich. Niederthai (1538 m) – Horlachalmen (rund 1950 m) – Finstertaler Alm (Finstertaler Sennhütte, 2147 m) – Peistakogel (2644 m) und zurück. Rund 6 Entfernungskilometer zwischen Niederthai und den Horlachalmen. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
20 km
1437 m
7.00 h
Von Niederthai zu den Horlachalmen Wir folgen vom Parkplatz am Ende des Bergdorfs Niederthai dem Weg, der entlang der orografisch linken Seite des malerischen Horlachbachs nach Nordosten führt. Bald zweigt rechts das Grastal ab, unmittelbar vor der Abzweigung des Larstigtals passieren wir die prächtigen Larstighöfe (1777m). Der Weg dreht dann ein wenig stärker und steiler nach Norden und überquert den Horlachbach. Gleich danach taucht linker Hand die Kleinhorlachalm auf. Wenn wir am Weg bleiben, kommen wir wenige Minuten später zur Großhorlachalm. Von dort führt die Strecke in einem Rechtsbogen weiter zur Guben-Schweinfurter Hütte. Von den Horlachalmen zur Finstertaler Sennhütte Wir folgen nach der Kleinhorlachalm weiter dem Weg, wechseln jedoch bereits nach einigen Metern vor der Überquerung des nächsten Bachs linker Hand zum Steig, der uns in nordwestlicher Richtung direkt zur Finstertaler Sennhütte bringt. Dabei bleiben wir stets orografisch rechts vom Bach, der aus dem Seitental herunterrinnt. Die meisten Höhenmeter werden im ersten Abschnitt gemacht, ehe der Steig gemächlich im Talboden zur historischen Sennhütte leitet. Von der Finstertaler Sennhütte zum Peistakogel Wir wandern auf dem Steig von der Sennhütte in Richtung Westen hinauf ins Wannenkar. Beim Wegweiser „Peistakogel“ zweigen wir links ab und folgen dem markierten Steig nach Süden, der ziemlich direkt zum Bergrücken leitet, wo das neue Kreuz den Gipfel des Peistakogels markiert. Achtung - Der Wegweiser, der anzeigt, wo der Steig zum Peistakogel aus dem Wannenkar abbiegt, ist nicht immer gut erkennbar. Die markierte Route entpuppt sich zum Schluss als steil, steinig und wenig ausgetreten. Vom Peistakogel nach Niederthai Der Abstieg erfolgt wie der Hinweg. Kurz unterhalb der Larstighöfe besteht als Variante die Möglichkeit, den Horlachbach zu überqueren und entlang der gegenüberliegenden Seite des Tals am so genannten Bergmahderweg zurück nach Niederthai zu wandern. „Mahd“ ist ein Tiroler Ausdruck für Wiese – und durch prächtige Bergwiesen führt der gemütliche Weg am Fuße der Gebirgskette in den Ort. Der Tipp für Kinder Dieser Tipp für Kinder hat zwar nicht unmittelbar mit der Almwanderung zu tun, steht aber doch in indirektem Zusammenhang mit dem Horlachtal. Der Horlachbach, dem wir lange Zeit gefolgt sind, stürzt knapp unterhalb von Niederthai als Stuibenfall rund 150 Meter in die Tiefe – damit ist er Tirols größter Wasserfall. Man kann ihn ausgezeichnet besichtigen von der Aussichtsplattform, die sich an der Straße zwischen Niederthai und Umhausen befindet. Es lohnt sich gewiss, auf der Rückfahrt stehen zu bleiben. Die Entstehung des Wasserfalls geht zurück auf einen Felssturz vom heutigen Bergweiler Köfels, der jenseits des Ötztals liegt. Dieser Felssturz dürfte sich bereits vor rund 9000 Jahren ereignet haben. Danach musste sich der Bach den Weg durch die Gesteinsmassen bahnen – und bildete den Stuibenfall. Falls nach der Wanderung und der (optionalen) Besichtigung dieses Naturschauspiels noch Zeit bleibt, könnte man abschließend dem so genannten Ötzi-Dorf in Umhausen (direkt neben der Niederthaier Straße) einen Besuch abstatten. In dem archäologischen Freilichtpark wird gezeigt, wie die Menschen aus der Zeit von „Ötzi“, dem Mann vom Hauslabjoch, gelebt haben. Die Einrichtung hat zwischen Mai und Oktober täglich geöffnet.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied1437 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNiederthai (1538 m, Gemeinde Umhausen im mittleren Ötztal), Parkplatz am Beginn des Wegs ins Horlachtal.
TourencharakterFinstertaler Alm, Großhorlachalm und Kleinhorlachalm – im und rund um das Horlachtal scheint es beinahe eine Inflation an Almen zu geben. Die bescheidenen Gebäude von Groß- und Kleinhorlachalm liegen unmittelbar übereinander, lediglich getrennt durch ein paar Höhenmeter und einen Bach. Beide zusammen umfassen eine Fläche von etwas mehr als 700 Hektar. Da finden ungefähr 130 Stück Melk- und Jungvieh Platz. Es handelt sich um gemischte Almbetriebe. Doch was wäre eine Alm in einem Seitental des Ötztals ohne Bergschafe? Keine Sorge, ungefähr 100 wollige Blöker grasen die Weiden ab. Die Horlachalmen sind klassische Almbetriebe ohne touristische Färbung bzw. gar „Verbiegung“. Folglich stammen die Butter und der Käse nicht aus dem Tal, sondern werden vor Ort aus der Almmilch hergestellt. Beide Produkte kann man auch kaufen und mit nach Hause nehmen. Ähnliches gilt für den Hochprozentigen - Das Schnapsl kommt nicht aus einer Flasche, die das Etikett eines Großkonzerns trägt. Nein, im Horlachtal wird selbst gebrannter Schnaps kredenzt. Keine Einkehrmöglichkeit besteht hingegen in der Finstertaler Alm, möglicherweise besser bekannt als Finstertaler Sennhütte. Die befindet sich ungefähr 200 Meter höher. Das Gebäude hat alte historische Wurzeln. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert! Die Mauern des kleinen Häuschens sind aus Steinen errichtet, unmittelbar daneben ziert ein ausgedientes Mühlrad die Szenerie. Die Sennhütte liegt eingebettet in einem Hochtal, im Sommer blüht ringsherum ein Meer an Almrosen. Lediglich die kleine Solaranlage am Dach passt nicht zu 100 Prozent ins idyllische Bild. Das zauberhafte Häuschen dient nur noch Jägern als Unterkunft. Sie öffnen es nicht für Wanderer. Die Weidmänner wollen in der beinahe einzigartigen Gegend offenbar für sich allein sein. Wer möchte es ihnen verdenken … In diese pittoreske Landschaft verirren sich aber ohnehin selten Bergsteiger. Dafür weidet im Sommer für einige Wochen das Vieh hier oben. Das Gebiet dient nämlich als Hochleger der Kleinhorlachalm.
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte 31/2 Stubaier Alpen, Sellrain, 1 - 25.000.
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Ötztal. Dann auf der Ötzaler Bundesstraße bis Umhausen, von dort auf der gut ausgebauten Zufahrtsstraße nach Niederthai. Auf der Westbahnstrecke bis zum Bahnhof Ötztal. Linienbusverbindung nach Umhausen. Wanderbus von Tumpen über Umhausen nach Niederthai.
GastronomieGroßhorlachalm und Kleinhorlachalm, bewirtschaftet je nach Witterung und Pächter zwischen Mitte Juni und Ende September (keine Übernachtungsmöglichkeit), meist ein Pächter für beide Almen; Guben-Schweinfurter Hütte (2028 m), bewirtschaftet je nach Witterung zwischen Ende Juni und Ende September; Larstighöfe (Berggasthaus).
Informationen
Dauer - Niederthai – Horlachalmen rund 1 3/4 Std, Horlachalmen – Finstertaler Alm rund 30 Min., Finstertaler Alm – Peistakogel rund 1 1/2 Std., Peistakogel Horlachalmen rund 1 1/2 Std., Horlachalmen – Niederthai rund 1 1/2 Std. Gesamt: rund 7 Std.
Tourismusbüro
Tourismusverband Ötztal-Mitte, Dorf 3, 6441 Umhausen, Tel.: ++43/(0)5255/5209 oder 5400, Fax: 5209/5; E-Mail: info@oetztal-mitte.com; Internet: www.oetztal.at.