Wandern in der Fränkischen Schweiz

Höhenwanderung bei Muggendorf

Diese Tour ist eine sehr reizvolle Höhenwanderung mit Abstieg in das Wiesenttal, sie wird auch als »Romantischer Rundweg« bezeichnet. Er erinnert an die beiden Jurastudenten Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder, die mit der später berühmt gewordenen Pfingstreise durch das »Muggendorfer Gebirg« als Begründer der Romantik gelten. Muggendorf ist der erste und war lange Zeit auch der bedeutendste Fremdenverkehrsort in der Fränkischen Schweiz. Zahlreiche Schriften zu Beginn des 19. Jh. sorgten dafür, dass das »Muggendorfer Gebirg« weithin bekannt wurde und vornehme Kurgäste immer zahlreicher kamen. (Autor: Tassilo Wengel)

Von Muggendorf zur Kuchenmühle

Wir folgen vom Marktplatz in Muggendorf dem Wegweiser »Rundwanderweg Albertshof, Kuchenmühle, Aufseßtal« mit der Markierung gelber Ring zum Denkmal für die Romantiker der Fränkischen Schweiz, Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck. Von dort führt uns der Weg zum Schmiedsberg aufwärts. An urigen Linden vorbei gelangen wir auf eine Hochebene und wandern auf einem schönen Feldweg nach Albertshof. Durch den Ort kommen wir an den Abzweig zur Kuchenmühle und wandern dem Wegweiser folgend zu dieser Mühle im romantischen Aufseßtal. Hier überqueren wir die Aufseß auf einer kleinen Brücke und genießen den schönen Talweg in Richtung Doos.

Riesenburg und Quackenschloss

Beim Gasthaus Wanderklause leitet uns der Wegweiser »Romantischer Rundweg« weiter, wir überqueren die Wiesent auf einer Holzbrücke und wenden uns nach rechts. Es folgt ein schöner Weg oberhalb der Wiesent bis zu einer kleinen Treppe. Dort folgen wir dem Wegweiser »Riesenburg, Engelhardsberg, Muggendorf«, schwenken nach einigen Metern entlang der Straße nach rechts und steigen zur Riesenburg auf, einer gewaltigen Versturzhöhle. An einem beeindruckenden Felsenlabyrinth geht es aufwärts, am König-Ludwig-Felsen vorbei, wo sich der König 1830 mit einer Inschrift verewigte. Oben angelangt, wenden wir uns bei einer Bank nach links und kommen nach Engelhardsberg.

Hier lädt das Gasthaus Sebald, ein gemütlicher Landgasthof mit Gartenterrasse, zur Rast ein. Bei der großen Linde im Ort finden wir zahlreiche Wegweiser. Hier folgen wir nun den Markierungen gelber Ring und roter Senkrechtstrich. Auf einem idyllischen Wiesenweg gelangen wir zu einem Sitzplatz, von wo sich eine schöne Aussicht über das sanfte Hügelland bietet. Eine Tafel mit dem Vers des Romantikers Viktor Scheffel unterstreicht die Idylle des Platzes. Nach wenigen Metern können wir den Adlerstein (530 m) mit Hilfe einer Metalltreppe besteigen und die schöne Aussicht genießen. Nun führt der Wanderweg abwärts durch Buchenwald und am Quackenschloss, einer Felsgrotte vorbei, die nach einer Sage benannt wurde.

Durch die Oswaldhöhle zurück

Wo sich die Markierungen gelber Ring und roter Senkrechtstrich trennen, folgen wir der Markierung roter Senkrechtstrich. Zunächst führt der Weg aufwärts, dann abwärts und leitet uns durch die 60 Meter lange Oswaldhöhle, die mit einer Höhe von 1,60 Metern recht niedrig ist. Das 16 Meter breite Eingangsgewölbe ist durch zwei Felsen in drei Gänge geteilt, die sich im Hauptraum wieder treffen. Die Höhle wurde nach dem Einsiedler Oswald benannt, der einem Roman zufolge in der Höhle gelebt haben soll. Wir folgen der Markierung roter Senkrechtstrich weiter zu einem Pavillon im Wald, von dem sich ein schöner Ausblick auf Muggendorf und das breite Wiesenttal genießen lässt. Zurück auf dem Wanderweg leitet uns die Markierung roter Senkrechtstrich nach Muggendorf zurück.

Auf Höhlentour bei der Oswaldhöhle

Wer Höhlenabenteuer mag, kann auf eigene Gefahr weitere Höhlen erkunden. Allerdings sollten Höhlen nie allein besucht und Kinder nie ohne Aufsicht gelassen werden. Feste Schuhe, strapazierfähige Kleidung, Schutzhelm, eine Taschenlampe pro Person sowie eine Ersatzlampe sind Voraussetzungen für Entdeckungen in dieser Unterwelt.

Wundershöhle

Etwa 30 Meter nach der Oswaldhöhle befindet sich in einer Felsnische auf der linken Wegseite der Eingang zur Wundershöhle. Sie wurde 1772 von dem Muggendorfer Höhleninspektor Georg Wunder entdeckt. In der kleinen Vorhalle befindet sich links ein enger Eingang, den man kriechend passieren muss. Dann geht es 3 Meter abwärts, anschließend über eine kleine Brüstung und dann noch einmal 2 Meter abwärts. Erkennbar sind vereinzelte Tropfsteinbildungen, bevor man über eine kleine Erhebung in den lang gezogenen Höhlenraum gelangt. An einen weiteren Raum schließt sich der am besten erhaltene Höhlenteil an, den man durch eine Engstelle erreicht.

Witzenhöhle

Zum Eingang der Wundershöhle zurückgekehrt, kann man rechts einige Stufen aufsteigen und gelangt auf einen Trampelpfad. An einer Gabelung führt nach rechts ein Weg steil hinab zur Witzenhöhle. Sie ist 30 Meter lang und hat eine bis zu 6 Meter hohe Eingangshalle. Der erkennbare Weg anderer Höhlenbesucher führt zu einer Engstelle, durch die man in eine flache Halle gelangt. Auf einem schmalen Pfad geht es zum Ende der Halle, hier steigt man Stufen hinauf und erreicht den Zugang zu einer tiefer liegenden Höhlenetage. Von hier gelangt man in eine Halle mit Tropfsteinen und Sinter. In der Mitte der Halle befindet sich der »Altar«, wo der wendische Ranengott Witt gestanden haben soll, der der Höhle den Namen gab.

Rosenmüllerhöhle

Man geht zurück zur Oswaldhöhle, durchquert diese und folgt dem Höhenweg mit der Markierung roter Senkrechtstrich. Er führt an den Aussichtspunkten Pavillon und Koppenburg vorbei zum Eingang der Rosenmüllerhöhle. Sie wurde nach dem Leipziger Anatomieprofessor Rosenmüller benannt, der sie 1790 entdeckte. Früher musste man sich über ein Loch in der Decke abseilen, 1830 wurde der jetzige Eingang geschaffen. Die Höhle lässt sich über viele Steinstufen leicht begehen, denn bis 1960 war sie als Schauhöhle geöffnet. Ein kleiner Schluf führt in das »Kleine Paradies« mit Sinterschmuck, die Decke schmücken beeindruckende Tropfsteinbildungen.

Gehzeiten: Muggendorf – Albertshof 3/4 Std. – Kuchenmühle 1/2 Std. – Engelhardsberg 1 1/2 Std. – zurück nach Muggendorf 1 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied206 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortMuggendorf
AusgangspunktMuggendorf, Marktplatz.
EndpunktMuggendorf, Marktplatz.
TourencharakterVielseitige Wanderung in Tälern und auf Höhen, vorwiegend gut begehbare Wald- und Wiesenwege. Anstrengend wegen mehrerer Auf- und Abstiege sowie der Länge.
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Autobahn A 9 bis Anschlussstelle Pegnitz und auf der B 470 bis Muggendorf oder auf der Autobahn A 73 bis Anschlussstelle Forchheim-Nord oder -Süd, durch Forchheim zur B 470 und über Ebermannstadt nach Muggendorf.
Bahn: Bahnstation Ebermannstadt, mit dem Bus bis Muggendorf.
GastronomieMuggendorf - Gasthof Kohlmannsgarten mit reizvollem Biergarten, Lindenberg 2 (Di nachm. Ruhetag); Gaststätte-Pension Brandl, Schmiedsberg 8/10 (Di Ruhetag).
Im Aufseßtal: Kuchenmühle, idyllische Gaststätte mit Biergarten (im Sommer kein Ruhetag, im Winter Mo–Do geöffnet).
Engelhardsberg: Gasthaus Sebald mit Biergarten (Di Ruhetag).
Informationen
Kuchenmühle. Als Säge- und Getreidemühle bis Anfang der 1970er-Jahre voll funktionsfähig, wurde sie später als Gaststätte ausgebaut. Nachdem Anfang der 1980er-Jahre das Gebäude völlig abbrannte, errichtete man 1985 an dieser Stelle die neue Kuchenmühle als Fachwerkbau im fränkischen Stil mit Biergarten. Angeboten werden Gerichte der heimischen Küche und deftige Brotzeiten.
Unterkunft
Muggendorf - Hotel Feiler, Oberer Markt 4, Tel. 09196/9295–0, www.hotel-feiler.de; Hotel Goldener Stern, Marktplatz 6, Tel. 09196/92980; www.goldener-stern.de; Gasthof-Pension Walch, Oberer Markt 7, Tel. 09196/205 (Mi Ruhetag); Gasthof Kohlmannsgarten, Lindenberg 2, Tel. 09196/201 www.kohlmannsgarten.de; Hotel Restaurant Café Sonne, Forchheimer Straße 2, Tel. 09196/754, www.sonne-muggendorf.de.
Tourismusbüro
Tourist-Information Muggendorf/Streitberg, Forchheimer Straße 8, 91346 Wiesenttal, Tel. 09196/19433. E-Mail: info@wiesenttal.de, www.wiesenttal.de.

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