Hochtour über den Heilbronner Weg

Bis zur Bockkarscharte ist diese Tour eine hochalpine Bergwanderung, ab dort eine klettersteigartige Hochtour, die nur von erfahrenen, schwindelfreien Bergsteigern bei guten Wetterverhältnissen unternommen werden sollte. Von der Bockkarscharte und von der Socktalscharte gibt es jeweils eine steile Abstiegsmöglichkeit zum Waltenberger Haus. (Autor: Bernhard Irlinger)

Von der Kemptner Hütte (1.846 m) wandern wir über die Almwiesen aufwärts bis zur Wegkreuzung, halten uns rechts (Wegweiser »Heilbronner Weg, Mädelegabel, Rappenseehütte«) und steigen steil aufwärts zu einer Weggabelung. Wir folgen dem rechten Steig (Wegweiser »Heilbronner Weg, Mädelegabel«), der uns ohne große Anstiege südlich um den Kratzer zum Kratzerjoch (2.203 m) führt. Der Weg steigt nun stärker an und es gilt, eine kurze mit Drahtseilen und Klammern versehene Felspassage zu überwinden, ehe wir den Schwarzmilzferner erreichen.

Abstecher zur Mädelegabel

Wir halten uns auf dem Firnfeld bald rechts, steigen zu einer Scharte hinauf und danach über den Ostgrat zum aussichtsreichen Gipfel der Mädelegabel (2.645 m). Vom Gipfel klettern wir auf dem Aufstiegsweg wieder zum Schwarzmilzferner hinab (zusätzlich ca. 1 Stunde). Wir folgen der deutlichen Spur über das Firnfeld des Schwarzmilzferners nach Westen zur Östlichen Bockkarscharte (2.523 m). Rechts leitet von hier ein steiler Steig durch das Vordere Bockkar zum Waltenberger Haus hinab. Wir steigen jedoch geradeaus in die nahe Westliche Bockkarscharte hinab. In mit Drahtseilen und Geländern gut gesicherten Serpentinen steigen wir entlang dem Grat zum Gipfel des Bockkarkopfs (2.609 m) hinauf.

Vom Gipfel klettern wir jenseits rechts des Grates mit Hilfe von Drahtseilen ab und anschließend steil in eine Scharte hinauf. Über glatte Felsplatten, in die der Steig gemeißelt ist, geht es hinab in die Socktalscharte (2.446 m). An dieser Stelle besteht rechts eine zweite Wegmöglickeit zum Waltenberger Haus. Wir klettern von der Socktalscharte geradeaus durch felsiges Gelände aufwärts und folgen dann dem Steig, der links durch die Ostflanke des Wilden Mannes ansteigt. Wir erreichen den zerrissenen Felsgrat und überschreiten den Großen Steinschartenkopf, mit 2.615 Metern der höchste Punkt am Heilbronner Weg. Eine Metallbrücke, eine Leiter und mit Drahtseilen versehene Felsplatten gilt es anschließend im Abstieg zur Kleinen Steinscharte (2.541 m) zu überwinden. Wir halten uns rechts und queren über ein unangenehm hartes Schneefeld zum engen Felsspalt des Heilbronner Törls. Der Weg folgt nun einem Felsband abwärts zu einer Weggabelung.

Abstecher auf das Hohe Licht

Wir steigen geradewegs aufwärts (Wegweiser »H. L.« mit roter Farbe auf den Fels geschrieben). Der Steig quert auf Felsbändern hinauf zum breiten Westrücken, über den wir zum Hohen Licht (2.651 m) aufsteigen (zusätzlich 1 Stunde). Über Felsabsätze geht es von der Wegkreuzung nach rechts zu einer Schlucht, durch die wir entlang den Drahtseilen in das Wiesleskar absteigen. Jetzt fast eben durch den Karboden zur Großen Steinscharte und hinab zur Rappenseehütte (2.091 m). Von der Hütte kann man direkt nach Birgsau absteigen (ca. 23/4 Stunden) oder rund um das Rappenalptal wandern.


GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1355 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKemptner Hütte
EndpunktRappenseehütte
TourencharakterDer Weg von der Kemptner Hütte zur Rappenseehütte führt den Bergsteiger über den eindrucksvollsten Abschnitt des Allgäuer Hauptkammes. Mit ausreichender Kondition lassen sich vom Weg Abstecher auf zwei der höchsten Allgäuer Berge machen. Weder die Besteigung der Mädelegabel noch des Hohen Lichts stellen im Vergleich zum Heilbronner Weg erhöhte bergsteigerische Anforderungen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte (1:50 000) des Bayerischen Landesvermessungsamtes, Blatt Allgäuer Alpen
MarkierungenWanderwegweiser und Farbmarkierungen
Tipps
Der Heilbronner Weg
Vor über 100 Jahren wurde der Heilbronner Weg eröffnet, die »Haute Route« der Allgäuer Alpen. In den nördlichen Kalkalpen gibt es nur wenige Gegenstücke zu diesem Steig, der zwischen Kemptner Hütte und Rappenseehütte jenseits der 2.000-Meter-Grenze am Hauptkamm der Allgäuer Alpen entlangführt. Herzstück dieser Traumtour ist der teils mit Drahtseilen gesicherte Abschnitt, der zwischen Bockkarscharte und Großer Steinscharte durch eine wilde Felslandschaft führt.
Höchster Punkt
2615
Tourismusbüro

Kurverwaltung Oberstdorf, Tel. 08322-7000; www.oberstdorf.de

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