Große Windschar, 3041 m

Anstrengende Gipfeltour mit beachtlichem Höhenunterschied und recht langem »Anlauf « durch das Mühlbachtal. Nur für erfahrene Bergwanderer. Steinschlaggefahr in der Felsflanke unterhalb des Gipfelaufbaus (Autor: Eugen E. Hüsler)
Taleinwärts Die Gipfeltour beginnt eher gemütlich; sie führt auf der Straße hinein ins idyllische Mühlbachtal, vorbei am Mühlbacher Badl (1694 m). Hinter der Oberbacher Alm (1793 m) kommen die schroffen Gipfel über dem Talschluss ins Blickfeld: Dreitausender mit felsigen Flanken (Großer Fensterlekofel, 3171 m). Auf der Oberwanger Alm (2027 m; 1.30 Std.) endet die Sandpiste. Zum Gipfel Die rot-weißen Markierungen leiten über zunehmend steinige Wiesen bergan, wobei die markante Grubscharte (2802 m) die Richtung vorgibt. Man steigt aber nicht auf bis zum Joch, sondern biegt gut hundert Höhenmeter darunter links ab. Spuren leiten zur Mündung einer Steilrinne; neben ihr steigt das Weglein in kurzem Zickzack über leichte Felsen an zu dem ausgedehnten Schotterboden unter dem Gipfelaufbau der Windschar. Man wird das Steilstück zügig hinter sich bringen; der Fels ist brüchig, Steinschlag deshalb nicht auszuschließen. Hat man die Hangkante erst einmal erreicht, kommt (endlich!) auch der Gipfel ins Blickfeld: übers Geröll zur Schrofenflanke und hinauf zum Gipfel (4.30 Std.) und zur großen Aussicht. Die ist ebenso weit wie kontrastreich: dunkler Tonalit im Osten, weißer Firn im Norden, Kalkzacken im Süden und fern am westlichen Horizont Ortlergipfel, Ötztaler und Stubaier Alpen. Abstieg Über den Anstiegsweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1460 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortMühlbach (1462 m)
AusgangspunktParkplatz am Eingang ins Mühlbachtal
EndpunktParkplatz am Eingang ins Mühlbachtal
TourencharakterWindschar. Ein seltsamer Name für einen Südtiroler Dreitausender, aber – wie sich zeigt – ein durchaus zutreffender. Der ganz nebenher noch beweist, dass die Einheimischen früher Wetterzeichen sehr gut zu interpretieren wussten, ganz ohne moderne Datenflut. Sie beobachteten, dass Sommergewitter, von Westen anrückend, sich oft im tiefen Walburgergraben verfingen, die Wolken dann von den zwei Zacken der Schar (= Schere) geteilt wurden: die Windschere. Mitverantwortlich für dieses Phänomen ist natürlich auch der gewaltige Höhenunterschied zwischen dem Boden des Tauferer Tals und den Gipfelhöhen: über zwei Kilometer! So etwas heizt das thermische Geschehen mächtig an, vor allem im Sommer. Er macht die Windschar aber auch zu einem großartigen Aussichtspunkt, zu einem Belvedere ersten Ranges. Und dabei schaut man eben nicht nur in die Ferne, sondern auch tief hinab in die Talfluren. Das fiel bereits vor langer Zeit einem Herrn Seyerlein auf, der nach seiner Besteigung im Sommer 1878 den »Blick zu den Stätten menschlicher Cultur, in Thäler und Ansiedlungen hinunter« lobte. Und er sah es als »meine Pflicht, allen Besuchern des Tauferer Thales in erster Linie die Ersteigung der Großen Windschar ans Herz zu legen«. Dieser Empfehlung folgt man gerne, zumal ein ordentliches Weglein aus dem Mühlbachtal bis zum Gipfel führt, vorbei am Mühlbacher Badl. Es wurde, wie schon der Chronist Beda Weber berichtete, früher vor allem von den Bruneckern gerne frequentiert, die neben der heilenden Wirkung des Wassers wohl auch das recht ungezwungene Badeleben zu schätzen wussten. Für die geistliche Erbauung sorgte die aus dem 18. Jahrhundert stammende Kapelle. Nach einem Brand wieder aufgebaut, ist das Badl im Mühlbacher Talele ein beliebtes Ausflugsziel in idyllischer Umgebung.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 033 »Bruneck und Umgebung«
MarkierungenRot-weiß, Wegnummern 2 und 5
VerkehrsanbindungMühlbach erreicht man von Percha bzw. von Uttenheim über ordentliche Bergstraßen. Zufahrt zum Wanderparkplatz, 1,5 km
GastronomieBadl im Mühlbacher Talele, Tel. 0474/50 51 00; Gasthof Huber in Mühlbach
Informationen
SCHWARZE WAND Noch ein Dreitausender über dem Talschluss des Mühlbachtals mit nur mäßig schwierigem Anstieg, größtenteils markiert. Von der Oberwanger Alm auf markiertem Weg, vorbei an der Weißen Nase (2758 m), ins Mühlbacher Jöchl (2983 m). Aus der Gratsenke je nach (Schnee-)Verhältnissen direkt über die Westflanke oder näher am Grat (Blockgelände) zum Gipfel der Schwarzen Wand (3105 m), etwa 5.30 Std. vom Parkplatz am Eingang ins Mühlbachtal. Nur für erfahrene Berggänger, Trittsicherheit und Ausdauer unerlässlich; auf sicheres Wetter achten! Aussicht wilder, aber nicht so umfassend wie von der Großen Windschar.
Tourismusbüro
Tourismusverein, Rathausplatz 7, I-39031 Bruneck; Tel. +39/0474/55 57 22, info@bruneck.com, www.bruneck.com

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