Feldberg und Feldsee

Wo der Schwarzwald am höchsten ist.
Überwiegend bequeme, teilweise aber auch steile Wanderung auf Pfaden, insgesamt ist festes Schuhwerk erforderlich. (Autor: Chris Bergmann)
11 km
400 m
3.00 h
Haus der Natur.
Das »Haus der Natur« am Parkplatz bei der Gondelbahn und dem Hotel »Feldberger Hof« am Fuß des Seebucks ist das Naturschutzzentrum des Feldbergs. Es informiert in einer Dauerausstellung über die Landschaftsgeschichte, die Wald- und Weidewirtschaft, den Naturschutz und den Tourismus im Naturschutzgebiet des Feldbergs und im Naturpark Südschwarzwald und veranstaltet Führungen, Naturerlebnistage, Vorträge und Seminare. Auch der Feldberg-Ranger hat als hauptamtlicher Naturschutzwart seinen Sitz im »Haus der Natur«. Er hat als Beamter hoheitliche Befugnisse bei der Kontrolle und Überwachung des Naturschutzgebiets und erarbeitet das Besucherlenkungskonzept. Eine weitere wesentliche Aufgabe des Naturschutzzentrums ist die Betreuung des etwa 4200 Hektar großen Feldberg-Naturschutzgebiets.
Bismarck-Denkmal auf dem Seebuck.
Von der Talstation unterhalb des Feldberger Hofs und des Naturschutzzentrums »Haus der Natur« schweben die Aussichtsgondeln der Feldbergbahn durch den Osthang des Seebucks zum Bismarck-Denkmal. Mit einer berauschenden Aussicht auf den Feldsee und den Raimartihof sowie bis hinab zum Titisee beginnt hier die Wanderung. Der nach dem Feldsee benannte Seebuck (1448 m) erhebt sich als aussichtsreicher Ostgipfel des Feldbergmassivs zwischen dem Feldsee im Norden und dem Quellgebiet von Wiese und Alb im Süden. Er ist wegen der guten Erreichbarkeit per Seilbahn und wegen seines Aussichtsturms der meistbesuchte Teil des Feldbergs. Im Winter dienen seine Ost- und Südflanke als alpine Skiabfahrten. Der Liftverbund Feldberg umfasst derzeit fast 30 Lifte mit rund 50 Kilometern präparierter Abfahrtsstrecken. Die beiden Skigebiete »Seebuck« und »Grafenmatt/Fahl« sind durch eine Skibrücke verbunden, die über die Bundesstraße 317 führt.
Auf den Feldbergturm.
Vom Bismarck-Denkmal führt ein bequemer Weg mit schönen Ausblicken durch Wiesen hinüber zum Feldbergturm, der eines der faszinierendsten Schwarzwald-Panoramen überhaupt bietet. Der Feldbergturm auf dem Seebuck (1448 m) ist der älteste Aussichtsturm des Schwarzwalds und Baden-Württembergs höchstgelegener Aussichtsturm. Die Aussichtsgalerie bietet bei Fernsicht einen überwältigenden Rundumblick bis zu den österreichischen Alpen im Südosten, zum Berner Oberland im Süden, zum Mont-Blanc-Massiv im Südwesten und zu den Vogesen im Westen. Unterhalb setzt am Fuß des Seebucks mit einem Steilhang das Wiesental an, ein vom Eis des Feldberggletschers U-förmig ausgetieftes Trogtal. Links davon erhebt sich der Herzogenhorn-Hochkopf-Waldkamm, rechts erkennt man die Belchen-Kuppel. Im Turm befinden sich auch die denkmalgeschützte ehemalige Sendeanlage des SWR und die Wohnung, die früher vom Sendeleiter der Rundfunkstation und seiner Familie bewohnt wurde.
Über den Feldberggipfel.
Vom Feldbergturm führt der bequeme Panoramaweg in weiten Matten in die Grüble-Einsattelung hinab und dann in sanftem Anstieg zum Feldberggipfel. Eine Orientierungstafel informiert über das Panorama, das an klaren Tagen bis zu den Alpen reicht. Eine Sitzbankrunde lädt zum Schauen und Sonnenbaden ein. Vom höchsten Punkt des Feldbergs strahlen Wanderwege in alle Himmelsrichtungen aus, der mit dem Zeichen »blaue Raute« markierte führt in einem Panorama-Spaziergang am Mittelbuck vorbei über den Baldenweger Buck, den Nordausläufer des Feldbergmassivs, zur Baldenweger Hütte. Auf der für den öffentlichen Verkehr nicht freigegebenen Zufahrt des Gasthofs leitet die »blaue Raute« hinab zum Rinken, wo sich ein Parkplatz und ein weiterer Gasthof befinden.
Zur Einkehr in den Raimartihof.
Am Rinken geht es rechts weiter Richtung »Raimartihof«, nun im schattigen Wald, in dem das Zeichen »gelbe Raute« den Weg weist, anfangs auf einem Weg, später auf einem wurzeligen Pfad im Wald, dann wieder auf einem bequemen Weg. Der Raimartihof (1108 m) im oberen Seebachtal in unmittelbarer Nähe des Feldsees ist ein 300 Jahre alter, autofreier Hof mit original Schwarzwälder Bauernstube und altem Kachelofen. Serviert wird bodenständige Küche mit regionalen Spezialitäten und Produkten aus eigener Landwirtschaft und Hofjagd (Gamswild). Frischkäse, Butter, Speck, Schinken und Hausmacherwürste kommen ebenso direkt vom Hersteller wie Wein, Apfelmost, Milch und Schnäpse. In den aussichtsreichen Wiesen beim Hof fällt der Blick hinauf zum Bismarck-Denkmal auf dem Seebuck.
Sagenumwobener Feldsee.
Vom Raimartihof führt ein mit dem Zeichen »gelbe Raute« markierter Weg zum nahen Feldsee. Der sagenumwobene Feldsee (1109 m) in der Nordostflanke des Feldbergmassivs ist ein nahezu kreisrunder Karsee und zugleich der Quellsee der Wutach, die im Südosten des Schwarzwalds eine der wildesten Schluchten des gesamten Gebirges ausgetieft hat. Hoch aufragende Felswände umschließen die Karnische im Rücken und auf den Flanken, eine Endmoräne staut auf dem Boden des Kars den von Laubbäumen und Tannen gesäumten See, der gespeist wird von durch die Felsen rieselnden Bächen. Während die Sagen den Mummelsee, den berühmtesten Karsee des Schwarzwalds, mit Nymphen bevölkern, sehen die Legenden im Feldsee, dem »dunklen Auge des Feldbergs«, einen düsteren Ort - Wer böse Geister bannen wollte, sollte sie in den Feldsee schwören. Ein Kapuzinerpater soll einst einen sündigen Fürstabt und zwei verdorbene Klosterbrüder in Säcke gebannt und die Säcke samt Inhalt, ohne sich umzusehen, in den Feldsee geworfen haben: Seither gehen die Seelen der Ertränkten ruhelos am Feldsee um, ein Löffelschnitzer aus Menzenschwand will ihnen im Wald begegnet sein. Wer den Feldsee heute aufsucht, wenn die Sonne die Gneisfelsen in ein fast surreales Licht taucht und Morgennebel wie Geister über dem See schweben, wird solchen düsteren Legenden kaum mehr Glauben schenken. Vom Feldsee führt der mit der »gelben Raute« markierte Karl-Egon-Weg steil und in Serpentinen hinauf zur Talstation der Feldbergbahn beim Feldberger Hof.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied400 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortFeldberg (900 m), Luftkurort und Wintersportplatz am Feldberg, dem höchsten Berg der deutschen Mittelgebirge.
AusgangspunktTalstation der Feldbergbahn beim Parkplatz am Feldberger Hof.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Feldberg ist die höchste Erhebung Deutschlands außerhalb der Alpen, der Feldsee einer der schönen Karseen im Naturpark Südschwarzwald. Angesichts einer Durchschnittstemperatur von 3 °C sollte man sich für den Feldberg einen warmen Pullover zusätzlich in den Rucksack stecken und im Bereich des Baldenweger Bucks auch im Juli noch auf Schneefelder eingestellt sein. Bei sonnigem Wetter gilt - Sonnenschutz nicht vergessen – fast die gesamte Wanderung führt durch waldfreies, aussichtsreiches Wiesenland.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 35000 Blatt Hochschwarzwald oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 505 Freiburg im Breisgau/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 1 (beide Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungA 5 Basel–Karlsruhe, Ausfahrt Freiburg-Mitte, weiter auf der B 31 Richtung Donaueschingen bis Titisee-Neustadt und abbiegen auf die B 500/B 317 Richtung Feldberg.
GastronomieFeldberger Hof, Baldenweger Hütte, Rinken, Raimartihof.
Tipps
Schneeschuhtouren auf dem Feldberg. Im Winter veranstaltet das »Haus der Natur« geführte Schneeschuhtouren. Die Teilnahme ist kostenlos, nur die Leihgebühren für die Schneeschuhe fallen an. Die Schneeschuhwanderungen führen über den breiten Feldbergrücken zum Feldberghöchsten und sind auf die Fitness der jeweiligen Teilnehmer ausgerichtet. Wer möchte, kann auch auf eigene Faust losziehen und sich nur die Schneeschuhe leihen.
Tourismusbüro
Tourist-Information Feldberg, Kirch- gasse 1, 79868 Feldberg, Tel. 07655/ 8019, www.feldberg-schwarzwald.de

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