Ein malerischer Winkel im Oberhasli: das Gental

Mäßig anstrengende, landschaftlich sehr reizvolle Wanderrunde auf gut markierten Wegen. An einigen Stellen ist Trittsicherheit notwendig. Neben dem idyllischen Engstlensee sind vor allem die herrlichen Fern-

blicke auf die Berner Alpen hervorzuheben. Im Frühsommer üppige Alpen?ora! (Autor: Eugen E. Hüsler)
12 km
500 m
4.00 h
Vom Engstlensee zum Jochpass Die Wanderung beginnt auf der Engstlenalp (1834 m), führt erst einmal zum nahen, 44 Hektar großen Engstlensee (1850 m), an dessen Ufer mächtige alte Arven stehen: ein Ort uriger Kraft, überragt von den Felsmauern der Wendenstöcke. In dem Gewässer tummeln sich Regenbogenforellen und Saiblinge – Petri Heil! Man folgt dem Sandsträßchen bis zum oberen Seeende, biegt dann in den Fußweg ein, der gleichmäßig ansteigt zum Jochpass (2207 m; 1.15 Std.). Knapp jenseits des Jochs steht das gleichnamige Berghaus, von dessen Terrasse sich ein schöner Blick auf die Bergumrahmung des Engelberger Talkessels bietet. Rund einen halben Kilometer tiefer liegt im Rücken des Gerschnibergs, der freie Sicht auf das Klosterdorf verhindert, der Trüebsee (1764 m). Wenig oberhalb des Gewässers be?ndet sich die Zwischenstation der großen Titlis-Seilbahn. Sie endet am Kleintitlis (3032 m), gut 200 Meter unter dem Gipfel, von dem man einst annahm, er sei der »höchste Berg im ganzen Schweizerland« (1767). Heute weiß man’s besser, aber der Titlis ist trotzdem noch ein großer Berg.Zur Tannalp Vom Jochpass führt der Weiterweg in sanftem Anstieg über die Oberi Gumm zum felsigen Südwestgrat des Schafberges (2323 m). Hier wechselt er in das nordseitig durch eine Felsbarriere (Klettergarten) begrenzte Schaftal. Mit herrlich freier Sicht nach Westen, auf die Hochgipfel der Berner Alpen, geht’s hinab zu einer Verzweigung (2100 m; Wegzeiger). Man hält sich geradeaus und folgt dem Pfad durch steile, felsdurchsetzte Hänge (Vorsicht!) mit Tiefblicken auf den Engstlensee in das Karrengelände über dem Hengliboden, steigt dann ab zu einer Sandstraße. Sie führt links um den runden Buckel des Vogelbüel (2073 m) herum zur Tannalp (1974 m; 3.15 Std.) mit ihrer Kapelle, den Alphütten und einem Gasthaus. Ein paar Gehminuten weiter westlich liegt der aufgestaute Tannensee (1976 m), keine Wanderstunde ist es bis zur Melchsee-Frutt (siehe Tour 9).Abstieg Ein breiter Weg führt ?ach zur Abbruchkante des Almplateaus, dann hinunter in die Felsabbrüche der Spycher?ue (2046 m). Ein solides Drahtseil sichert die etwas ausgesetzte Querung. Dann geht’s ganz gefahrlos, zuletzt auf einem Sandsträßchen, zurück zur Engstlenalp (1834 m; 4 Std.).

Gesamt 4 Std.

Engstlenalp – Jochpass 1.15 Std., Jochpass – Tannalp 2 Std., Abstieg zur Engstlenalp 0.45 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied500 m
Dauer4.00 h
StartortInnertkirchen (625 m)
AusgangspunktParkplatz auf der Engstlenalp (1834 m)
EndpunktParkplatz auf der Engstlenalp (1834 m)
TourencharakterDas Gental mit seinen Almböden und Waldpartien, umrahmt von steilen Fels?anken und ganz hinten überragt vom ?rnbedeckten Titlis (3238 m), ist ein echtes Landschaftsjuwel – aber ein bedrohtes. Denn Engelberg und Meiringen planen einen Zusammenschluss der besonderen Art: eine gigantische Skischaukel mit einem halben Dutzend Lifte und über 200 Pistenkilometern. Da bliebe vom urigen Charme des Gentals wohl kaum mehr viel übrig, und das betrifft auch das kleine Ferien- und Wintersportgebiet von Melchsee-Frutt. So verwundert es kaum, dass sich starker Widerstand formiert. Die Engstlenalp soll bleiben, was sie schon immer war: eine Oase des Friedens inmitten einer faszinierenden Bergkulisse.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 255 T
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungVon Innertkirchen auf der Sustenstrtaße bis zur Abzweigung ins Gental (bei Nessental). Auf der gebührenp?ichtigen Straße weiter zur Engstlenalp. Postbus
GastronomieBerghaus Jochpass, Berggasthaus Tannalp, Hotel Engstlenalp
Tipps
DAS HOTEL ENGSTLENALP Ganz neu ist es nicht, das sieht man ihm auch an. Das Hotel auf der Engstlenalp, in dem schon Goethe, Einstein und der Erstbesteiger des Walliser Weisshorns, John Tyndall, zu Gast waren, ist halt ein Haus mit Geschichte, doch gerade das macht seinen besonderen Charme aus. Nach einem währschaften Abendessen in einem der Nostalgiezimmer in den Schlaf sinken, weit weg von PC, Stress und Handygebimmel – einfach traumhaft. Bleibt nur zu hoffen, dass die Idylle im innersten Gental nicht eines Tages zum Albtraum der Naturfreunde wird, untergegangen in einem Wald von Liftmasten, Schneekanonen und Pistenschneisen ... Hotel Engstlenalp, Mai bis Oktober geöffnet, Tel. +41(0)33/975 11 61, E-Mail: hotel@engstlenalp.ch, www.engstlenalp.ch
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