Durch die Lotenbachklamm zur Schattenmühle

Im Bann der Wutach.
Schluchtwanderung auf zum Teil schmalen Pfaden und Steigen, Trittsicherheit und Wanderkenntnisse erforderlich. Die Schlucht kann nicht bei hohen Wasserständen durchwandert werden. (Autor: Chris Bergmann)
13 km
300 m
3.00 h
Auf den Galgenbuck.
Von der Bushaltestelle am ehemaligen Bahnhof in Bonndorf folgen wir der Durchgangsstraße B 315 (Martinstraße) kurz stadteinwärts und zweigen in der Rechtskurve links auf die Bergstraße ab. Der mit der »blauen Raute« bezeichnete Feldweg führt durch Feld- und Wiesenfluren hinauf zum Galgenbuck. Der aussichtsreiche Galgenbuck (888 m) trug im Mittelalter eine Gerichtsstätte. Hier baumelten die Gehenkten weithin sichtbar zur Abschreckung. Auch zahlreiche Spuren ur- und frühgeschichtlicher Siedlungen wurden auf dem sanft gerundeten Hügel entdeckt. An der Verzweigung bei der Überlandleitung geht es auf dem linken Weg weiter durch Wiesen, wobei wir bald nach Passieren des Hebsack-Hofs den Wanderparkplatz am oberen Ansatz der Lotenbachklamm erreichen.
Lotenbachklamm.
Auf der linken Seite des Bachs führt der Pfad hinab in die unter Naturschutz stehende Lotenbachklamm mit ihren Felsen, Wasserfällen und artenreichen Wald. Sie ist eine der spektakulären Seitenschluchten der Wutachschlucht und bildet den aufregendsten Einstieg in diesen Grand Canyon des Schwarzwalds. Eindrucksvolle Kaskaden und bis zu 8 Meter hohe Wasserfälle säumen den Steig, der sich felsig und auf Stufen und Brücken durch diese bizarre Fels- und Wasserfallwelt windet – fast an jeder Biegung gibt es etwas Neues zu entdecken. Wichtig ist gutes Schuhwerk, da auch im Sommer der Wandersteig aufgrund der Feuchtigkeit aus den Wasserfällen immer rutschig ist.
Erlebnis Wutachschlucht.
Beim unteren Ausgang der Lotenbachklamm lädt in der Wutachschlucht die Schattenmühle zur Einkehr ein. In unmittelbarer Nähe des Gasthauses befindet sich ein Wanderparkplatz mit Infopavillon zu Flora, Fauna und Geologie der Wutachschlucht sowie eine Grillstelle. Bereits 1596 wurde hier ein Müller von Göschweiler erwähnt. Seine Mühle an der Wutach, ein Erbzinslehen der Herrschaft Fürstenberg, war die Schattenmühle. Der Jahreszins von 22 Gulden entsprach dem Wert einer Kuh. Stets war die Mühle hochwassergefährdet, einer der Müller ertrank gar ein Jahr nach seiner Hochzeit in der Wutach, 1732 brannte die Mühle ab und wurde mit einem dritten Mahlgang neu errichtet. Von der Schattenmühle führen Querweg und E1 auf einem Waldpfad am linken Ufer flussabwärts und zuletzt auf der aufgelassenen Reiselfinger Landstraße zur ehemaligen Dietfurter Mühle. Hier überqueren Querweg und E1 die Wutach auf einer Brücke und führen links am Durchlöcherten Felsen vorbei nach Bad Boll. Das einzige Zeugnis des Kurbads Bad Boll, dessen letzte Gebäude 1991 abgerissen wurden, ist eine alte Kapelle; die Natur hat den wundersame Ort zurückerobert, dessen mineralhaltige Heilquelle vermutlich schon in vorchristlicher Zeit genutzt wurde. Von Bad Boll führt die »blaue Raute« vorbei an der Ruine Boll (Neu-Tannegg) hinauf in das Dorf Boll. Auf dem Kapellenweg geht es teilweise mit schöner Aussicht weiter aufwärts zur Josefskapelle und zurück nach Bonndorf, wo abschließend ein Besuch des Schlossmuseums und des Narrenmuseums zu empfehlen sind.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortBonndorf (845 m), Luftkurort auf der Ostabdachung des Schwarzwalds in unmittelbarer Nähe der Wutachschlucht.
AusgangspunktBushaltestelle (856 m) am ehemaligen Bahnhof in Bonndorf.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Wutachschlucht im Südosten des Naturparks Südschwarzwald ist einer der eindrucksvollsten Canyons der deutschen Mittelgebirge. Mit der Lotenbachklamm, dem mittleren Teil der Wutachschlucht und dem ehemaligen Bad Boll führt diese abwechslungsreiche Rundwanderung zu drei der sehenswertesten und abenteuerlichsten Gebieten der felsigen Schlucht. Wer sich mit Kindern gleich in medias res begeben will, startet an der Lotenbrücke und wandert an den Wasserfällen des Lotenbachs entlang in die wilde Schlucht.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 35000 Schwarzwald-Baar Süd oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 509 Waldshut-Tiengen/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 4 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungAb Löffingen Bahnhof verkehrt von Anfang Mai bis Ende Oktober der SBG-WanderBus Wutachschlucht (nur an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen); er fährt u.a. die Schatten- und die Wutachmühle an. Mit dem Auto über die B 31 Freiburg – Titisee – Donaueschingen.
GastronomieBonndorf, Schattenmühle.
Tipps
Kulturzentrum Schloss Bonndorf. Das Bonndorfer Schloss beherbergt u.a. das Waldshuter Kreismuseum, die durch ihre Wechselausstellungen überregional bekannt gewordene Waldshuter Kunstgalerie und das Narrenmuseum. Ein Juwel ist auch der unterhalb des Schlos- ses als »Erlebnisgarten« neu angelegte Kurpark mit Japanischem Garten, einer Streuobstwiese, einer Sumpfwiese usw. Schloss Bonndorf wurde 1592–94 von den aus dem Elsass stammenden Grafen von Mörsberg errichtet, die ihre Reichsherrschaft 1609 an Sankt Blasien verkauften; 1699 erhob Sankt Blasien die Herrschaft Bonndorf zur Grafschaft, Abt Blasius III. von Sankt Blasien ließ das Schloss 1726 im Stil des ausgehenden Barock umbauen.
Tourismusbüro
Tourist-Information Bonndorf, Schloßstr. 8, 79848 Bonndorf im Schwarzwald, Tel. 07703/7607, www.bonndorf.de. Tourist-Information Löffingen, Rathausplatz 14, 79843 Löffingen, Tel. 07654/ 400, www.loeffingen.de

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