Der Rauhe Kopf

Ein unscheinbarer aber aussichtsreicher Berg über dem Berchtesgadener Tal. Mittelschwere Bergwanderung, durchgehend markierter Weg, im oberen Teil alpiner Steig. Im felsigen Gipfelbereich Drahtseilsicherungen; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. (Autor: Joachim Burghardt)
8 km
850 m
5.00 h
Die südlichste Erhebung des Untersbergmassivs, der Große Rauhenkopf oder einfach auch der Rauhe Kopf, ist eine unspektakuläre, wenig ausgeprägte Erhebung in einem langen Gratrücken, und doch auch ein Aussichtspunkt erster Güte. In Anspielung auf den Berchtesgadener Hochthron, den höchsten Untersberggipfel, könnte man ihn liebevoll als den »niedrigen Thron« bezeichnen – fürstliche Landschaftserlebnisse bietet er allemal.

Obwohl der Berg die Autofahrer sehr nah an sich heranlässt und über markierte Steige bestiegen werden kann, zählt er zu den eher ruhigen Gestalten im Kranz der Berchtesgadener Berge. Es ist herrlich, ein, zwei Stunden dort oben zu verbringen und die reihum liegenden Bergmassive zu bewundern, am besten bei klarer Luft und schönem Morgen- oder Abendlicht. Und es müssen wohlgemerkt nicht immer drei Tage am Stück oder fünfstündige Aufstiege sein, die das besondere Erlebnis erst ermöglichen: Am Rauhen Kopf trennen nur 850 Höhenmeter den Parkplatz vom Gipfelkreuz.

Aufstieg zum Blauen Kastl

Eine kurze und vom Wegverlauf her empfehlenswerte Aufstiegsroute beginnt oberhalb von Bischofswiesen bei der Kastensteinerwand-Alm, die über den steilen Kastensteinweg bequem erreicht wird und einige Parkmöglichkeiten bietet. Für den Aufstieg vom Bahnhof Bischofswiesen aus muss zusätzlich eine halbe Stunde Gehzeit eingeplant werden.

Bei der Straßenverzweigung direkt vor der Kastensteinerwand-Alm führt ein Fahrweg vom kleinen Parkplatz östlich steil bergauf und schwenkt dann bald nach links (nördlich) um. Kurz darauf folgt der nächste Wegabzweig nach rechts, den man nicht übersehen darf. Nun geht es auf einem richtigen Fußweg weiter, der auf 1100 Meter Höhe wieder in einen Fahrweg mündet und unmittelbar darauf das »Blaue Kastl«, einen Bildstock, erreicht. Hier zweigt südöstlich der Pfad ab, der zur Gipfelregion hinaufführt.

Nach einer scharfen Linkskehre führt der Weg bald in alpines Gelände hinauf und überwindet einzelne felsige Geländestufen unschwierig. Mehrere schwächere Pfade gehen unterwegs seitlich ab; wir bleiben jedoch immer auf der markierten Route und wandern westlich unterhalb des Kleinen Rauhenkopfs vorbei.

Manche Karten sind an dieser Stelle irreführend und verzeichnen einen rot markierten Steig, der nicht in den Sattel zwischen dem Kleinen und dem Großen Rauhenkopf hinauf, sondern unterhalb an beiden vorbeiführt. Entgegen dieser Angabe leitet der Steig aber über einen Steilaufschwung zwischen die beiden Köpfe hinauf und hält sich ab hier immer nahe am Grat. Erst dort wird der Rauhe Kopf wirklich seinem Namen gerecht: Einzelne Sicherungen und Stufen helfen über Felsabsätze hinweg, und der Pfad verläuft stellenweise etwas ausgesetzt. Der höchste Punkt ist nun nicht mehr fern – ein umfassendes Panorama wartet! Hinab geht’s wieder auf der bekannten Route.

Gehzeiten: Kastensteinerwand-Alm – Blaues Kastl 1 Std., Rauher Kopf 1:30 Std., Abstieg auf gleichem Weg 2 Std.; insgesamt 5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied850 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortBischofswiesen, 615 m
AusgangspunktKastensteinerwand-Alm, 750 m
EndpunktRauher Kopf (Großer Rauhenkopf), 1604 m
TourencharakterMittelschwere Bergwanderung auf einen hervorragenden Aussichtsgipfel. Durchgehend markierter Weg, im oberen Teil alpiner Steig. Im felsigen Gipfelbereich Drahtseilsicherungen; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte Bayerische Alpen BY22 »Berchtesgaden/Untersberg« 1 - 25 000
VerkehrsanbindungMit Bahn oder Auto über Bad Reichenhall nach Bischofswiesen, mit dem Auto bis zur Kastensteinerwand-Alm
GastronomieKastensteinerwand-Alm, 750 m. Privat, ganzjährig bewirtschaftet. Tel. 08652/71 68, www.kastensteinerwand-alm.de
Tipps
Die beschriebene Wanderung lässt sich je nach persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten variieren - Gebietskenner suchen sich gern einen verborgenen Aufstiegs-Durchschlupf auf den Kleinen Rauhenkopf, andere setzen die Wanderung vom Großen Rauhenkopf über den Grat zum Bannkopf fort (anspruchsvoller Pfad). Naturburschen genießen die Morgendämmerung am Gipfel, übernachten gleich ganz oben oder steigen im Winter hinauf. Wofür auch immer man sich entscheidet: Die eigenen Fähigkeiten gilt es immer richtig einzuschätzen, und auch die Ausrüstung will sorgfältig bedacht sein! Eines ist gewiss: Auch als »normale« Wanderung ist der Rauhe Kopf ein Berg, von dem die meisten begeistert zurückkehren.
Höchster Punkt
Rauher Kopf (Großer Rauhenkopf), 1604m

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