Coburger Hütte

Strammer, anstrengender Hüttenzugang, der Trittsicherheit verlangt. Gute Kondition notwendig (Autor: Siegfried Garnweidner)
Hüttenzustieg.
Um vom Tal aus zur Hütte zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Sinnvoll sind die folgenden: Von Ehrwald über den Hohen Gang (leichte Kletterei) zum Seebensee und von dort in steilem Schlusssprint hinauf (ca. 900 Höhenmeter, 2 1/2 Std.); von der Bergstation der Ehrwalder Almbahn auf schönem Wanderweg über die Seebenalm zum Seebensee und weiter zur Hütte (ca. 400 Höhenmeter, 1 1/2 Std.); Auffahrt mit dem Mountainbike zur Ehrwalder Alm und zum Raddepot am Seebensee (ca. 900 Höhenmeter, 2 Std.). Ein wenig durchgeführter, aber interessanter Zugang führt von Biberwier herauf. Er verlangt allerdings gute Kondition, denn es sind sehr steile Pfade zu bewältigen und dafür muss man mit fast 3 Stunden rechnen. Vom Gasthaus Wiesenheim in Biberwier geht man über die Mühlbachbrücke und am Sträßchen neben dem Bach zum Falkenhof. Dort links abbiegen und am Weg über eine Wiese hinauf, an der Rochuskapelle vorbei und in den Wald. Bei der Abzweigung geht es links weiter, bei der nächsten Verzweigung wieder rechts und dann am Wanderweg gering ansteigend durch den Wald hinauf. Der so genannte Knappensteig schwingt sich immer mehr auf, führt ins Krummholz und an wilde Felsenwände heran. Bei der Abzweigung des Jubiläumsweges nach Südosten weiter (also links halten) und nördlich der Langlehn im steilen, aber breiten Taleinschnitt schneidig hinauf. Der Pfad windet sich zwischen zwei tristen Geröllrinnen recht steil hinauf, quert die Langlehn und gleich darauf dreht er links ab. Er wird nun noch steiler und führt auf einer Rippe an eine Felsenwand heran. Von dort steigt er zur Biberwierer Scharte an. Damit ist der anstrengendste Teil des Hüttenzugangs geschafft, denn der weitere Weg quert – zwischendurch sogar abwärts – recht gemütlich das triste Schwärzerkar, bis man zur Coburger Hütte stößt.
Dem Drachenkopf aufs Haupt.
Im wilden Felsengebirge der Mieminger Kette bieten sich jede Menge Gipfelziele an. Die meisten sind allerdings nicht ganz leicht zu erreichen. So ist beispielsweise die Überschreitung der Ehrwalder Sonnenspitze (2417 m) keine harmlose Angelegenheit. Auch der neue Klettersteig an den Tajaköpfen verlangt eine gehörige Portion Mut und Klettergewandtheit. Der Anstieg auf den Wamperten Schrofen ist zwar technisch nicht besonders schwierig, aber wegen des brüchigen Gesteins (wie das für die Mieminger Berge typisch ist) ausgesprochen steinschlaggefährdet. Auch für die vorgeschlagene Gipfeltour auf den Vorderen Drachenkopf (2302 m) muss man trittsicher und schwindelfrei sein. Gerade mal so um die 400 Höhenmeter sind zu bewältigen, bis man die Brotzeit nach 1 1/2 Stunden Anstiegszeit am Gipfel auspacken kann. Dafür gibt es gratis einen Blick über den Seebensee zur Zugspitze, der zum Schönsten gehört, was die Mieminger Berge zu bieten haben. Die Anstiegsroute verläuft von der Hütte nach Westen, Richtung Biberwierer Scharte. An der tiefsten Stelle des Kars verzweigt sich der Weg. Dort links abbiegen und am markierten Steig in das triste Schwärzerkar anfangs gegen Westen, dann in weitem Bogen nach Süden hinauf. Im Kar verzweigt sich die Wegspur noch einmal. Man kann geradewegs nach Süden einer Trittspur folgen oder man holt etwas rechts aus, was bequemer, aber weiter ist. Dabei muss man darauf achten, an die steilen Schrofenhänge unter dem Gipfelgrat heranzukommen. Die Markierungszeichen weisen – anfangs mit ein paar Sicherungsgriffen – steil durch die Felsen zum Verbindungsgrat zwischen Vorderem und Hinterem Drachenkopf hinauf. Nun kraxelt man in leichter, teilweise etwas ausgesetzter Kletterei (I) über den Grat nach links hinauf, bis der Gipfel erreicht ist.
Schaut man sich dort oben um, wird gleich klar sein, dass es einen alternativen Abstiegsweg nicht gibt.

Dauer: Auf: 3 Std. Ab: 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBiberwier, Gasthaus Wiesenheim (990 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterInmitten wilder Felsenberge liegt, knapp über dem sagenumwobenen Drachensee, die beliebte Coburger Hütte. Da die Bergstation der Ehrwalder Almbahn nicht so sehr weit weg ist, eignet sich diese Hütte ideal als nettes, sogar ein wenig anstrengendes Wanderziel für Seilbahngäste. Will man sich den Zuweg nicht ganz so einfach machen, kann man über den Hohen Gang heraufkommen, wobei Schwindelfreiheit gefragt ist. Deutlich länger, aber technisch einfacher ist der vorgestellte Hüttenzugang über die Biberwierer Scharte. Doch wie und von wo man auch immer zur Hütte heraufkommt, eines bietet sie allen Besuchern: Einen Zugspitzblick der Königsklasse!
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 25 (Ehrwald–Lermoos–Mieminger Kette)
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab Garmisch–Partenkirchen über Griesen–Ehrwald nach Biberwier; Busverbindung ab Bahnhof Ehrwald
Tipps
Zur Ehrwalder Sonnenspitze. Wer unerschrocken und furchtlos ist, kann sich – entsprechende alpine Fertigkeiten natürlich vorausgesetzt – die Überschreitung der 2417 Meter hohen Sonnenspitze vornehmen. Sinnvoll ist der Aufstieg über die Südflanke, wo es in mäßig schwieriges Klettergelände (II) hineingeht. Weniger versierte Bergsteiger müssen anseilen und sichern! Aber auch der Abstieg am stärker frequentierten Rückweg über die Ostseite verlangt große Sorgfalt, denn in den steilen Schrofenhängen liegen auf glatten Felsenwegen oft viele lose Steine, die besondere Aufmerksamkeit fordern. Für den Aufstieg ab Hütte sind knapp 2 Stunden und für den Abstieg bis zum Seebensee 1 1/2 Stunden einzuplanen.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1917 m, Erbaut: 1901, DAV–Sektion Coburg, Bewirtschaftet: von Juni bis Anfang Oktober, 85 Lager, 25 Notlager, Winterraum mit AV-Schlüssel (12 Schlafplätze), Telefon: +43(0)664/3254714, www.coburgerhuette.at. Besondere Attraktion: 10 Minuten von der Hütte entfernt gibt es einen Klettergarten.
Tourismusbüro
Biberwier, Tel.: +43(0)5673/2922; www.tirol.at/biberwier

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