Kleine Reibn, 2276 m

Stark befahren und oft pistenähnlich, ohne Spur gutes Orientierungsvermögen erforderlich. Zum Schneibstein und zu den Hohen Roßfeldern steil. (Autor: Andrea und Andreas Strauß)
17 km
750 m
2.00 h
Aufstiege und Abfahrten.
Von der Jenner-Bergstation fahren wir auf der Piste zur Scharte, 1680 m, direkt östlich des Jenners hinab. Zuerst geht es links des anschließenden Rückens bergauf, dann bei einem Schartl rechts auf die Südseite, wo wir im Auf und Ab die Hänge queren und unter dem Pfaffenkegel hindurch das Stahlhaus (1728 m, ¾ Std.) im Torrener Joch erreichen. Hier wenden wir uns nach rechts und gelangen über den Nordwestrücken des Schneibsteins und etwas links davon auf einen kleinen Absatz. Die folgende steile Mulde unter dem Gipfelhang begehen wir links ausholend und queren in einem Rechtsbogen hinaus in freie Hänge. In südlicher Richtung steigen wir weiter auf, wobei wir uns an den hier ansetzenden Nordwestrücken bzw. leicht rechts davon halten. Dieser Rücken ist oft verblasen oder verharscht, weil er recht dem Wind ausgesetzt ist. Entsprechend unangenehm kann er zu begehen sein. Nun am Rücken weiter und zunehmend flacher hinauf auf die Gipfelkuppe des Schneibsteins (2276 m, 1 ½ Std.) mit seinen zwei Gipfelkreuzen. Vom Gipfel fahren wir südlich am Grat hinab und erreichen mit kurzen Gegenanstiegen die Windscharte (½ Std., einzelne Markierungsstangen). Hier geht es rechts (westseitig) fast höhengleich mit ganz kurzen Gegenanstiegen um den Windschartenkopf (Gipfelkreuz) herum, bevor die Abfahrt in die Mulde zwischen Fagstein (rechts) und Windschartenkopf-Hochseeleinkopf (links) folgt. In dieser Mulde allerdings nicht bis zum Seeleinsee (tiefster Punkt) hinab, sondern auf ca. 1850 Meter Höhe, also noch vor der Bergwachthütte, biegen wir rechts ab und fahren um den Fuß des Fagsteins herum auf seine Südwestseite (Stangenmarkierung). Auf etwa 1780 Metern liegen markante Felsblöcke (Brotzeitfelsen), die den Beginn des Aufstiegs zu den Hohen Roßfeldern hinauf markieren. In nördlicher Richtung geht es den anfangs steilen Hang hinauf unter die Westabstürze des Fagsteins. Wie weit wir hier aufsteigen (ca. 1920 m oder 2000 m) ist hauptsächlich eine Frage der Schneequalität, wie die vorhandene Spur angelegt ist und ob wir die Felle anlegen wollen oder nur schnell die nötigen Höhenmeter hinauftreppeln wollen. Entscheidend ist dabei auf jeden Fall, den Hang so weit nach Norden zu queren, bis die Flanke nach Nordwesten umbiegt. Hier beginnt die Abfahrt zur Priesbergalm. Durch diese Flanke hinüber zu dem Rücken, der den Abwärtsgraben rechts begrenzt. Den Rücken, später seine linke Flanke hinab zu einem Waldsaum. Danach schwenken wir nach rechts auf die Priesbergalmen, ca. 1500 m, zu. Nun fahren wir nordöstlich auf den Boden des Priesbergmooses hinab, flach weiter zur Brennhütte und im Gegenuhrzeigersinn zur Königsbachalm, 1191 m. Von hier weiter auf der Forststraße, bis sie zu steigen beginnt. Hier nun nach links und über die Hochbahn (Ziehweg) zur Jennerpiste und schließlich zu deren Talstation. Gesamt ca. 5–6 Std.
Variante.
Bei besonders geringer Schneelage oder Vereisung der Hochbahn ist es besser, bereits oberhalb der Königsbachalm den Königsberger Graben zu queren und auf einer Almstraße zur Jenner-Mittelstation (ca. ¾ Std.) zu schieben. Von dort gelangt man ebenfalls auf der Piste ins Tal. Wenn derartige Verhältnisse bereits bekannt sind, kann man alternativ die Tour auch gleich am Parkplatz Hinterbrand beginnen. Dazu von Berchtesgaden aus entweder Richtung Königssee und links ab (Beschilderung Faselsberg) oder Richtung Marktschellenberg der Beschilderung zur Roßfeldstraße folgen und dann weiter über den Obersalzberg und Scharitzkehl zum Parkplatz Hinterbrand. Von dort gelangt man auf beschildertem Weg in ca. ¼ Std. zur Jenner-Mittelstation.
Weitere Tour Purtschellerhaus, 1692 m, von der Roßfeldstraße/Enzianhütte über die Eckeralm, leicht (500 Hm, 1 ¼ Std.).

schneesicherheit
2 ½ Std. gesamt, ½ Std. von der Scharte zum Stahlhaus, 1 ½ Std. vom Stahlhaus zum Schneibstein, ½ Std. vom Seeleinsee zum Roßfeld 750 Hm gesamt, 50 Hm zum Stahlhaus, 550 Hm zum Schneibstein, 150 Hm zum Roßfeld, in der
Abfahrt 1920 Hm

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied750 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortBerchtesgaden, 571m
AusgangspunktJenner-Bergstation, 1802m, Tel. - +49/8652/95810. Erste Auffahrt je nach Jahreszeit 8 bzw. 9Uhr (ggf. Personalfahrt!)
TourencharakterDie Kleine Reibn ist eine der beliebtesten Touren rund um Berchtesgaden – zu Recht! Mit der Jennerbahn gelangt man schnell bis auf 1800 Meter Höhe. Nicht umsonst wird der Schneibstein daher im AV-Gebietsführer als der einfachste Zweitausender der Berchtesgadener Alpen gelobt. Selbst wer vom Tal aus aufsteigen will, wird am Rande der beschneiten Pisten ausreichend Weiß vorfinden. Kein Wunder also, dass zum Stahlhaus und weiter zum Schneibstein meist eine gute Spur vorhanden ist. Hier verzweigen sich die Wege - Neben einigen Abfahrten für Spezialisten (nichts für schneearme Winter) und der legendären Großen Reibn ist es vor allem die Kleine Reibn, die begangen wird. Sie vereint den Vorzug des relativ kurzen Anstiegs mit der 360°-Rundumsicht und dem Wissen, im einzigen alpinen Nationalpark Deutschlands unterwegs zu sein. Gewürzt wird das Vergnügen mit 1900 Metern Abfahrt über schöne Hänge und für die ganz Fleißigen, die von Königssee aufgestiegen sind, mit ein paar letzten Schwüngen im Pistengebiet.
Beste Jahreszeit
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt Umgebungskarte UK L 4 Berchtesgadener Alpen, Königssee – Bad Reichenhall 1 - 50? ?000, AV-Karte Nr.? ?10/2 Hochkönig – Hagengebirge 1:25? ?000 mit Skirouten
VerkehrsanbindungBerchtesgaden ist über die A8, Ausfahrt Bad Reichenhall,über die Schwarzbachwacht und von Hallein erreichbar;mit der Bahn über Bad Reichenhall. Von Berchtesgaden nach Königssee,Großparkplatz und Jenner-Talstation,630? ?m; Busverbindung ab Berchtesgaden
Tipps
Lawinengefahr. Mitunter lawinengefährdet. Speziell zum Schneibstein und zu den Roßfeldern sowie die Abfahrt zur Priesbergalm erforderlich sichere Verhältnisse. Vorsicht bei Windverfrachtung!
Informationen
Gästeservice des Berchtesgadener Landes, Tel.: +49/8652/96 70
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