Fellhorn (1764 m)

Fahrwege und unerschlossenes, übersichtliches Tourengelände, nur wenig Wald. Sehr lange, relativ flache Skiwanderung in prächtiger Landschaft; Vorsicht bei den oft enormen Wechten auf dem breiten Gipfelrücken!
Exposition: Norden / Lawinengefahr: Überwiegend sehr gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
9 km
1020 m
5.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz über den Schwarzloferbach nach Westen und auf der Rodelbahn in Kehren nach Südwesten bis zur Bergwirtschaft Nattersbergalm. Von dort neben der Loipe über weite Wiesenhänge nach Süden in den Wald hinein. Eine Straße führt durch zwei Kehren. Zwischen der ersten und der zweiten Kehre besteht für Ortskundige eine Abkürzungsmöglichkeit durch dichten Wald (nur bei hoher Schneelage). Bei der dritten Kehre (auf etwa 1070 Meter Höhe) an beschilderter Stelle die geräumte Straße verlassen und auf dem Sommerweg nach Süden weiter. Dabei den Klausbach queren und im dichten Wald gegen Südwesten abdrehend zu den freien, flachen Wiesen der Oberen Hemmersuppenalm. Nun die Ski über den Almboden schieben, an ein paar Hütten vorbei und nach Süden auf dem Sommerweg weiter. Der Hang schwingt sich auf, und am oberen Waldeck geht es auf eine Geländekante. Von dort die Nordwesthänge unter dem Markkogel gegen Südwesten queren, wobei in dem schütteren Wald bei extremen Bedingungen eine Etappe lawinengefährdet sein kann. Anschließend stößt die Route in eine weite Mulde, die der Länge nach über die Staatsgrenze hinweg durchquert wird. Schließlich kommt man zur Eggenalm und zum Straubinger Haus. Vor dem Alpenvereinshaus links ab und in moderater Steigung nach Osten hinauf. Im weiten, freien Hang nach rechts (gegen Süden) abdrehen und schließlich auf den behäbig wirkenden Brunellenkogel. Dort zeigt sich erstmals der Gipfel. Zu ihm muss man etwa 20 Höhenmeter abwärts rutschen und dann über die weiten, flachen Hänge bis zum Kreuz hinauf.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1020 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSeegatterl (764 m), Parkplatz für Skigebiet Winklmoosalm
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterWer schon als Skitourenneuling seine Grenzen ausreizen will, hat am Fellhorn dazu ausreichend Gelegenheit. Diese sehr ausgedehnte Skitour fordert nämlich eine gehörige Portion Ausdauer, vor allem, wenn man erst einmal eine Aufstiegsspur anlegen muss. Nach stärkeren Schneefällen, wenn die Ski nicht richtig laufen wollen, kann auch die Abfahrt zu einer langen Schieberei werden, und dann sind die Zeitangaben für Aufstieg und Abfahrt nach oben offen . . .
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 14 (Berchtesgadener Land–Chiemgauer Alpen)
VerkehrsanbindungBusverbindung von Bad Reichenhall oder Reit im Winkl; mit dem Auto von der A 8 (Ausfahrt Bernau) über Reit im Winkl oder von Bad Reichenhall nach Seegatterl
GastronomieNattersbergalm; Straubinger Haus (geöffnet in den Weihnachtsferien und von Mitte Februar bis Mitte März)
Tipps
Zur Pistengaudi auf die Steinplatte. Sollte jemand nach der Tour noch immer nicht ausgelastet sein, kann er mit dem Bus vom Seegatterl zur Winklmoosalm hinauffahren und sich zum Austoben in das ausgedehnte Skigebiet Steinplatte begeben.
Informationen
Dauer 5 Std. ('3.30 Std. '1.30 Std.)
Unterkunft
Straubinger Haus (siehe oben)
Tourismusbüro
Reit im Winkl, Tel.: +49(0)8640/80020; www.reit-im-winkl.de
Tags: 
Mehr zum Thema