Die Zillertaler Höhenstraße

Sie ist schmal, kurvenreich, steil, wenig befahren und ein echter Geheimtipp! Wer sich auf den Weg zur Zillertaler Höhenstraße macht, sollte also eine gute Kondition mitbringen. Dafür erhält er dann aber wunderbare Ausblicke und eine tolle Abfahrt. (Autor: Rudolf Geser)
Das Zillertal, welches aus dem Inntal in die Zillertaler Alpen hineinzieht und die Grenze zwischen den Kitzbühler Alpen und den Tuxer Alpen im Westen bildet, ist wohl eines der bekanntesten Alpentäler. Radler sollten das stark befahrene Tal eigentlich eher meiden, wenn es dort nicht die Zillertaler Höhenstraße gäbe, eine Panoramastrecke, die sich an den Hängen der westlichen Talseite zwischen Ried und Hippach in Höhen bis über 2100 m hinaufschlängelt.

Sie ist schmal, kurvenreich, steil und wenig befahren, ein echter Geheimtipp also, der allerdings Steigungen bis 20 % und einen zu bewältigenden Höhenunterschied von 1870 Metern aufzuweisen hat. Wer sich also dorthin auf den Weg macht, sollte neben guter Kondition ruhig auch ein 28er oder 29er Ritzel dabeihaben und auch ein Dreifach-Kettenblatt wäre bei solchen Steigungen nicht verkehrt.

Die kleine Ortschaft Ried (km 0,0), etwa 14 km vom Eingang des Zillertals bei Strass entfernt, ist unser Ausgangspunkt. Die Beschilderung »Zillertaler Höhenstraße« ist gut zu finden und bald verengt sich die Straße auf einen Fahrweg von vielleicht 2,5 bis maximal 3 Meter Breite. Dies wäre nicht besonders schlimm, wenn sie dabei nicht auch noch auf eine Steigung von 15 % zunehmen würde und diese zu allem Überfluss auch noch lange beibehält. Bis zur Mautstelle (km 7,0) nämlich und dort legt sie sich nicht zurück, sondern nimmt ganz im Gegenteil nochmals zu, nämlich bis auf 18 %. Fast zwei Kilometer müht man sich so mehr schlecht als recht nach oben und wer alle Warnungen in den Wind geschlagen hat und nur ein 26er Ritzel dabeihat, bekommt hier die Quittung.

Mit dem Überfahren der Baumgrenze geht endlich auch die Steigung zurück und bei 10 % Steigung hat man endlich auch wieder einen Blick für die schöne Landschaft übrig. Bei der Kaltenbacher Skihütte (km 10,5) kann man rasten und die Aussicht auf die Gletscherfelder der Zillertaler Alpen im Süden genießen, die sich hoffentlich in der Sonne spiegeln, denn bei schönem Wetter macht die ganze Angelegenheit doch wesentlich mehr Spaß.

Bis zur Abzweigung Aschau/Zemmbach (km 14,0) geht es abwärts und wer hier wider Erwarten genug haben sollte, könnte bequem ins Zillertal hinunterrollen. Aber wer den weiten Weg hierher schon auf sich genommen hat, wird dem Verlauf der Höhenstraße Richtung »Hippach/Schwendberg« folgen. Anfangs rollt es noch eben, tief unter uns erkennen wir das silbrig glänzende Band der Ziller, dann steigt die Straße bei km 18,5 wieder an. Dies dann aber auch gleich bis auf 20 %, wobei diese Höchststeigung glücklicherweise aber immer nur kurz beibehalten wird und die längeren, flacheren Abschnitte deutlich überwiegen. Leicht wird es einem aber trotzdem nicht gemacht und man wird froh sein, wenn man die Hirschbichl Alm (km 21,5) erreicht hat. Das urige Berggasthaus bietet eine willkommene Gelegenheit zur Rast, denn wenn es bis zum Ende der Steigungsstrecke beim Arbiskopf-Joch auch nur noch 3,5 km zurückzulegen gilt, werden einem diese nicht ganz leicht gemacht.

Zuerst geht es aber nochmals kurz abwärts, bevor ein 15 %iger Anstieg an den Hängen des Rauhenkopfes hinauf zu einem großartigen Aussichtspunkt (km 23,5) führt, der uns sowohl die Zillertaler Berge als auch den Tuxer Hauptkamm in seiner ganzen Pracht eröffnet. Noch ist der höchste Punkt des Tages allerdings nicht erreicht, dazu bedarf es einer letzten Kraftanstrengung hinauf zum Arbiskopf-Joch (km 25,0) in immerhin bemerkenswerten 2133 Metern Höhe. Bemerkenswert gut sind auch die Germknödel in der Atlas-Sport-Alm, aber auch wer lieber mit etwas Handfesterem seinen Kalorienverbrauch wieder auffrischen möchte, findet bestimmt das Richtige.

Von alkoholischen Getränken wird allerdings abgeraten, denn auf der folgenden Abfahrt hinunter nach Ramsberg wird volle Konzentration gefordert. Das Sträßchen ist nämlich wieder teilweise eng, gewunden und weist immerhin Gefälle bis 17 % auf. Gut 1550 Höhenmeter sind auf den 14,5 km in den Talboden hinabzubremsen und leider ist auch immer wieder mit kleineren Baustellen oder Ausbesserungsarbeiten entlang der Strecke zu rechnen.Glücklich in Ramsberg (km 39,5) angekommen wird einen der Verkehr auf der Bundesstraße 169 dann gar nicht so sehr stören, der uns auf der Rückfahrt bis zum Ausgangspunkt Ried (km 53,0) leider nicht erspart bleibt.

Schwierigkeit: Schwere Radtour mit 20 % Höchststeigung / Schwere Radtour mit 17 % Höchststeigung

Dauer: 2,75 - 4 / 2 - 3,25

Befahrbarkeit: 1. Juni bis 31. Oktober

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour38 km
Höhenunterschied1870 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNordseite – Ausgangspunkt: Ried im Zillertal, 573 m; Anfahrt: Autobahn Kufstein-Innsbruck A 12 (Inntalautobahn), Ausfahrt Achensee Zillertal – Straß – Fügen – Ried im Zillertal Südseite – Ausgangspunkt: Ramsberg im Zillertal, 580 m; Anfahrt: wie Nordseite bis Ried im Zillertal und weiter auf der Bundesstraße 169 bis Ramsberg im Zillertal
Beste Jahreszeit
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Österreich
Höchster Punkt
2133 m

Buchtipp

Rudolf Geser

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