Sentiero Clemente Chiesa

Wer nicht weiß, wo es liegt, das »düstere Tal« (Val Scura), wird den engen Einschnitt südlich von Lévico Terme leicht übersehen – zu viel gibt es auf der Fahrt von Trento ins Val Sugana zu sehen. Da ist natürlich der Caldonazzo-See, eingebettet in Wald- und Wiesengrün, dann die Berge rundum, vor allem die Cima della Vezzana (1908 m) mit ihrem einst befestigten Burgfelsen. Schade. Denn das Val Scura, mehr Schlucht als Tal, ist ein echtes Highlight der Gegend. Vom Wasser in Jahrtausenden geschaffen, liefert es heute als geologischer Aufschluss ein packendes Bild vom Werden und Vergehen der Berge – Geologie, Erdgeschichte zum Anfassen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
7 km
750 m
4.00 h
Sentiero Clemente Chiesa.
An der Rechtskurve (542 m) mit der rot-weißen Markierung »223« geradeaus ins Val Scura, zunächst auf einer Forstpiste, dann auf schmalem Weglein, das mehrfach die Bachseite wechselt. Zur Linken baut sich der Monte Pegolara (1199 m) über seiner von Erosion gezeichneten Steilflanke auf, im Talinnern taucht bald ein Felszacken auf, der den Weiterweg zu versperren scheint. In steilem Anstieg (Sicherungen) gewinnt man den Mini-Sattel im Rücken dieses »Talwächters«; von einer nur wenig höher gelegenen Aussichtskanzel (ca. 1080 m) wird auch der Blick in die obere Kammer der wildromantischen Schlucht frei (schöner Rastplatz; Steigbuch). Nach kurzem Zwischenabstieg (Drahtseil) pas-siert man eine wackelige Holzbrücke; gleich anschließend hilft eine Eisenleiter über einen Aufschwung hinweg. Grandios-beklemmend die Szenerie: ringsum aufgetürmtes, buntes Gestein, bizarre Felszacken, viel Geröll. Der weitere Anstieg in diesem ziemlich »beweglichen« Terrain gestaltet sich zwar etwas mühsam, da und dort ist die Trasse abgerutscht, doch echte Schwierigkeiten bietet die Route keine. Schließlich quert der »Sentiero Chiesa« unter einem stiebenden Wasserfall nach links auf ein Geröllband (Drahtseil), dann geht es steil hinauf zum Rand des Abbruchs (ca. 1200 m). Im Wald flach taleinwärts, über den Rio Bianco und – vorbei an einem Sägewerk – hinauf zur Straße und zum Albergo Monteróvere (1255 m), 2.30 Std.
Abstieg.
Dieser folgt im wesentlichen der ehemaligen »Kaiser-jägerstraße«, wobei sich die weiten Schleifen der Straße abkürzen lassen, Markierung »202«.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied750 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAn der ersten Kehre der ehemaligen »Kaiserjägerstraße«, gut 2 km südlich von Lévico Terme
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterWer nicht weiß, wo es liegt, das »düstere Tal« (Val Scura), wird den engen Einschnitt südlich von Lévico Terme leicht übersehen – zu viel gibt es auf der Fahrt von Trento ins Val Sugana zu sehen. Da ist natürlich der Caldonazzo-See, eingebettet in Wald- und Wiesengrün, dann die Berge rundum, vor allem die Cima della Vezzana (1908 m) mit ihrem einst befestigten Burgfelsen. Schade. Denn das Val Scura, mehr Schlucht als Tal, ist ein echtes Highlight der Gegend. Vom Wasser in Jahrtausenden geschaffen, liefert es heute als geologischer Aufschluss ein packendes Bild vom Werden und Vergehen der Berge – Geologie, Erdgeschichte zum Anfassen. Auch bei Kindern kommt da keinerlei Langeweile auf, hundert bunte Steine im Bachbett, am Geröllhang müssen aufgehoben, betrachtet werden. Grotesk verformte Gesteinsschichten belegen, was für Schubkräfte bei der Entstehung der Alpen wirksam waren; bizarre Sägezahnprofile, Felsausbrüche jüngeren Datums und mächtige Schuttkegel machen den unaufhaltsam voranschreitenden Abbau des Gebirges deutlich. Manche der skurrilen Felsen erinnern entfernt an menschliche Gestalten, und so verwundert es kaum, dass man früher munkelte, es handle sich dabei um versteinerte Hexen.
Hinweise
Die Kulisse – Karl May lässt grüßen!
VerkehrsanbindungLévico Terme (505 m) liegt an der Strecke Trento – Val Sugana. Von der Ortsmitte, Bahnlinie und Schnellstraße (Ausfahrt) kreuzend, südwärts zur Mündung des Val Scura. Parkmöglichkeit an der Straße.
GastronomieAlbergo Monteróvere (1255 m), ganzjährig bewirtschaftet, lokale Küche.
Informationen
Gesamt 4 Std.; »Sentiero Chiesa« 2.30 Std., Abstieg 1.30 Std.

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