Obere Donau - Von Beuron nach Sigmaringen

Kanuwandern inmitten einer der eindrucksvollsten Kulissen, die Deutschland Paddlern zu bieten hat. An den Ufern recken sich hohe, schroffe Felswände gen Himmel und auf diesen bizarren Felsformationen thronen nicht wenige Burgen und Schlösser. (Autor: Michael Hennemann)

Der Wegverlauf

Beuron, der Startpunkt unserer Wochenendtour auf der Oberen Donau, liegt am rechten Ufer einer Donauschleife in einem Talkessel. Berühmt ist der Ort vor allem für seine barocke Klosteranlage, die heute von Benediktinermönchen bewohnt wird. Neben dem Kloster besuchen wir vor dem Lospaddeln noch das Haus der Natur, wo uns eine Ausstellung Einblicke in Landschafts- und Kulturgeschichte der Region bietet und die hiesige Tier- und Pflanzenwelt vorstellt.

Nachdem wir bei der Bootsvermietung unseren Befahrungsschein abgeholt und die Boote zwischen der historischen gedeckten Holzbrücke und der modernen Holzbrücke zu Wasser gelassen haben, kommen wir nach wenigen Paddelschlägen in der nächsten Kurve an ein Messwehr. Die Fallhöhe ist zwar nur gering, aber alle Führer und Karten warnen davor, dass das Wehr konstruktionsbedingt gefährlich sei, und so ziehen wir die Boote rechts über eine Wiese am Wehr vorbei.

Danach paddeln wir durch eine herrliche Landschaft zunächst an einer Steinbrücke, etwa zwei Kilometer später an einer Radwegbrücke und kurz danach an einer Eisenbahnbrücke vorbei. Wenig später ist das Wehr an der Kapelle St. Maurus erreicht. Wir legen links vor dem Wehr an und tragen die Boote durch den Klostergarten, um unterhalb des Wehres wieder einzusetzen.

Am rechten Ufer passieren wir ein Naturdenkmal, die Höhle Roter Brunnen, dann thront vor uns, auf einem besonders hoch und steil aufragenden Ufer, Burg Wildenstein. Bei diesem majestätischen Anblick wundert es uns kaum, dass die Burg in ihrer tausendjährigen Geschichte nicht von Feinden eingenommen werden konnte. Heute ist die Burg als Jugendherberge fest in der Hand von Schulklassen.

Etwa 1 km hinter der nächsten Radwegbrücke ist das Wehr in Talhof erreicht, das wir rechts umtragen müssen. Kurz hinter der Portage lädt am rechten Ufer eine Feuerstelle mit Tischen und Bänken zu einer ausgiebigen Pause ein.

Danach zieht am linken Ufer Langenbrunn vorbei, darüber erhebt sich Schloss Werenwag. Das Schloss wurde im 11. Jahrhundert erbaut, ist heute Privatbesitz der Fürsten von Fürstenberg und nicht zu besichtigen. Nach einer neu gebauten Brücke (2005 - Baustelle) erreichen wir Hausen im Tal. An der Steinbogenbrücke am Ortsbeginn entscheiden wir uns für einen der beiden mittleren Bögen. Davor liegt rechts am Ufer eine schöne Feuerstelle mit gemütlichen Sitzgruppen. Wer Abwechslung zum Paddeln braucht, findet dahinter eine Minigolfanlage. Etwa 300 m hinter der Brücke liegt am linken Ufer, direkt gegenüber einer steil aufragenden Kalksteinfelsenwand, der Campingplatz. Der Ausstieg befindet sich am unteren Ende des Geländes.

Nach der Brücke in Neidingen führt uns die Donau in einem leichten Bogen vorbei an der imposanten Felswand Schaufelsen und an der folgenden Brücke ist das nächste Hindernis erreicht, das Wehr in Neumühle. Gleich hinter der Brücke legen wir am rechten Ufer an, umtragen die Boote und lassen Sie unterhalb der Betonmauer wieder zu Wasser.

Die nächste Ortschaft auf der Route, Thiergarten, kündigt sich durch eine Eisenbahnbrücke an, dann folgt die St. Georgsbrücke. Davor weisen zwei gekreuzte Paddelblätter an einer Treppe am rechten Ufer auf die Ausstiegstelle Kälberwiese hin.

Gut 1 km weiter – ein Holzsteg führt Radwanderer über die Donau – blickt uns von rechts oben der historische Gutshof Käppeler entgegen. Dazu gehört auch die romanische St. Georgskapelle, die laut Reiseführer den Superlativ »kleinste Basilika nördlich der Alpen« für sich verbuchen kann.
In der nächsten Flussschleife passieren wir zunächst eine Eisenbahn-, dann eine alte Holz- und erneut eine Eisenbahnbrücke, bis sich vor uns Schloss Gutenstein scheinbar senkrecht über der Donau erhebt. Das Wehr in Gutenstein kann von geübten Paddlern befahren werden. Es empfiehlt sich, die Spritzdecke zu schließen, sonst wird es sehr nass im Boot. Wer das Wehr lieber umtragen möchte, kann die Boote entweder über die Wehrkrone heben oder links umtragen. Die offizielle Anlegestelle liegt links an der Straßenbrücke im Ort.

Vorbei an drei Jugendzeltplätzen, einer Holzbrücke des Radwanderweges und einer Eisenbahnbrücke erreichen wir das Wehr in Dietfurt, das links oder rechts umtragen werden kann. Eine Befahrung erscheint nur wenig ratsam, da am Wehrfuß zahlreiche große Steine den Weg versperren. Linker Hand passieren wir einen weiteren Jugendzeltplatz, an der Brücke in Dietfurt laden am rechten Ufer ein Rastplatz und eine Gartenwirtschaft zu einer Pause ein.

Einen weiteren Rastplatz passieren wir gut 1 km später, dann mündet von links die Schmeie in die Donau. Rechts hinter der nächsten Straßenbrücke grüßt das Städtchen Inzighofen, wenig später der malerische Amalienfelsen. Er ist benannt nach Fürstin Amalie Zephyrine von Hohenzollern, die den Park des Klosters in Inzighofen im 19. Jahrhundert anlegen ließ.

Vor der Straßenbrücke in Laiz liegt am linken Ufer die Anlegestelle. Das Klappenwehr im Ort ist unbefahrbar. Eine Bootsgasse rechts zwischen Wehr und Fischtreppe erspart uns eine Portage. Mit Laiz findet die Donau auch den Ausgang aus ihrem Durchbruch der Schwäbischen Alb. Die steilen Kalksteinfelsen lockern ihre Umarmung und die Donau schwingt in weichen Bögen durch Wiesen und Felder.

Die Straßenbrücke der B313 kündet Sigmaringen an, wo wir unter Aufsicht des prachtvollen Hohenzollernschlosses unsere Tour beenden. Das Schloss wurde im 11. Jahrhundert als Burg erbaut, im 16. und 17. Jahrhundert als Residenzschloss ausgebaut und beherbergt heute mehrere Museen. Links hinter der Straßenbrücke liegen Freibad und Campingplatz. Das Anlegen und Aussteigen ist hier nur Campern erlaubt. Eine weitere Aussatzstelle finden wir ein paar Brücken später, etwa einen Kilometer flussab an einer Treppe an einem Parkplatz am linken Ufer. Die Entfernung von hier zur Jugendherberge in Sigmaringen beträgt etwa 700 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStraßenbrücke in Beuron, direkt am Ortseingang noch vor Kloster und Touristeninformation
EndpunktAm Campingplatz in Sigmaringen
TourencharakterDie Donau ist noch jung, gerade haben sich Brigach und Breg bei Donaueschingen die Hände gereicht, da stellt sich ihr auf dem Weg Richtung Schwarzmeer schon ein Hindernis entgegen. Seit 40 Millionen Jahren hat die Donau daher an der Schwäbischen Alb geknabbert. Mit Erfolg - Bis zu 300 m tief hat sie sich in den Kalk gefressen. Da die obere Donau nicht schiffbar ist, können Kanuten völlig ungestört von Motorbooten und Ausflugsdampfern die naturbelassene Landschaft genießen und die majestätische Kulisse auf sich wirken lassen.
Befahrbarkeit.

Ganzjährig, Einschränkung siehe unten

Befahrungsregeln:
Der Donauabschnitt zwischen Beuron und Sigmaringen ist weitgehend naturnah und nur wenig verbaut. Die steigende Beliebtheit als Kanufluss blieb nicht folgenlos und so regelt eine Rechtsverordnung des Landratsamtes Sigmaringen die Befahrung. Vom 15.2. bis 30.9. jeden Jahres sind die Bootsfahrten pro Tag kontingentiert. Daher ist eine Anmeldung erforderlich. Den Befahrungsschein erhalten Sie bei der Bootsvermietung Brandenburger in Beuron, Tel.: 07466/1525, Fax 910486. Darüber hinaus ist ein Mindestpegel in Beuron von 50 cm nötig. Maßgeblich ist der Pegel um 8 Uhr, Pegelauskunft unter Tel.: 07466/19700. Der Start einer Tour sollte zwischen 9 und 14 Uhr erfolgen, spätester Zeitpunkt für den Ausstieg ist 18 Uhr. Das Ein- und Aussteigen ist nur an den gekennzeichneten Stellen in Beuron, Hausen im Tal, Thiergarten und Gutenstein gestattet.
Hindernisse.

Insgesamt sieben Wehre, alle Wehre sind kurz und problemlos zu umtragen, ein Wehr ist für erfahrene Kanuten befahrbar, eines ist mit einer Bootsgasse ausgestattet.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungAutobahn A81 bis zur Ausfahrt Tuningen, anschließend auf der B523 nach Tuttlingen und weiter auf der B311 Richtung Messkirch; in Neuhausen oder Worndorf links ab Richtung Beuron. Transfer - mehrere Busverbindung pro Tag mit der Linie 7450 von Sigmaringen nach Tuttlingen, aktuelle Fahrplaninfos beim Verkehrsverbund Neckar-Alb Donau unter Tel.: 01805/779966 oder unter www.naldo.de
GastronomieGasthäuser in Beuron, in Hausen im Tal, am Wehr Neumühle, in Thiergarten, am Gutshof Käppeler, in Gutenstein und Sigmaringen; Gartenwirtschaft bei der Mühle Dietfurt
Verleih
Bootsvermietung Brandenburger in Beuron, Tel. - 07466/1525 www.brandenburger-bootsvermietung.de, Bootsvermietung Kohler in Beuron, Tel.: 07466/10, www.bootsvermietung-kohler.de; Besi Kanu & Sport in Thiergarten, Tel.: 07570/550, www.besi-kanu.de
Informationen
Schwäbische Alb. Der Mittelgebirgszug der Schwäbischen Alb erstreckt sich vom Südwesten Baden-Württembergs bei Donaueschingen bis zur bayerischen Grenze des Bundeslandes nordöstlich von Ulm. Die Donau bildet die südliche Grenze dieser Schichtstufe des Süddeutschen Schichtstufenlandes, die das größte zusammenhängende Karstgebiet in Deutschland darstellt. Tief eingreifende Täler, schroffe Felsformationen, Quelltöpfe, Höhlen und Grotten – wegen ihrer landschaftlichen und erdgeschichtlichen Vielfalt wurde die Schwäbische Alb Anfang 2003 als Nationaler GeoPark in Deutschland ausgezeichnet. Ein Besuch der Schwäbischen Alb lohnt aber nicht nur für geologisch Interessierte, auch Freizeitsportler kommen auf ihre Kosten. Es gibt zahlreiche markierte Wander- und Radwege und vielfältige Wintersportmöglichkeiten zu entdecken. Weitere Infos unter www.schwaebischealb.de
Unterkunft
Campingplatz Wagenburg in Hausen im Tal, Tel. - 07579/559; Ferienwohnung und Gruppenraum ab 3 Personen im renovierten Bahnhof Thiergarten bei Besi Kanu & Sport, siehe Kanuverleih; Campingplatz (Tel.: 07571/50411, www.campingplatz-sigmaringen.de) und Jugendherberge (Tel.: 07571/ 13277, www.jugendherberge-sigmaringen.de) in Sigmaringen
Tourismusbüro
Verkehrsamt Beuron, Rathaus, 88631 Rathaus, Tel.: 07466/214, www.beuron.de; Stadtverwaltung Sigmaringen, Fürst-Wilhelm-Straße 15, 72488 Sigmaringen, Tel.: 07571/1060, www.sigmaringen.de

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