Von Schwaan nach Rostock

Idyllische Fahrt auf reizvollen Landsträßchen durch weites, hügeliges Ackerland. Während der komplett geteerten Radtour durch kleine Weiler werden Sie selten von Autos gestört. Dies ändert sich erst kurz vor Rostock.
18 km
60 m
2.00 h
Von Schwaan nach Pölchow.
Das Tal der Warnow in Schwaan nach Norden verlassen und bergauf nach Benitz radeln. Die Richtung beibehalten und von Wahrstorf nach Pölchow fahren.
Los geht es auf der Rostocker Straße, die uns bereits das heutige Etappenziel ankündigt. So radeln wir zum nördlichen Ende von Schwaan (Bhf.) , wo wir durch eine weite Felderlandschaft bergan klettern. Der erste Wegpunkt ist das vier Kilometer entfernte Benitz. Hier folgen wir am Ortseingang der Schwaaner Landstraße in das Dorf hinein. An der Feuerwehr radeln wir geradeaus in den Huckstorfer Weg, der uns durch eine schöne Baumallee ins nahe Huckstorf hinunterbringt. Nun schwenken wir links auf den Radweg und folgen der stetig ansteigenden Dorfstraße nach Norden. Die nächste Straßensiedlung, die wir erreichen, ist Wahrstorf. Hier nutzt man die Hucksdorfer Straße, die im angrenzenden Dorf Pölchow auf die Rostocker Straße überleitet.
Von Pölchow nach Rostock.
A 20 unterqueren, Niendorf passieren, um anschließend links in Groß Stove einzufahren. Rechts ab und der Gemeinde den Rücken in Richtung Nordost kehren. Geradewegs durch den Stadtteil Biestow und dort bis zum Südring rollen. Rechts auf dem Radweg und den Schildern nach ins Zentrum von Ros - tock fahren.
Wir durchqueren Pölchow auf der Rostocker Straße und überschreiten hinter dem Ort die A 20. Nun nimmt der Verkehr deutlich zu. Wir radeln auf dem Radweg entlang der L 132A und erreichen Niendorf, wo wir der Pölchower Straße folgen. Als Nächstes biegen wir rechts in die Buchholzer Straße und queren an einer Ampelan- lage die große Fernstraße, der wir links auf dem Begleitradweg folgen. Nach 600 Metern lenkt uns das nächste Radelschild ins linker Hand gelegene Groß Stove. Wir durchfahren den Ort auf der Straße Am Hopfenbruch, die einen Rechtsknick vollführt und uns ins nahe gelegene Biestow bringt. Ab der Ortseinfahrt läuft die Groß Stover Straße hinunter zu der am 28. Oktober 1298 geweihten Dorfkirche Biestow .
Nach dem Gotteshaus setzt sich die Etappe geradeaus auf dem abschüssigen Biestower Damm fort, der uns in den Rostocker Ortsteil Südstadt hineinführt. Dort nutzt man die Robert-Koch-Straße und biegt an der Ampel auf den Radweg der L 132 Südring nach rechts ein. Zum Schluss halten wir uns konsequent an den eingeschlagenen Kurs, fahren nach 1,5 Kilometern über die Schienen und halten uns an die Straße Am Vögenteich. Wenn wir stets den Schildern in Richtung Zentrum gefolgt sind, erreichen wir den Schröderplatz, dem sich rechts hinter dem Kröpeliner Tor die Fußgängerzone von Ros - tock (Hbf.) anschließt, womit wir das Herz der alten Hansestadt erreicht haben.
Rundgang durch Rostock.
Die Hansestadt Rostock erstreckt sich am Ufer der Unterwarnow. Im späten 12. Jahrhundert taucht zum ersten Mal der Name »Roztoc« auf, ein slawischer Handelsplatz, und blühte um 1400 als eine der wichtigsten Hansestädte auf. Die Stadt litt im Zweiten Weltkrieg stark unter der Bombardierung der Alliierten. In den 1990er-Jahren wurde viel an der Stadt gebaut, unter anderem hat man den historischen Stadtkern aufwendig saniert. Die schönen Giebelhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erstrahlen nun im neuen Glanz.
Unseren Stadtrundgang beginnen wir am Kröpeliner Tor (A), dem prächtigsten von einst 22 Stadttoren. Wir spazieren durch die Fußgängerzone bis zum Universitätsplatz. Beliebter Treffpunkt am Platz ist der beckenlose Brunnen der Lebensfreude (B) mit seinen Bronzefiguren. Das mit Terrakotta verzierte Hauptgebäude der Universität (C), die Leuchte des Nordens, blickt auf eine fast 600- jährige Geschichte zurück. Hinter dem Gebäude befindet sich die Klosteranlage zum Heiligen Kreuz (D). Das ehemalige Zisterzienserinnenstift beherbergt heute das kulturhistorische Museum. Dieses bewahrt eine der umfangreichsten kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen Mecklenburg-Vorpommerns.
Am Neuen Markt kann man sich an den Marktständen mit frischem Obst eindecken. Das stattliche Rathaus (E) an der Ostseite des großen Platzes entstand im 13. Jahrhundert. Verschiedene Baustile prägen das Gebäude. Die gotische Schauwand mit ihren sieben Türmen wird größtenteils von einem barocken Vorbau verdeckt. Hinter dem Rathaus steht das Kerkhoffhaus (F), eines der ältesten und schönsten Backsteingiebelhäuser Rostocks. Die Marienkirche (G) am Ziegenmarkt ist die bedeutendste Kirche der Hansestadt. Um 1230 begann man mit deren Bau und schloss erst Mitte des 15. Jahrhunderts damit ab. Die kostbarsten Schätze der Kirche sind das bronzene Taufbecken aus der Zeit um 1290 und die astronomische Uhr von 1472.
Als eines der herausragendsten Bauwerke im Stil des Historismus gilt das am Steintor (H) gelegene Ständehaus (I) von 1889. Das mit Türmchen, Ziergiebeln und Figuren verzierte rote Backsteinhaus beherbergt heute das Oberlandesgericht. Vom ehemaligen Haupttor, dem Steintor, folgen wir der Stadtmauer mit dem Lagebuschturm (J) bis hin zum Kuhtor (K), dem ältesten Stadttor Mecklenburgs. Vorbei an der Nikolaikirche (L) gelangen wir zum Alten Markt mit der Pet - rikirche (M). Von der Aussichtsplattform des 117 Meter hohen Turms, der über Jahrhunderte Landmarke für Seeleute war, genießt man ein herrliches Panorama über die Stadt und den Flusslauf der Warnow. Das Mönchentor (N) ist das letzte erhalten gebliebene Strandtor mit Zugang zum Hafen.
Wir flanieren zum Schluss unseres Rundganges an der Promenade des Stadthafens (O) entlang. Die verschiedensten Jachten und Segelboote schaukeln leicht im Wasser und im Hintergrund erheben sich hohe Backsteinspeicherhäuser (P). Am Liegeplatz Nr. 83 liegt der stärkste Eisbrecher (Q) Deutschlands, die »Stephan Jantzen«. Das Schiff kann besichtigt werden. Am Museumshafen (R) lassen wir unsere Beine an der Hafenkante baumeln und beobachten die alten Schiffe aus längst vergangener Zeit.
Abstecher nach Warnemünde.
350 abwechslungsreiche Radkilometer liegen nun hinter uns und so haben wir uns einen Tag am Meer redlich verdient. Von Rostock aus ist es nur einen Katzensprung zum beliebten Ostseebad Warnemünde (Bhf.), das mit einem makellos weißen Sandstrand aufwarten kann. Ob Sie die kurze Strecke mit dem Fahrrad zurücklegen oder mit der S-Bahn bewältigen, ist Ihnen überlassen. In dem Küstenort kann man in einem der vielen Strandkörbe wunderbar die Füße hochlegen. Die bequeme und windtaugliche Sitzeinrichtung wurde übrigens 1882 in Rostock erfunden. Vom Leuchtturm aus hat man einen wunderbaren Rundumblick über den Ort, die Hafeneinfahrt und die Ostsee. Bei einem Kaffee kann man vom Teepott aus die vorbeiziehenden Schiffe beobachten, die geschützt durch die Westmole und die Ostmole hindurchfahren. Beim Flanieren über den Alten Strom, an dem die Jachten leicht an den Kai schlagen und die Gaststätten in den hübschen Giebelhäusern zu einem Besuch einladen, spürt man die Atmosphäre vergangener Zeit.

Etappen auf einen Blick.
km 0 Schwaan, ansteigend das Tal der Warnow verlassen, km 4 Benitz, Huckstorf, Wahrstorf, Pölchow und Niendorf werden durchfahren, km 12 Groß Stove, leichte Abfahrt, in Rostock gibt es gute Radwege, km 18 Rostock, im Mittelalter bedeutende Hansestadt mit vielen, Sehenswürdigkeiten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied60 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortSchwaan
AusgangspunktSchwaan
EndpunktRostock
TourencharakterAuch heute setzt sich anfangs die wellige Landschaft fort. Die Etappe ist mit mehreren Hügeln gespickt, die über kleine Nebenstraßen führen. Am Ende der Tour erwartet uns mit der prächtigen, an der Mündung der Warnow gelegenen Hansestadt Rostock der nächste kulturelle Höhepunkt unserer Reise in den Norden.
Hinweise
Bademöglichkeiten entlang der Strecke.
KartentippTopografische Karte 1:50 000, L2138 Schwaan, ISBN 978-3-8618-2074-1, www.laiv-mv.de
VerkehrsanbindungSchwaan lässt sich problemlos mit der Deutschen Bahn erreichen. Mit dem Auto die A 19 über die Abfahrt Laage verlassen und auf Landstraßen zur Kleinstadt Schwaan.
GastronomieRostock: Ratskeller, im Rathaus am Neuen Markt, Tel. 0381/510 84 60; Zur Kogge, Wokrenter Str. 27, Tel. 0381/493 44 93; Silo 4, Am Strande 3, Tel. 0381/ 458 58 00.
Verleih
Rostock: Bike Market, Großer Katthagen 2–4, Tel. 0381/490 20 50; Radhaus Ros - tock, Friedhofsweg 3, Tel. 0381/ 45 52 03; Little John Bikes, Doberaner Straße 114– 116, Tel. 0381/403 39 33.
Unterkunft
Rostock: Hotel Rostock Apartment, Große Wasserstr. 10, Tel. 0381/ 44 43 80 90,www.rostock-apartment.de; Steigenberger Hotel Sonne, Neuer Markt 2, Tel. 0381/49730, www.steigenberger.com; Hanse Hostel, Doberaner Str. 96, Tel. 0381/25 29 99 80, www.hanse-hostel.de
Tourismusbüro
Tourist-Information Rostock, Neuer Markt 3, Tel. 0381/381 22 22, www.rostock.de

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