Entlang der Isar durch München

Steigungen sind eine Seltenheit, stärkerer Verkehr auch. Dafür viel Grün, schöne Radwege und attraktive Anziehungspunkte. Zusammen ergibt das eine leichte und besonders genussvolle Radtour mitten durch München. (Autor: Armin Scheider)
32 km
60 m
3.00 h
Rund um den Marienplatz gibt es zahlreiche hochrangige Sehenswürdigkeiten, die man vor oder nach der Tour besichtigen kann. Faszinierend der Gang über den Viktualienmarkt, wo es fast alles gibt, was das Herz begehrt, für Gourmets ebenso wie für normale Geschmäcker. Wenn Sie genügend Zeit haben, lässt sich das bunte Treiben am besten vom Biergarten in der Mitte des Marktes beobachten. Nächstes Highlight ist der Flaucherpark zwischen Isar und Großem Stadtbach, wo Sie verkehrsfrei in einer Parklandschaft radeln und schöne Ausblicke auf die Isar haben. Zu den beliebtesten Biergärten Münchens zählt der »Flaucher«, der sich schon von weitem durch Grillgeruch ankündigt. Gleich nebenan eine Sportwiese, auf der sich Kinder und Erwachsene austoben können. Landschaftlich besonders reizvoll sind die Uferwege vor der Marienklausenbrücke und nach Hinterbrühl, aber auch der Hinterbrühler Park, in dem See und Bewachsung stimmungsvolle Bilder erzeugen. Wenn Sie die Großhesseloher Eisenbahnbrücke erreicht haben, bieten sich von dort zwei besonders lohnende Abstecher an: Einmal zur Großhesseloher Waldwirtschaft ca. 700 m südlich der Brücke auf dem Hochufer der Isar. Sie gilt mit als schönster Biergarten Münchens und ist als Treffpunkt seit Jahren »in«. Ihre besonderen Merkmale: Reichhaltige Gastronomie à la Bavaria, dazu Jazz à la New Orleans und viel Prominenz. Ungefähr genauso weit weg von der Eisenbahnbrücke liegt auf dem Ostufer die Filmstadt Geiselgasteig. Dort können Sie an der eineinhalbstündigen Bavaria-FilmTour teilnehmen und dabei in die Welt des Films eintauchen. Nun ein Lob an den parkartigen Grünstreifen am Isarhochufer, in dem es sich wirklich genussvoll radeln lässt. Erster Anziehungspunkt indessen ist der Biergarten Menterschwaige, ein großer und gepflegter Betrieb, in dem einst Lola Montez wohnte und von König Ludwig I. zum Schäferstündchen aufgesucht wurde. Weltgeltung hat der Tierpark Hellabrunn, übertroffen an Bedeutung jedoch noch vom Deutschen Museum, das als größtes technisch-naturwissenschaftliches Museum der Welt gilt. Historische Originale und ungezählte Exponate und Modelle gewähren Einblick in fast alle Gebiete der Technik. Passiert werden auf dieser Etappe als Nächstes das Maximilianeum, Sitz des bayerischen Landtags und Senats und Internat für Einser-Abiturienten sowie der Friedensengel an der Prinzregentenbrücke, ursprünglich als Denkmal zur 25. Wiederkehr des Sieges über Frankreich 1871 gedacht, später dann als Friedensdenkmal errichtet. Zwischen Prinzregenten- und Max-Joseph-Brücke sind auch zwei Abstecher überlegenswert: An der Ecke Prinzregenten-/ Ismaninger Straße (ca. 300 m vom Uferweg) steht die 1898 errichtete und architektonisch sehenswerte Stuckvilla, die seit den 60er Jahren das Jugendstilmuseum beherbergt. 300 m von der Max-Joseph-Brücke entfernt, liegt am Bogenhausener Kirchplatz die sehenswerte St. Georgs-Kirche, umschlossen von einem stimmungsvollen dörflichen Friedhof, auf dem viele bekannte Münchner ruhen, z. B. Hans Knappertsbusch, Liesl Karlstadt, Karl Valentin und Erich Kästner. Ein Genuss ist es auch, durch den Herzogpark zu radeln. Gepflegte Parkatmosphäre und repräsentative Villen namentlich an der Heinrich-Mann-Allee veranlassen uns immer wieder, stehen zu bleiben und die Szene zu bewundern. In dieser Gegend gibt es auch zwei gehobene Biergärten, die seit vielen Jahren einen Namen in München haben: Der Betrieb im Grüntal, nur einen Steinwurf vom Stauwehr entfernt, und die Emmeramsmühle in der Nähe des Hölzernen Stegs. Einen sehr guten Ruf genießt der Aumeister, ehemals königliches Aujägermeisterhaus von 1810 und ein echter Münchner Traditionsbiergarten. Die Route am Schwabinger Bach verläuft durch die Hirschau, einen schönen Landschaftsgarten in nördlicher Verlängerung des Englischen Gartens. Nach Querung des Isarrings (Mittlerer Ring) Eintritt in den Englischen Garten. 1789 angelegt, ist er heute nicht nur die größte in sich geschlossene Grünanlage einer deutschen Großstadt, sondern zählt auch zu den schönsten Stadtparks Europas. Landschaftlich besonders reizvoll fügt sich der um 1800 angelegte Kleinhesseloher See ein, an dessen Ufer das Seehaus und sein beliebter Biergarten liegen. Bayerische Schmankerln mit Blick auf Park und See, das gibt es in München nur selten. Seltenheitswert besitzt auch der Biergarten am Chinesischen Turm. Er übt nämlich Anziehungskraft aus wie kaum ein anderer, seine Besucherscharen sind so bunt gemischt wie nirgendwo in München und seine Blasmusik am Wochenende ist ebenfalls eine Rarität. Übrigens: Der Turm wurde im 18. Jh. errichtet, 1944 zerstört und 1952 rekonstruiert. Etwas weiter südlich der Monopteros, 1838 auf einem Hügel mit Blick auf die Altstadt entstanden, ein kleiner Rundtempel, der den Wittelsbachern als Förderern des Englischen Gartens gewidmet ist. Vom Hofgarten aus lohnt noch ein Blick auf das Prinz-Carl-Palais, das einmal »schönster Aristokratensitz Münchens seit Cuvilliés' Bauten« genannt wurde, auf die Bayerische Staatskanzlei und den Hofgarten selbst.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied60 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMarienplatz.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterWir radeln mitten durch München und doch ist von Verkehr und Hektik so gut wie nichts zu spüren. Dafür umso mehr vom Reiz gepflegter Parkanlagen, von der Faszination bekannter Münchner Baudenkmäler und der Verlockung durch gemütliche Biergärten.
Beste Jahreszeit
KartentippStadtplan München.
MarkierungenRadschilder (siehe Tourenverlauf).
VerkehrsanbindungMit Auto nicht zu empfehlen wegen akuter Parkplatznot. S-Bahn: Mit allen S-Bahnen sowie U 3/U 6.
GastronomieRund um den Marienplatz: Diverse Gasthöfe und Cafés, sonst: siehe Tourenbeschreibung.
Tipps
Lustiger Auftakt oder Abschluss der Radtour könnte ein Besuch im Valentin-Musäum im Isartorturm sein. Es gibt Einblick in das Leben und Werk der Münchner Komiker Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Die Sammlungen umfassen auch Zeugnisse von über 400 Münchner Komikern und Volkssängern sowie eine Münchner »Curiositätenschau«. So leicht die Radtour auch sein mag, eine Abkühlung vor allem an heißen Tagen kann nicht schaden. Badegelegenheit bietet sich entlang der Route im Freibad Maria Einsiedel gut 500 m nach der Thalkirchener Brücke und im Schyrenbad nahe der Wittelsbacher Brücke; außerdem an verschiedenen Stellen der Isar, das aber inoffiziell und auf eigene Gefahr.
Verleih
Radverleih P. Holder im Hauptbahnhof (bei Gleis 31), Arnulfstr. 3 (Mai–Mitte Oktober täglich 10–18 Uhr), Tel. 089 / 59 61 13, Fax 089 / 59 47 14. Radverleih und Stadtführungen Spurwechsel, Ohlmüllerstr. 5, Tel. 089 / 692 46 99.
Informationen
Nicht weit vom Marienplatz steht das Wahrzeichen von München: die Frauenkirche von Jörg von Halspach, bedeutendster Sakralbau Münchens. Die 100 m hohen Türme mit Kuppelhauben sind weltweit bekannt. Die dreischiffige Innenhalle birgt kostbare Ausstattungsstücke (bemalte Glasfenster, Flügelaltar, Schnitzfiguren, Grabmonument Kaiser Ludwigs des Bayern). Tourenverlauf in Stichpunkten: Marienplatz – Großhesselohe (Wegweisend sind grünweiße Radschilder Richtung Pullach / Wolfratshausen): Marienplatz – Viktualienmarkt nach Süden überqueren (schieben!) – auf Reichenbach- und Fraunhoferstraße zur Wittelsbacher Straße, dort Radweg nach rechts – Einfahrt in den Flaucherpark – Mittleren Ring unterqueren – Flaucher Biergarten – über den Werkkanal und an der Hans-Preißlinger-Straße links – Thalkirchener Brücke unterqueren und weiter auf Radweg – Zentralländstraße und gleich links auf Uferweg – vorbei an der Marienklausenbrücke – Einfahrt in den Hinterbrühler Park – Hinterbrühler See – Conwentzstraße links ab – 600 m danach links auf Uferweg – Großhesseloher Eisenbahnbrücke, hochschieben und überqueren. Großhesseloher Brücke – Aumeister (Maßgebend sind hier die Radschilder Richtung Ludwigsbrücke, Englischer Garten und Aumeister): Ostausgang Großhesseloher Brücke – dort auf den Hochuferweg (Hochleite) in Nordrichtung –am Biergarten Menterschwaige vorbei – zur Marienklausenbrücke hinunter – am Tierpark Hellabrunn entlang – Weiterfahrt auf Ufersträßchen zum Deutschen Museum – nacheinander Ludwigs-, Maximilians-, Luitpold- und Max-Joseph-Brücke unterqueren – auf Uferweg im Herzogpark bis zum Stauwehr – Stauwehr rechts umfahren – über den Mittleren Isarkanal – auf Mittlerer Isarstraße zum Hölzernen Steg und darüber – an der nächsten Gabel rechts zum Aumeister. Aumeister – Marienplatz: Aumeister – 100 m zurück zur Brücke über den Schwabinger Bach – danach rechts ab und gut 3 km am Schwabinger Bach entlang – Seehaus am Kleinhesseloher See – weiter nach Süden zum Chinesischen Turm – an der Ostseite des Monopteros vorbei – Kreuzung am Prinz-Carl-Palais unterqueren – Einfahrt in Hofgarten – Odeonsplatz – auf Residenz- und Dienerstraße zurück zum Marienplatz.
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt München, Sendlinger Str. 1, 80331 München, Tel. 089 / 23 39 65 00, Fax 089/23 33 02 33, E-Mail: tourismus@muenchen.de, Internet www.muenchen-tourist.de

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