Wandern in der Region Dachstein-Schladming – Wasserfälle, Stollen und mehr

Im oberen Ennstal gelegen, nur knapp zweieinhalb Autostunden von München entfernt, eröffnet sich Bergfans in der Region Dachstein-Schladming eine wahrhaft riesige Wanderwelt. Rund 1000 Kilometer markierte Wanderwege und zwanzig Klettersteige machen die Zusammenstellung eines Urlaubsprogramms zur Mammutaufgabe. Wer sich jedoch schon einige Zeit vor dem Urlaub mit seinen Optionen beschäftigt, wird neben ganz gewöhnlichen Wanderungen auch die eine oder andere Besonderheit entdecken.
 
 Wasserfälle und mehr erwarten Wanderer auf dem Themenweg „Wilde Wasser“. © Lumix (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Wasserfälle und mehr erwarten Wanderer auf dem Themenweg „Wilde Wasser“.

Tageswanderung „Wilde Wasser“  

Eine dieser Besonderheiten ist der Wanderweg „Wilde Wasser“. Viele Reisende, die sich mit dem Wandern in Österreich auskennen, schätzen diese Wanderung, denn sie verbindet die klassische Bergnatur mit tosenden Wasserfällen, Bächen und Flüssen.  

Wer den Themenwanderweg erkunden möchte, startet am Kraiterparkplatz in Schladming und folgt anschließend der Talbachklamm Richtung Untertal-Dorf. Hier ist die Landschaft von grünen Wiesen geprägt und ermöglicht einen sanften Einstieg in die rund fünf bis sechs Stunden lange Tour. Von der „Alten Mühle“ aus geht es weiter zum „Toteisboden“ mit seinen zahllosen alpinen Pflanzen und Blumen, die besonders in Frühling und Sommer blühen. Eine Begegnung mit der ruhigen Seite des Talbaches folgt dann am „Tettermoor“: An dieser Stelle hat sich die typische Weidelandschaft in ein uriges Moor verwandelt und lädt zu einer ersten kurzen Rast ein.

Nach der Rast geht es weiter zum Parkplatz Seeleiten, an dem sich zwei Optionen zur Fortsetzung der Wanderung eröffnen. Einerseits können Wanderer von hier aus den Forstweg bis zum Riesachsee nutzen, während für ambitionierte Bergprofis ein Steig durch die Höllschlucht mit mehr als 500 Stufen wartet. Der Riesachwasserfall, einer der höchsten Wasserfälle der Region, sorgt in beiden Fällen für Abwechslung. Wer dem Steig folgt, kann außerdem auch die rund fünfzig Meter lange Hängebrücke begehen und genießt von hier aus malerische Ausblicke auf den darunterliegenden Wildbach.  

Am Riesachsee angekommen bietet sich die entspannte Talwanderung über den bereits erwähnten Forstweg an. Dieser führt zurück zum Parkplatz Seeleiten, von wo aus die restliche Wanderung zurück nach Schladming erfolgt. Detaillierte Online Wanderkarten finden Interessierte unter www.schwaigerhof.at.  

Wer den Alpinsteig entlang der Höllschlucht nutzen möchte, muss seit 2017 eine Gebühr entrichten. Diese gilt für die Strecke nach der Hängebrücke und ist in der Sommercard bereits enthalten. Urlauber, die keine Sommercard haben, zahlen: 
  • für Erwachsene: 5 Euro
  • für Kinder: 1,50 Euro

Stollenwanderung unter der Erde  

Aus luftigen Höhen tief unter die Erde geht es für Urlauber bei einer Tour durch den Silberbergbaustollen „Bromriesen“. Wanderer entdecken diesen Stollen jedoch nicht auf eigene Faust, sondern in Begleitung eines fachkundigen Führers, der für die Sicherheit aller Anwesenden sorgt. Die Kosten für eine geführte Tour unterscheiden sich je nach Besitz oder Nicht-Besitz der Sommercard:
 
  mit Sommercard ohne Sommecard
Erwachsene 15 Euro 18 Euro
Kinder 8 Euro 11 Euro

Während der Sommersaison finden die Führungen mittwochs um 13:45 Uhr und freitags um 9:30 Uhr statt. Alle Teilnehmer müssen sich vorab beim Tourismusverband anmelden.

Die Wanderung durch den Stollen dauert insgesamt etwa 3,5 Stunden und führt zunächst über Leitern unter die Erde und im Anschluss durch das Stollensystem. Für eine bessere Sicht werden alle Wanderer mit Stirnlampen versorgt. Da es sich um eine vergleichsweise anspruchsvolle Tour handelt, die Trittsicherheit erfordert, sollten Familien erst mit Kindern ab einem Alter von sechs Jahren teilnehmen.  


Wanderschuhe, die über die Knöchel reichen, bieten bei der Stollentour besseren Halt. (Quelle: Pezibear/pixabay.com)

Außerdem erforderlich für die Tour unter der Erde sind knöchelhohe Wanderschuhe und eine gute Hose (am besten lang). Auch ein langärmliges Oberteil empfiehlt sich, da es unter der Erde selbst im Sommer etwas frisch werden kann.  

Mal was anderes: Klettersteige in der Region  

Nicht selten schlagen in der Brust vieler Bergfans zwei Herzen: Während das eine verliebt in Wanderungen durch die Bergwelt ist, schätzt das andere den Nervenkitzel des Kletterns. Glücklicherweise können in der Region Dachstein-Schladming beide Wünsche zufriedengestellt werden, denn südlich des Dachsteins befinden sich zahlreiche Klettersteige unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades.  

Leichte Steige für Kinder sind die Varianten „Kali“, „Kala“ und „Kalo“. Wer besonders ausgedehnte Touren liebt, nimmt es mit dem Klettersteig „Superferrata“ auf, denn er ist der längste und wohl anspruchsvollste der Alpen und führt den Kletterer rund 1200 Meter in die Höhe auf den Dachsteingipfel. Etwas gemütlicher geht es auf den Steigen „Hias“, „Siega“ und „Rosina“ zu. Sie liegen in der Silberbachklamm und sind daher auch vom Tal aus leicht zu erreichen. Eine Übersicht über alle Klettersteige bietet schladming-dachstein.at. Wer sich schon jetzt inspirieren lassen möchte, kann im Video erste Eindrücke vom Klettern in der Region gewinnen:

 

Wichtig für Urlauber ist es, die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der Klettersteige zu kennen und für die eigene Sicherheit zu sorgen. Nur mit entsprechender Fitness, der passenden Ausrüstung und Kleidung für eventuelle Wetterumschwünge sollten Kletterer die Steige erklimmen.  

Die Schwierigkeitsgrade der Steige rangieren zwischen Grün und Schwarz: 

Grün
Grüne Steige sind einfach zu begehen und gesichert. Wer bereits gut geübt ist, braucht hier nur in Ausnahmefällen ein zusätzliches Sicherungsseil.  

Blau
Diese Klettersteige sind bereits etwas anspruchsvoller und sollten nicht ohne ein entsprechendes Sicherungs-Set genutzt werden. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition sind unbedingt erforderlich.  

Gelb 
Hier wird es mitunter sehr steil und felsig. Es braucht für gelbe Klettersteige bereits einiges an Erfahrung und ein solides Sicherungs-Set. Wer sich nicht sicher ist, sollte stets einen erfahrenen Begleiter auswählen und sich durch ein Seil mit ihm verbinden. Doch auch geübte Kletterer begehen gelbe Klettersteige am besten nicht ohne eine Seilsicherung in Eigenregie.  

Rot
Noch steileres Gelände und ausgesetzte Stellen, teilweise nur durch ein Stahlseil gesichert machen rote Steige zu einer extremen Herausforderung. Hier sollten selbst die geübtesten Kletterer nur mit Helm, gutem Schuhwerk und Komplettsicherung starten. Wer gerade erst mit dem Klettern beginnt oder nur wenig Erfahrung hat, sollte rote Steige meiden.  

Schwarz
Für schwarze Klettersteige braucht es maximale Kraft, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Reibungskletterschuhe, Helme und solide Sicherungssets sind ein Muss. Allgemein sind schwarze Klettersteige auch in der Region äußerst selten und sollten nur im Seilschaftsverband begangen werden.  

Schlussendlich bietet die Dachstein-Schladming Region für Sportbegeisterte viele Möglichkeiten. Sowohl für einen Urlaub mit Freunden als auch mit Partner und Kindern ist die Gegend gut geeignet, um aktiv zu werden und Zeit in der Natur zu verbringen.
 
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