Rund um den Windachspeicher

Der Windachspeicher zwischen Ammersee und Lech ist nur wenigen bekannt. Von daher lässt es sich hier in Ruhe und Abgeschiedenheit um den Stausee wandern. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
7 km
40 m
2.00 h

Der Windachspeicher

Die Windach ist auf den ersten Blick ein unscheinbarer Bach, der in der hügeligen Moränenlandschaft westlich des Ammersees bei Gimmenhausen entspringt. Auf ihrem kurzen Weg von knapp 28 Kilometer Länge bis zur Mündung in die Amper läuft sie jedoch beim Windachspeicher zu voller Größe auf: Hinter einem knapp 13 Meter hohen und rund 240 Meter langen Damm wird die Windach zu einem fast 2 Kilometer langen See aufgestaut, der insbesondere das Herz der Erholungssuchenden und der Sportfischer erfreut.

Der eigentliche Grund für den Bau des Speichers waren die Hochwasserschäden, die die Windach fast jedes Jahr in ihrem Unterlauf anrichtete. Nach intensiven Regenfällen wurde das normalerweise gemächlich dahinfließende Gewässer zum reißenden Wildbach, der die tiefer liegenden Fluren und Bauernhöfe von Finning, Windach, Greifenberg und Eching ordentlich unter Wasser setzte. Um diesen Missstand zu beheben, wurde in den 1960er-Jahren der Staudamm gebaut, um das Hochwasser erst zurückhalten zu können und später kontrolliert ablaufen zu lassen. Nebenbei wird damit in einem Kleinkraftwerk umweltfreundlicher Strom produziert.

Am Ostufer des Stausees entlang

Vom Parkplatz aus sehen wir zunächst nur die hohe Staumauer, die sich fast bedrohlich vor den Ankommenden aufbaut. Vom See ist keine Spur zu erkennen. Erst wenn wir links über etliche Stufen die Staumauer erklommen haben, blicken wir auf das längs ausgestreckte Gewässer. Vorbei an der Gaststätte »Windachsee-Alm« gehen wir direkt auf die große Badewiese zu. An deren hinterem Ende beginnt ein Wanderweg, der leicht ansteigend in einen Fichtenwald hineinführt. Von oben haben wir zwischen den Bäumen hindurch einen schönen Blick auf den Stausee. Wenn das Wasser nicht besonders hoch steht, können wir an einigen Stellen zum Ufer hinab- und von den Kiesbänken aus ins Wasser steigen.

Umweg über Obermühlhausen

Der Wanderweg verläuft in Ufernähe bis ans Ende des Sees, wo wir zwischen dem Schilf den kleinen Zufluss erkennen können. Auf den dahinter liegenden Wiesen wachsen unzählige Herbstzeitlose. Die Wiesen zählen zum Rückstaugebiet und werden bei Hochwasser hin und wieder überschwemmt. Von daher müssen wir einen großen Umweg über Obermühlhausen machen, um auf die andere Seite des Windachspeichers zu gelangen. Bereits bei den ersten Häusern biegen wir wieder rechts in Richtung Stausee ab, halten uns dann links und gelangen in einem weiten Bogen in ein Waldstück oberhalb des Gewässers. Zwischen den Bäumen hindurch gelangen wir auf einem schmalen Pfad hinunter ans Ufer und können dort bis zur Staumauer zurückwandern. Sollte wegen eines hohen Wasserstands der Uferweg unpassierbar sein, nehmen wir statt dessen einen etwas höher parallel dazu verlaufenden Waldweg. In beiden Fällen kommen wir wieder zur »Windachsee-Alm« zurück.

Dauer: 2:15 Std.
Windachsee-Alm – Obermühlhausen 1:15 Std., Windachsee-Alm 1 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied40 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Nordufer des Stausees
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Rundtour führt größtenteils über gut befestigte Wanderpfade und landwirtschaftlich genutzte Güterwege ohne nennenswerte Steigungen und Abstiege.
Hinweise
Wer mit dem Fahrrad hinfährt, lässt dieses am besten beim Fahrradständer an der Windachsee-Alm zurück und macht die Wanderung zu Fuß.
KartentippKompass-Wanderkarte Nr. 189: Landsberg am Lech/Ammersee, 1:50 000
VerkehrsanbindungAnreise mit dem Fahrrad von Utting am Ammersee oder Landsberg am Lech (siehe Kasten). Mit dem Auto nimmt man die Autobahn A 96 München–Lindau und fährt von der Ausfahrt Windach ca. 8 km in südlicher Richtung durch Oberfinning zum Windachsee. Der Weg ist ab Oberfinning ausgeschildert; am Nordufer liegt ein großer Parkplatz.
GastronomieWindachsee-Alm am Nordostufer des Stausees, warme und kalte Gerichte, Pizza, Kaffee und Kuchen, März bis November täglich 11–20 Uhr geöffnet, November bis März nur am Wochenende
Tipps
Die Super-8 vom Ammersee. In Form einer liegenden »Acht« lässt sich das Gebiet zwischen Landsberg am Lech und dem Ammersee mit dem Fahrrad erkunden. Die speziell ausgeschilderte Route führt auch am Windachspeicher vorbei. Weitere Infos gibt es dazu beim Tourismusverband Ammersee-Lech, Tel.: 08191/471 77.
Tourismusbüro
Tourismusverband Ammersee-Lech, Von-Kühlmann-Straße 15, 86899 Landsberg am Lech, Tel.: 08191/4 71 77, Fax: 08191/12 94 50, E-Mail: info@ammerseelech.de, Internet: www.ammerseelech.de

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