Hengsteysee und Hohensyburg

Von Herdecke über den Ardey Wald- und Aussichtswanderung auf fast durchgehend bequemen Wegen, lediglich der Aufstieg zur Hohensyburg und der Abstieg nach Herdecke sind steil. (Autor: Bernhard Pollmann)
16 km
150 m
4.00 h
Herthas Eiche Aus dem Bahnhof Herdecke tretend geht es rechts durch die verkehrsberuhigte Bahnhofstraße, in die gleich darauf der mit dem Zeichen »x4« markierte Höhlenweg einmündet; die HöhlenwegMarkierung weist bis zur Brücke über den Hengsteysee die Route. Er führt die Bahnhofstraße hinab zum autofreien Stiftsplatz, wendet sich dort rechts, zweigt neben dem Frederunabrunnen auf Stufen in die Uferstraße ab (oberhalb befinden sich das Rathaus und die Stiftskirche) und erreicht auf kleinen Gassen die Uferpromenade längs der Ruhr. Der Überlieferung zufolge gründete Frederuna, eine Nichte Karls des Großen, an »Herthas Eiche« im Jahr 819 in der Nähe eines Ruhrübergangs ein Frauenkloster. Die Eiche im Stadtwappen von Herdecke spielt darauf an, dass der Ortsname der Sage zufolge auf ein Heiligtum der germanischen Göttin Hertha (Nerthus) zurückgeht und »Herthas Eiche« bedeutet. Ein alter Steinsarg in der ehemaligen Stiftskirche gilt als Frederunas Sarg. Zwischen Stiftskirche und Rathaus steht symbolträchtig eine alte Eiche, und am Stiftsplatz plätschert der Frederunabrunnen. Hengsteysee Auf der Ruhrpromenade führt der Höhlenweg flussaufwärts, unterquert die B 54, passiert den Schiffsanleger beim Freizeitbad Bleichstein und erreicht beim Schiffsanleger Schiffswinkel am Walzenwehr den Hengsteysee. Vorbei am Koepchenwerk führt die Promenade zur Villa Funke (Schlösschen) und zum Nordende der Landstraßenbrücke über den Hengsteysee. Der 1927–29 im Auftrag des Ruhrverbands angelegte Hengsteysee staut die Ruhr unterhalb der Einmündung der Lenne auf einer Länge von 4,2 km und ist einer der bedeutenden Wassersportseen in der Ruhr (Freibad, Bootshäuser, Ausflugsschifffahrt, Wander- und Radwege). Die wichtigste Funktion dieses nur knapp 2 m tiefen, 160 ha großen Flussabsetzbeckens besteht darin, als biologische Kläranlage das Ruhrwasser sauber zu halten. Während das flache Gelände auf der Südseite nur sanft gegen die Ruhr abfällt, steigen die Berge auf dem rechten Ufer steil bis 160 m über dem Normalspiegel des Sees an. In den Sommermonaten verkehrt von Mai bis Mitte Oktober ein Fahrgastschiff zwischen den Anlegestellen Schiffswinkel (am Westende des Sees), Hengstey-Freibad, Hohensyburg-Insel und Lennemündung; die aussichtsreiche Rundfahrt mit Aufblicken zur Hohensyburg dauert 35 Minuten. Hohensyburg Nach Queren der Landstraßenbrücke geht es geradeaus über einen Parkplatz, an dessen Ende der mit dem Zeichen »x9« markierte Rhein-Ruhr-Weg abzweigt. Im felsendurchsetzten, von Buchen und Eichen geschmückten Steilhang führt er in Serpentinen aufwärts und erreicht die aussichtsreiche Höhe in einer sanften Einsattelung zwischen dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal und den Ruinen der 1287 zerstörten Hohensyburg. Die (Hohen-)Syburg ist eine der bedeutendsten Burganlagen Westfalens. Während der Name Hohensyburg die Ruinen einer mittelalterlichen, 1278 zerstörten Turmburg und die daneben errichtete, 1985 eröffnete Spielbank bezeichnet, bezieht sich der alte Name Syburg (Sigiburg) auf das gesamte Gelände einer sächsisch-germanischen Wallburg, die sich hier bis zur Zerstörung durch Karl den Großen 775 befand - Auf einem wandartig steil abfallenden Sporn des Ardey hoch über der Mündung der Lenne in die Ruhr befanden sich die Hauptburg, die Vorburg und der Donarsbrunnen, von der Südkante des Bergsporns (Südkante der Hauptburg) bietet sich ein wunderbares Panorama des Sauerlands und des Bergisch-Märkischen Hügellands, ruhrabwärts zeigt sich der Kegel des Kaisbergs. Nicht in die Umwallung einbezogen war der östlich vorgelagerte Asenberg, den ein Bachtal von der Syburg trennt. Die durch Wälle und Gräben gesicherte Hauptburg lag über der Südflanke des Bergs etwa zwischen der heutigen Spielbank und dem 1902 eingeweihten Kaiser-Wilhelm-Denkmal und hatte die Form eines nach Norden ausgerichteten Dreiecks. An den nordöstlichen Schenkel dieses Dreiecks schloss sich die Vorburg an; am Nordostrand der Vorburg floss der Donarsbrunnen. Heute befinden sich auf dem Gelände der ehemaligen Hauptburg das Kaiser-Wilhelm-Denkmal (in Reiterpose in der Nachfolge Karls des Großen dargestellt), der Vincke-Aussichtsturm, Parkanlagen, die Ruinen der Hohensyburg und die Spielbank; auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg liegt das Dorf Syburg mit der ehemaligen Peterskirche, die Karl der Große 775/76 gegründet und Papst Leo III. 799 geweiht haben soll. Stimmungsvoll ist der Friedhof rund um die romanische Kirche (evangelisch) mit seinen Einzel- und Doppelgrabsteinen des 16.–18. Jh. Über den Ardey Vom Kassenhäuschen des Parkplatzes unterhalb der Hohensyburg leitet die Markierung »xR« des Ruhrhöhenwegs abwärts auf der von Einkehrmöglichkeiten gesäumten Hohensyburgstraße, unten an der Kreuzung in Syburg links. Hinter der Ampel wechselt der Ruhrhöhenweg vor dem Parkplatz rechts versetzt auf einen autofreien Weg, folgt einige Minuten der Hohensyburgstraße und zweigt an der ersten Bushaltestelle links in die Wälder im Steilhang des Klusenbergs ab. Links fällt der Blick zwischen Bäumen zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal hinüber, dann laden zwei geländergesicherte Felskanzeln mit exzellentem Blick auf den Hengsteysee zum Schauen ein. Der Weg führt weiter durch schöne Eichen-, Birken- und Buchenwälder, passiert an der Stadtgrenze von Dortmund einige im Wald versteckte Häuser und bietet dann in Wiesen erneut eine weite Aussicht (Sitzbank). Im Wald geht es nun auf einem Asphaltweg am Speicherbecken Auf dem Kleff vorbei und abwärts, am Ende links (Wittbräucker Waldweg) und auf dem Parallelweg zur Straße bis zur Verzweigung Am Jollenstein. Sonnenstein Während sich der Ruhrhöhenweg an der Verzweigung rechts verabschiedet (Am Jollenstein), führt die Ring-Markierung geradeaus und wechselt an einer Parkbucht auf einen sacht ansteigenden Asphaltweg. Er verliert bald den Asphaltbelag und leitet in schönem Wald zur aussichtsreichen Teufelskanzel beim Waldfriedhof. Hier laden Sitzbänke mit Blick zum Hengsteyseee, zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal und zum Vincketurm zur Rast. An Felskanzeln im naturbewaldeten Steilhang über dem Ruhrtal sowie einem Schutzhüttenrondell vorbei führt der mit den Zeichen »Ring« und »Rechteck« markierte Waldweg weiter zum Seeblick am Sonnenstein, wo erneut Bänke und Tische zur Rast laden. Hier beginnt der Abstieg zurück in die Altstadt von Herdecke, anfangs im Wald mit den bekannten Markierungen, dann der »Rechteck«-Markierung durch die Straße Am Sonnenstein folgend.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied150 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortHerdecke (130 m), Stadt mit sehenswertem Fachwerkortskern im Südhang des bewaldeten Ardey zwischen den Ruhrstauseen Hengstey- und Harkortsee. 74% des Stadtgebiets bestehen aus Wasser- und Waldflächen.
AusgangspunktBahnhof Herdecke (130 m) bzw. Parkhäuser in der Stadtmitte beim Stiftsplatz.
TourencharakterDer Ardey ist das höchste »Gebirge« des Ruhrgebiets. Steil erhebt sich der bewaldete Bergzug aus dem Ruhrtal im Süden, dacht nach Norden zu ins Emschertal ab und markiert im Sandsteinrücken »Auf dem Heil« (273 m) oberhalb von Herdecke die höchste Landmarke des Reviers. Mit seinen Felsflanken, die zum Teil senkrecht ins Ruhrtal bzw. zum Hengstey- und zum Harkortsee abstürzen, seinem abwechslungsreichen Relief aus tief eingeschnittenen Bachtälern, sanften Kuppen und lang gestreckten Höhenrücken, seinen prachtvollen Laubwäldern und uralten Buchen-Stechpalmen-Wäldern sowie den zahlreichen Aussichtsstellen mit Blick auf die Höhen des Sauerlands und des Bergischen Lands bildet er ein wundervolles Wandergebiet. Die Hohensyburg über der Mündung der Lenne ist eine der bedeutendsten Burgruinen Westfalens.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt 14 Ruhrgebiet Ost (Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen).
VerkehrsanbindungB 54 Dortmund – Herdecke – Hagen. Regionalbahnlinie Dortmund – Herdecke – Hagen.
GastronomieHerdecke, Schiffswinkel, Schlösschen, Hohensyburg, Syburg.
Tourismusbüro
Heimat- und Verkehrsverein Herdecke, Kirchplatz 3, 58313 Herdecke, Tel. 02330/ 611325, Internet www.herdecke.de.

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