Glockturm (3355 m)

Ordentliche, im oberen Teil steinige Bergwege bis ins Riffljoch, dann Steigspuren im Steilgelände, meist auch Firnfelder; zuverlässiges Wetter wichtig (Autor: Dieter Seibert)
Durchs Riffltal auf den Glockturm (3 Std.).
Auf gutem Steig kurz auf Grasböden, dann über einen vom Gletscher rund geschliffenen Rücken im Gelände auf einen Absatz mit feuchten Wiesen. Nach einer hohen Stufe folgt der nächste, malerische Boden, über den man den Beginn der weiten Moränenflächen erreicht, auf denen ein großer, ganz zwischen Schuttflächen gebetteter See (2821 m) liegt, in dessen Wasser sich der Glockturm spiegelt. Er ist erst in jüngerer Zeit durch das Abschmelzen des Gletschers entstanden. Weiter über flache Schuttböden, dann über eine hohe Stufe ins Riffljoch (3149 m). Von hier Abstecher (0.15Std.) auf die Rifflkarspitze (3219 m) möglich. Dazu über den erst ganz flachen, dann ausgeprägteren Grat ohne Schwierigkeiten auf Steigspuren auf den Gipfel.
Nach links über einen Minikopf in einen zweiten Sattel, wo sich die Gletscher von rechts und links treffen. Auf dem Ober- rand des linken, flachen Eisfeldes, dem Rifflferner, ein wenig abwärts um einen Felsvorsprung und wieder empor zur tiefsten Einbuchtung mit ihren Gletscherschliffen. Durch das wackelige Trümmerfeld auf Steigspuren empor gegen den Grat und an den letzten, sehr steilen Aufschwung heran. Weiterhin in ähnlichem Gelände (oder über Schnee) zum Grat und weniger steil auf den Gipfel.
Abstieg (2.15 Std.) erfolgt auf derselben Route.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1030 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortFeichten (1287 m), einzige Gemeinde des Kaunertals, auf schmalem, aber lang gestrecktem Wiesenboden gelegen, eindrucksvolle Felsbergkulisse
AusgangspunktParkplatz (2340 m) für das Riffltal
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer Name Glockturm entsprang keinem Zufall. Die abgerundete Form des Gipfels und die bis zu 550 Meter hohe und außergewöhnlich steile Westwand geben dem Berg ein unverwechselbares Aussehen, das an eine Glocke erinnert. Leider hat der Glockturm viel von seinem einst eleganten Aussehen dadurch verloren, dass der auf der Ostseite lagernde Rifflferner stark zusammengeschmolzen und weitgehend aus der Flanke unseres Berges verschwunden ist.
Aber dies schafft andrerseits wieder die Möglichkeit, den gewaltigen, alles weit überragenden Berg ohne Eisausrüstung zu besteigen. Ganz schneefrei wird man den steilen Gipfelaufbau jedoch nur selten antreffen, am ehesten lässt sich dies im Spätsommer erwarten. Ist der vorhandene Firn hart gefroren, dann kann er natürlich ernste Schwierigkeiten bereiten. Bevor man dort oben etwas riskiert, gibt man sich lieber mit der Rifflkarspitze zufrieden, die es immerhin auch auf stolze 3219 m Höhe bringt.
Hinweise
Siehe Tour 17 in Karte.
KartentippAV-Karte, Ötztaler Alpen, Blatt 30/2 (Weißkugel)
VerkehrsanbindungAuf der zum Reschenpass führenden Straße im Oberinntal nach Prutz, dort links ab und durch das Kaunertal über Feichten zum Gepatsch-Stausee, am Ufer entlang weiter nach Süden und über eine Stufe zum Gepatschhaus, mit vielen Serpentinen über eine hohe Stufe mit schönen Gletscherschliffen zum Ausgangspunkt (Maut)
Höchster Punkt
Glockturm (3355 m)
Unterkunft
Unterwegs keine Möglichkeit, an der Straße das Gepatschhaus des DAV

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