Fellhorn und Schlappoltalpe

Zu Deutschlands größter und höchstgelegener Sennalpe. Zum Fellhorngipfel breiter Wanderweg. Der Kammweg (Bergpfad) über den Schlappoldkopf zur Schlappoltalpe erfordert Trittsicherheit. Nicht bei Nässe unternehmen, Rutschgefahr. Der Übergang zum Söllereck erfordert zudem Schwindelfreiheit. (Autor: Heinrich Bauregger)
4 km
151 m
4.00 h
Auf dieser abwechslungsreichen Wanderung lassen wir uns rasch mit einer der größten Kabinenbahnen Deutschlands bis unter den Gipfel des Fellhorns tragen. In der Gipfelstation der Bergbahn wurde ein mit Mitteln der EU gefördertes, gläsernes Museumsprojekt installiert. Dort geben Glaswände die Sicht auf die Allgäuer Bergwelt frei. Drinnen können wir auf der Leinwand Filme in 3-D betrachten. Das Pendant dazu befindet sich im Alten Rathaus von Oberstdorf.

Das Fellhorn ist übrigens einer der schönsten Blumenberge der Allgäuer Alpen mit einer verschwenderischen Fülle an seltenen Alpenblumen, Kräutern und Orchideen. Ab Ende Juni erwartet uns dort oben zusätzlich ein Meer von Alpenrosen. Kein Wunder, dass am Fellhorn große Bereiche als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Dann wandern wir aussichtsreich auf einem der typischen Allgäuer Höhenwege über das Fellhorn und den Schlappoldkopf hinüber zur Schlappoltalpe, Deutschlands größter Sennalpe, auf der täglich über 1000 Liter Milch zu würzigem Bergkäse verarbeitet werden. Anschließend bummeln wir auf breitem Wanderweg – vorbei am Schlappoltsee – zur Mittelstation der Bergbahn, die uns wieder ins Tal bringt. Zuvor aber probieren wir dort noch den Spielplatz mit Kletterwand und Tunnelrutsche aus.

Übers Fellhorn zur Schlappoltalpe

Von der Bergstation der Fellhornbahn steigen wir auf einem gestuften Weg die wenigen Meter hinauf zur grasigen Kammhöhe, die zugleich die Grenze zwischen Bayern und Vorarlberg darstellt, und folgen rechts haltend dem breiten Weg hinauf zum Fellhorn, das mit einer großartigen Rundumsicht aufwarten kann. Tief unter uns liegt das Kleinwalsertal, auf der anderen Seite Oberstdorf. Alle wichtigen Allgäuer Gipfel liegen vor unseren Augen. Zur Identifizierung nehmen wir am besten eine gute Wanderkarte mit. Im Südwesten erkennen wir den Biberkopf, im Süden den Großen Krottenkopf, die Trettachspitze und die Mädelegabel. Besonders beeindruckend ist dabei der Hohe Ifen jenseits des Kleinwalsertals mit seiner charakteristischen Form und das weite Karrenfeld des Gottesackerplateaus rechts daneben. Dann verlassen wir das Fellhorn und steigen jenseits auf schmalem, aber gut begehbarem Pfad hinab, durchschreiten einen Sattel und steigen zum Schlappoltkopf (1968 m) an. Dann geht es aussichtsreich auf der Kammhöhe leicht fallend weiter. Auf der Höhe des Söllerkopfs zweigt nun rechts ein Pfad ab (Wegweiser), der uns steil hinab zur Schlappoltalpe führt. Die denkmalgeschützte Alp ist Deutschlands höchstgelegene und wohl auch größte Sennalpe. Wenn wir zur richtigen Zeit kommen, dann können wir dem Senn bei der Zubereitung des Bergkäses zusehen, falls nicht, lassen wir uns auf den Bänken auf der Terrasse nieder und probieren ihn bei einer Brotzeit.

Von der Schlappoltalpe zum Schlappoltsee

Ein breiter Wirtschaftsweg führt uns nun nahezu eben unter dem soeben überschrittenen Kamm entlang hinüber zum Schlappoltsee, bei dem wir noch einen kurzen Aufenthalt einlegen, dann steigen wir recht steil das kurze Wegstück hinauf zur Mittelstation der Fellhornbahn (1780 m). Dort vertreiben wir uns die Zeit bis zur nächsten Gondel auf der Terrasse des Selbstbedienungsrestaurants oder am Spielplatz mit seiner aufregenden Tunnelrutsche. Hinweis An der Fellhornbahn-Mittelstation (Station Schlappoltsee) beginnt ein gut ausgeschilderter Blumen- und Wanderlehrpfad mit 15 Info-Tafeln, der uns – geführt von der Fellhornmaus – über die Obere Bierenwangalpe (Einkehrmöglichkeit) und den Bierenwangsattel zur Bergstation der Fellhornbahn führt. Das Fellhorn gilt ja unter Botanikern als einer der besonderen Blumenberge der Allgäuer Alpen. Da die Gipfelhänge aus Flysch bestehen, also aus Ton und Kalk von Meeresablagerungen, ist der Untergrund ideal für zahllose Pflanzenarten. Allein der Enzian kommt hier oben in acht verschiedenen Arten vor. Daneben können wir – ohne Spezialisten sein zu müssen – Knabenkraut, Türkenbund oder auch die schlichte Silberdistel anschauen. Gehzeit: 1.30 Std.

Eine schöne Variante

Mit großen Kindern können wir den gesamten Höhenweg zum Söllereck angehen; der Weg ist beliebt und daher gut ausgeschildert. Wir verpassen dabei zwar die Schlappoltalpe, können aber Einkehr in der Sölleralpe halten. Mit dem Bus geht es dann zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied151 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortOberstdorf, 813 m
TourencharakterDauer: 15 Min. von der Bergstation der Fellhornbahn (1967 m) bis zum Fellhorngipfel; für den Übergang vom Fellhorn zur Schlappoltalpe 1.30 Std.; Rückweg zur Mittelstation 30 Min. Hin- und Rückweg zur Schlappoltalpe von der Mittelstation 1 Std. Übergang vom Fellhorn zum Söllereck 4 Std.
Höhenunterschied: Von der Bergstation zum Fellhorngipfel 71 m; Abstieg zur Schlappoltalpe 380 m überwiegend im Abstieg; Anstieg zur Mittelstation 80 m.
Hinweise
Höhenweg über den Fellhornkamm ab 8 Jahren; der Weg von der Mittelstation der Fellhornbahn zur Schlappoltalpe ist für alle Altersgruppen und sogar mit Kinderwagen geeignet. Übergang zum Söllereck mit großen Kindern ab 10 Jahren.
KartentippTopogr. Karte 1 - 50000 Allgäuer Alpen (BLVA).
VerkehrsanbindungAuto: Auf der B 19 über Sonthofen und Fischen nach Oberstdorf; seitlich am Ort vorbei in Richtung Kleinwalsertal, der Ausschilderung der Fellhornbahn ins Stillachtal nach Faistenoy folgen; großer, gebührenpflichtiger Parkplatz an der Talstation.
Bahn/Bus: Im Allgäu-Schwaben-Takt bis Oberstdorf, mit regelmäßig verkehrendem Bus zur Talstation der Fellhornbahn. Bei Überschreitung zum Söllereck von der Talstation der Söllereckbahn mit dem Bus nach Oberstdorf zurückkehren.
Gastronomie
  • Bergstation der Fellhornbahn (1967 m), Selbstbedienungsrestaurant mit Sonnenterrasse und kostenlosen Liegestühlen
  • Schlappoltalpe (1700 m), von Anfang Juni bis Anfang/Mitte September bewirtschaftet
  • Mittelstation der Fellhornbahn (1780 m); Selbstbedienungsrestaurant mit Sonnenterrasse; Spielplatz
Tipps
Die Skiflugschanze am Freibergsee, obwohl bereits 1972/ 73 erbaut, gehört mit 145 Metern Anlaufbahn und der Differenz zwischen Anlauf und Auslauf von 195 Metern zu den größten Schanzen der Welt. Von Pfingsten bis Ende September findet dort am Wochenende Bungee-Jumping statt. Zum Schanzentisch bringt uns ein Sessellift oder ein Aufzug.
Informationen
Die Fellhornbahn verbindet in zwei Sektionen die Talstation mit der Bergstation (1917 m) knapp unterhalb des Fellhorngipfels. Bis zur Mittelstation/ Schlappoltsee (1780 m) fahren wir, wenn wir direkt zur Schlappoltalpe wandern wollen. Fahrzeiten im Sommer: 9–16.50 Uhr. Info-Telefon: 0700/55533888.
Höchster Punkt
Fellhorn, 2038 m

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