Donau-Radweg: Von Tuttlingen nach Sigmaringen

Wo sich die Donau ihren schmalen weg durch die Schwäbische Alb gebahnt hat, verläuft der Donau-Radweg flußabwärts vorbei an bis zu 200 Metern hohen Talhängen. Streckenweise ist das Tal so eng, dass die Straße auf die Höhen ausweichen muss und Kanuten, Wanderer und Radfahrer unter sich sind. (Autoren: Ute & Peter Freier)
57 km
130 m
4.00 h

Flußabwärts auf dem Donau-Radweg

Von Tuttlingen nach Mühlheim an der Donau

Vom Tuttlinger Donaustadion folgen wir dem Donau-Radweg talabwärts entlang des Flusses nach Nendingen. Durch ein Ried gelangen wir nach Stetten und radeln wenig später durch eine Wohnsiedlung in den kleinen Ort Altstadt, einen Ortsteil des erhöht gelegenen Städtchens Mühlheim. Altstadt war die ursprüngliche Siedlung; Zeugnisse aus jener Zeit sind die Kirche St.Gallus aus dem 12. Jahrhundert mit Fresken aus dem späten Mittelalter sowie die Veitskapelle mit einer Rokoko-Außenkanzel.

Über Fridingen zur Gaststätte Jägerhaus

Im enger werdenden Tal gelangen wir nach Fridingen und durch das Obere Tor in den alten Ortskern mit einigen Fachwerkhäusern und dem Ifflinger Schloss, heute ein Heimatmuseum. Kurz nach Fridingen passieren wir eine Versickerungsstelle der Donau und überqueren den Fluss. Hier beginnt mit dem Laibfelsen und dem wie ein Schiffsbug vorspringenden Stiegelesfelsen (778 m) der faszinierendste Abschnitt der Tour: Auf etwa 35 Kilometer Länge windet sich der Fluss auf der oft nur 100–200 Meter breiten Talsohle zwischen steilen, bewaldeten und felsigen Hängen hindurch.

Zunächst passieren wir das Gehöft Ziegelhütte mit einer Gaststätte, dann den Scheuerlehof und eine Grillstelle, an der ein Fußweg in die Felsschlucht »Teufelsküche« abzweigt. Vorbei am Standort der ehemaligen Bronner Mühle, die durch einen Erdrutsch zerstört wurde, gelangen wir zu der unterhalb des Schlosses Bronnen liegenden Ausflugsgaststätte Jägerhaus. Hier ermöglichen bei niedrigem Wasserstand große Trittsteine die Überquerung der Donau. Auf der anderen Talseite ragt der Knopfmacherfels auf, der bekannteste Aussichtspunkt an der Kante des Donautals.

Halt am Kloster Beuron

Nach bequemer Fahrt erreichen wir die in einer Talschlinge gelegene Ortschaft Beuron mit einer Klosteranlage. Das fast 1000 Jahre alte Kloster ist seit dem 17. Jahrhundert das Ziel von Wallfahrern und heutzutage auch von zahlreichen Ausflüglern. Im Kloster, das nach der Säkularisation (Klosterauflösung) zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Besitz des Fürstenhauses Hohenzollern-Sigmaringen überging und 60 Jahre lang leer stand, leben Benediktinermönche, die sich vor allem mit der Untersuchung alter Handschriften beschäftigen, aber auch biologischen Gartenbau betreiben und einige ihrer Produkte in einem Klosterladen an der Ortsdurchfahrt anbieten. Die barocke Klosterkirche Beuron ist ganztägig geöffnet, Besichtigung nur außerhalb der Gottesdienstzeiten.

Zur Kapelle St.Maurus

Weiter talabwärts überquert der Weg die Donau, führt um einen Umlaufberg herum und an der Kapelle St.Maurus vorbei, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts von einer Künstlergruppe, der »Beuroner Malerschule«, erbaut und ausgemalt wurde. An den Außenwänden sind Szenen aus dem Leben des hl. Maurus dargestellt. An der gegenüberliegenden Talkante sitzt die Burg Wildenstein, heute eine Jugendherberge, und wenig später erblicken wir in Fahrtrichtung das auf einem vorspringenden Felsen über dem Dorf Langenbrunn thronende Schloss Werenwag.

Felswände und das Ende des Durchbruchstals

Beim Sportplatz von Hausen – hier befinden sich ein Spielplatz, eine Grillstelle sowie eine Gaststätte mit Gartenterrasse und Minigolf – halten wir uns links und biegen vor einer Donaubrücke mit Skulpturen von Brückenheiligen rechts ab. Vorbei an den Felsen der Hausener Wand gelangen wir in einen Talabschnitt, in dem zur Linken die senkrechte Wand der Schaufelsen, zur Rechten die der Lenzenfelsen fast 200 Meter hoch aufragen, und radeln am Gasthof Neumühle und an der hoch am Talhang sitzenden Burgruine Falkenstein vorbei. Kurz nach dem Ort Thiergarten führt der Weg durch den Gutshof Käppeler (auch: Thiergartenhof) mit einer dreischiffigen Basilika, die als die kleinste nördlich der Alpen gilt. Der Ortsname Thiergarten geht auf einen Tiergarten zurück, den im 16. Jahrhundert die damals auf Burg Falkenstein lebenden Herren hier im Tal anlegten.

Auf der folgenden Strecke überquert der Radweg mehrmals die Donau, führt am Schloss Gutenstein vorbei in den gleichnamigen Ort und zwischen der Donau und den Bahngleisen, vorbei am Weiler Diethfurt mit einer Burgruine, zur Bahn-Haltestelle Inzigkofen. Hier überqueren wir die Donau und steigen am Talhang an zum Schloss Inzigkofen mit einer sehenswerten Kirche.

Schloss Inzigkofen

Die um 1780 barockisierte Kirche St.Johannes Baptist gehörte zu einem Augustinerchorfrauenstift. Anfang des 19. Jahrhunderts ging die Anlage in den Besitz derer von Hohenzollern-Sigmaringen über, die ihre Sommerresidenz hierher verlegten und einen Park mit Stegen und Treppen anlegen ließen, um zwischen Felstoren, Grotten, Aussichtspunkten und einer Schlucht spazieren gehen zu können. Heute werden die Schlossgebäude von der Volkshochschule genutzt, in der einstigen Zehntscheuer wurde ein Bauernmuseum eingerichtet und davor ein Bauern- und Kräutergarten angelegt.

Über Laiz nach Sigmaringen

An der Kirche wenden wir uns nach links, fahren in das Donautal nach Laiz hinunter und entlang der Donau zum Sigmaringer Freibad und zum Stadtrand, von wo aus das in Sigmaringen erhöht sitzende Hohenzollernschloss gut zu sehen ist. In der Stadtmitte schieben wir die Räder durch die Fürst-Wilhelm-Straße, zunächst gegen den Einbahnstraßenverkehr, dann durch eine Fußgängerzone, und erreichen wenig später den Bahnhof.


Bademöglichkeiten: In Tuttlingen, Mühlheim, Fridingen, Laiz, Sigmaringen; in der Donau aber nicht zu empfehlen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour57 km
Höhenunterschied130 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTuttlingen
EndpunktSigmaringen
TourencharakterDer schönste Abschnitt des Donau-Radwegs in Baden-Württemberg verläuft zwischen Mühlheim und Inzigkofen, wo sich der Fluss einen Weg durch die Schwäbische Alb gebahnt hat mit bis zu 200 Meter hohen, felsigen Talhängen. Streckenweise ist das Tal so eng, dass die Straße auf die Höhen ausweichen muss und Kanuten, Wanderer und Radfahrer unter sich sind.
Hinweise
Bademöglichkeiten: In Tuttlingen, Mühlheim, Fridingen, Laiz, Sigmaringen; in der Donau aber nicht zu empfehlen.
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 52 (Bodensee), 1 - 100000.
MarkierungenDonau-Radweg
Verkehrsanbindung

Auto: Über die A81, Stuttgart–Singen, Ausfahrt 38 (Geisingen); B311 nach Tuttlingen; am Kreisverkehr nach rechts auf die B14 und durch die Stadt zu Parkplatz beim Donaustadion. 
Bahn: Tuttlingen ist Station an den Linien Donaueschingen–Singen, Rottweil–Singen und Sigmaringen–Titisee-Neustadt–Freiburg.
Rückfahrt: Per Bahn. Zusätzlich fährt sonntags von Mai bis Oktober der Naturpark-Express mit Gepäckwagen für Fahrräder.

GastronomieIn allen Orten an der Strecke; Gaststätte Ziegelhütte kurz nach Fridingen; vor Beuron das Gasthaus Jägerhaus; bei Hausen eine Gaststätte mit Minigolf; vor Thiergarten das Ausflugslokal Neumühle; kurz nach Thiergarten der Gutshof Käppeler.
Tipps
Das Donau-Durchbruchstal
Einzelne Felsen, ganze Felswände und ein schmaler Talgrund – etwas überproportioniert erscheint das gewaltige Tal für die wasserarme Donau, die an Versickerungsstellen vor Tuttlingen, bei Fridingen und bei der Gaststätte Jägerhaus Wasser verliert, das knapp 20 Kilometer weiter südlich im Aachtopf wieder austritt. Wesentlich größere Wassermassen waren nötig, damit sich der Fluss so tief in die Juraschichten eingraben konnte. Und in der Tat: Vor hunderttausenden von Jahren war das Einzugsgebiet der Ur-Donau wesentlich größer und reichte im Süden bis zur Aare, im Norden bis in die Gegend von Stuttgart. Doch durch die Anhebung der nördlichen Schwäbischen Alb erhielt der bis dahin unbedeutende Neckar mehr Gefälle, grub der Donau einen Zufluss nach dem anderen ab und führt seitdem einen Großteils des Wassers von der Schwäbischen Alb dem Rhein zu.

Die Hohenzollern in Sigmaringen
Die noch heute im Schloss Sigmaringen – siehe hierzu auch Tour 23 – lebenden Hohenzollern stammen vom Zoller, dem heutigen Hohenzollern bei Hechingen ab. Ein Familienzweig zog im 13. Jahrhundert nach Franken und übernahm das Amt des Burggrafen von Nürnberg, stieg über die Kurfürstenwürde von Brandenburg Anfang des 18. Jahrhunderts zu Königen von Preußen auf und stellte 1871–1918 die deutschen Kaiser. Die in Schwaben gebliebenen Zollern spalteten sich auf in die Häuser Hohenzollern-Hechingen, Hohenzollern-Haigerloch und Hohenzollern-Sigmaringen. Die Hohenzollern-Linien von Hechingen und Haigerloch starben aus, während das Haus Hohenzollern-Sigmaringen in den Stand von Reichsfürsten erhoben wurde und zu den mächtigsten südwestdeutschen Adelsgeschlechtern zählte.

Einkehrtipps
Die bei Radlern beliebtesten Einkehrmöglichkeiten mit Tischen auch im Freien sind die Gaststätten Ziegelhütte kurz nach Fridingen, das Jägerhaus drei Kilometer vor dem Kloster Beuron und der Gutshof Käppeler (auch: Thiergartenhof) kurz nach dem Ort Thiergarten.
Tourismusbüro

Tourist-Info Tuttlingen, Rathausstr. 1, 78532 Tuttlingen, Tel. 07461/99340, www.tuttlingen.de

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