Hahntennjoch-Straße

Alpenpässe in Österreich (Autor: Rudolf Geser)
30 km
925 m
2.00 h
Westseite.Biegt man in Elmen (km 0,0) auf die Straße zum Hahntennjoch ab, hat man auf den ersten beiden Kilometern gleich einmal 18 % Steigung vor und nach deren Bewältigung das schwierigste Stück der Auffahrt hinter sich. Leicht wird es im weiteren Verlauf aber nicht, auch wenn die Trasse bis Bschlabs (km 7,5) zuerst auf 10 %, dann noch weiter zurückgeht.Hier könnte man im Gasthof Zur Gemütlichkeit eine Rast einlegen, bevor man der fast eben verlaufenden Straße bis zur Einfahrt ins Plötzigtal (km 9,5) folgt. Dort ist es vorbei mit der Gemütlichkeit, denn über zwei Kehren steigt die Trasse auf 12 % an. Bis zur Abzweigung »Hahntennjoch/Imst« (km 11,5) lässt die Steigung zwar wieder nach, nur um sich dann aber bis zu den Almhütten von Pfafflar (km 13,5) auf 15 % aufzuschwingen. Die Ansammlung alter Holzhütten stammt teilweise aus dem 13. Jahrhundert und zählt somit zu den ältesten Häusern Tirols. Die Passhöhe (km 17,0), zu der sich die Straße zuerst über zwei Kehren, dann kurvenarm mit gleich bleibend 10 % Steigung hochzieht, bietet leider recht wenig Aussicht.Ostseite.Imst (km 0,0), auf der Sonnenseite des Inntals zu Füßen des mächtigen Tschirgant gelegen, ist Ausgangspunkt zum Anstieg über die Ostseite zum Hahntennjoch. Es ist ein hübsches Städtchen, dem man seinen Wohlstand deutlich ansieht, der einst den Erzvorkommen der Umgebung, jetzt aber vor allem dem Fremdenverkehr zu verdanken ist. Auffällig sind die schönen alten Patrizierhäuser und die zahlreichen Brunnen, die früher als Viehtränken für die durchziehenden Gespanne dienten und an denen wir uns heute unsere Wasserflaschen auf dem Weg zur Passhöhe füllen können. Gute 83 Meter hoch ist der gotische Turm der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, an dem vorbei uns grüne Hinweisschilder den Weg zur Passhöhe weisen. Wie auf der Gegenseite liegen auch hier die Höchststeigungen gleich am Beginn der Auffahrt, wo die Steigung auf einer Länge von 800 Meter auf 15 % zunimmt.Die erste Kehre (km 1,0) wird erreicht, die Steigung geht erst auf 10 % und an der zweiten Kehre (km 1,5) auf 8 % zurück. Jetzt erst erreichen wir das Ortsende, das auch ein Weiderost markiert, nach dessen Überfahrung die Trasse wieder auf 10 % zulegt, sich bald darauf aber wieder auf 8 % absenkt und uns so etwas einfacher vorankommen lässt.Die folgende Kehre bringt uns nicht nur einen schönen Rückblick auf die mächtige Bergkuppe des Tschirgant im Osten, sondern auch einen 11 %igen Anstieg der Straße. Nach einer weiteren Kehre (km 5,5) legt sie sich etwas zurück, über einen Weiderost (km 6,5) radeln wir in das Salvesental ein und wer auf diesem flacheren Abschnitt seine Kräfte gespart hat, hat gut getan, denn die Steigung nimmt nun bis auf 13 % zu. Landschaftlich bietet uns die gut ausgebaute Trasse weniger Abwechslung. Nur im Norden zeigen sich die grauen Felswände der Heiterwand, während in der näheren Umgebung der Blick allerhöchstens von den mit Eisenpfosten befestigten Holzbohlen am Straßenrand abgelenkt wird. Gut 2 km wird diese Steigung beibehalten, bevor sie endlich auf 10 % zurückgeht, die im weiteren Verlauf dann von flacheren Abschnitten unterbrochen werden. Ein längeres Stück radeln wir sogar fast eben dahin und können so Kraft für den Endspurt sammeln. Ob es allerdings ein richtiger Spurt sein wird, ist zu bezweifeln, denn bis zur Passhöhe (km 14,0), die hier ein Weiderost und ein Schild mit der Aufschrift »Seehöhe 1894 m« andeutet, nimmt die Steigung nämlich wieder bis auf 10 % zu. Eine schöne Aussicht oder gar eine Einkehrmöglichkeit wird man dann aber auch von dieser Seite kommend nicht vorfinden.

Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 18 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 15 % Höchststeigung. Dauer: 1,5 - 2,5 / 1,5 - 2,5. Befahrbarkeit: 1. Mai bis 31. Oktober.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour30 km
Höhenunterschied925 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestseite – Ausgangspunkt: Elmen, 978 m; Anfahrt: Füssen – Reutte – Weißenbach am Lech – Stanzach – Elmen Ostseite – Ausgangspunkt: Imst, 828 m; Anfahrt: Autobahn Innsbruck-Landeck A 12 (Inntalautobahn), Ausfahrt Mils – Imst
TourencharakterDas Hahntennjoch ist eine durchaus alpin zu nennende Verbindung zwischen dem obersten Lechtal im Westen und dem Inntal bei Imst im Osten. Den landschaftlichen Reiz geben die Lechtaler Alpen, immerhin größte Gebirgsgruppe der Ostalpen, deren Namensgeber, der Lech, allerdings etwas weiter westlich, im so genannten Lechquellengebirge entspringt. Beide Auffahrtsstrecken sind landschaftlich gesehen nicht nur gleich schön, auch streckentechnisch gesehen sind sie ebenbürtig. Während auf der Ostseite auf 14 km Länge etwas mehr als 1000 Höhenmeter mit Steigungen bis 15 % zu überwinden sind, sind es auf der Westseite 17 km mit maximal 18 % Steigung und etwas über 900 Höhenmeter.
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 18 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 15 % Höchststeigung, Dauer:1,5 - 2,5 / 1,5 - 2,5, Befahrbarkeit: 1. Mai bis 31. Oktober
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Österreich
Höchster Punkt
1903 m

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