Von den Elbbrücken zur Tatenberger Schleuse

Elbbrücken – Entenwerder – Rothenburgsort – Kaltehofe – Tatenberger Schleuse (Autor: Günter Weigt)
7 km
25 m
0.00 h
Von den Elbbrücken nach Rothenburgsort.
Hotel Holiday Inn, Hochwasserschutzanlage am »Haken«, Entenwerder Park, Bille-Sperrwerk.
Als Treffpunkt wegen des Tag und Nacht tosenden Autoverkehrs kaum geeignet, aber Knotenpunkt mehrerer Routen: die Norderelbbrücken. Unmittelbar nördlich der Brücke, noch vor der Hotelanlage, führt der Alexandra-Stieg auf der Hochwasserschutzmauer Richtung Osten. Schon nach wenigen Metern wird es leiser, und man wundert sich: Obwohl mitten in der Stadt gelegen, kommt hier fast so etwas wie Beschaulichkeit auf. Wir radeln entweder (nach einem Linksschlenker um die Treppenstufen herum) auf der Flutschutz mauer entlang. Dann haben wir links eine Golfanlage mit mehrstöckigem Abschlaggebäude im Stile eines überdimensionalen Puppenhauses und rechts das ehemalige Hafenbecken »Haken«, am Ende mit Flachwasserbiotop aufgepeppt; dahinter bitte rechts abbiegen auf den Lehmkiesweg! Oder wir überqueren das Ex-Hafenbecken auf einer neuen Fußgängerbrücke und landen mitten im Entenwerder Park. Hier befand sich bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts der Entenwerder Hafen, in dem die elbabwärts kommenden Binnenschiffe vom Zoll abgefertigt wurden. Den Hafen brauchte man nicht mehr, schüttete ihn bald nach dem Krieg zu und legte in den 90er-Jahren dort einen Park an. Obwohl zentral gelegen und mit tollem Blick auf Elbe, Elbbrücken und Schiffe gesegnet, ist der Park kaum bekannt; man trifft höchstens auf vereinzelte Spaziergänger mit Hund, grillende Großfamilien aus dem nahen multikulturellen Rothenburgsort oder Kleinstjachtbesitzer, die ihr Boot an der Slipanlage zu Wasser lassen. Am Ostende des Entenwerder Parks liegt das Entenwerder Fährhaus, ein Gasthaus mit Außenklo und sympathischem 60er- Jahre-Charme, im Sommer meist ab Mittag geöffnet. Dahinter passieren wir ehemalige Zollgebäude, sie beherbergen heute einen Kindergarten. Wir überqueren den Deich – links der markante backsteinerne Druckturm der Wasserwerk-Pumpanlage (siehe Kasten) – und biegen nach rechts auf den Ausschläger Elbdeich. 100 Meter weiter steht ein etwas deplatziert wirkendes herrschaftliches Wohngebäude: der damalige Landsitz des Hamburger Senators Traun aus den 1860er-Jahren. Direkt gegenüber geht’s nach rechts und über das Bille-Sperrwerk auf die Elbinsel Kaltehofe.
Von Rothenburgsort zur Tatenberger Schleuse.
Elbinsel Kaltehofe, Unter der Autobahn A1 hindurch, Mündung der Dove Elbe, Tatenberger Schleuse.
Auf Kaltehofe haben wir zwei Möglichkeiten der Weiterfahrt: Entweder radeln wir entspannt am Deich entlang, links die historischen Absetzbecken, die kleinen Pumpenhäuschen und die ehemaligen Verwaltungsgebäude der ersten zentralen Wasserversorgung Hamburgs; rechts der Elbdeich mit Ausblick über die Norderelbe, das Industriegebiet Peute und viel Landschaft.
Oder wir biegen links ab und fahren durch ein abenteuerliches Soziotop aus unaufgeräumten Kleinwerften, Schrebergartenhäuschen mit Bootssteg und schwimmendem Freizeitschipper-Restaurant, rechts hinter dem Zaun die Becken des Wasserwerks in Sicht. Am Ende ist der Weg holperig und fast zugewachsen, in der Regel aber befahrbar. Kurz vor der Autobahnbrücke über die Norderelbe treffen sich beide Wege. Links blicken wir über das neu geschaffene Süßwasserwatt mit drei künstlich angelegten Prielen, Ausgleichsmaßnahme für die Verbreiterung der A1. Hier haben sich seit 2008 überraschend schnell zahlreiche seltene Watvögel und andere Vogelarten angesiedelt. Links unter der Autobahnbrücke dann ein städtisches Lager für Sandsäcke und anderen Sturmflut-Bedarf. (Interessant für Radfahrer: Es gibt seit Längerem Überlegungen für einen unter die Autobahnbrücke gehängten Radweg; der würde Hamburgs Osten perfekt mit Wilhelmsburg verbinden.) Hinter der Brücke passieren wir bald die letzten verbliebenen Häuser der Bille-Siedlung am Moorfleeter Hauptdeich, gleich rechts dahinter erreichen wir die Tatenberger Schleuse (Details siehe Tour 13).

Tour auf einen Blick.
km 0 Elbbrücken, auf der Hochwasserschutzanlage in den Entenwerder Park, km 1 Entenwerder, durch den Park zum Bille-Sperrwerk, km 2 Rothenburgsort/Bille-Sperrwerk, zum stillgelegten Wasserwerk, km 3 Kaltehofe, über die Elbinsel nach Tatenberg, km 7 Tatenberger Schleuse, Endpunkt der Tour.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied25 m
Dauer0.00 h
Schwierigkeit
StartortAlexandra-Stieg
AusgangspunktAlexandra-Stieg auf der Hochwasserschutzmauer, direkt vor dem Hotel Holiday Inn an der Nordseite der Elbbrücken.
EndpunktTatenberger Schleuse.
TourencharakterDiese kurze Verbindungstour führt von der verkehrsreichsten Straße Hamburgs, den Elbbrücken, auf nur sieben Kilometern mitten hinein in die ländlich-beschaulichen Vier- und Marschlande. Wir radeln an einem ehemaligen Hafenbecken entlang, durch den Entenwerder Park und dann über das frühere Wasserwerksgelände auf der Elbinsel Kaltehofe. Von dort hat man nach Westen den Blick über die Elbe auf Schiffe, Kräne und Industrieanlagen, nach Osten auf den alten Holzhafen, zahllose rastende Wasservögel und ein neu geschaffenes Flachwasserbiotop.
Beste Jahreszeit
KartentippStadtplan Hamburg.
MarkierungenEinzelne Radroutenschilder »Altengamme«.
VerkehrsanbindungÜber Tour Von Altona zu den Elbbrücken, Von den Elbbrücken nach Harburg oder Von den Elbbrücken nach Neuhof; Variante: S-Bahn-Haltestelle Rothenburgsort (kein Aufzug!).
GastronomieGaststätten in Rothenburgsort; Ausflugsgaststätte »Entenwerder Fährhaus« (nur zeitweilig geöffnet); ein schwimmendes Restaurant in der Billwerder Bucht; Café in der Wasserwerks-Villa.
Tipps
Wasserwerk. Anlass für den Bau der Wasserleitungen und Filteranlagen in den 1890er-Jahren (unter Leitung des englischen Ingenieurs William Lindley) war die Cholera-Epidemie mit über 8000 Toten, die 1892 aufgrund der katastrophalen hygienischen Situation in den Armenvierteln der Stadt ausbrach. Robert Koch, als er in diesem Zusammenhang das Gängeviertel besuchte: »Ich vergesse, dass ich mich in Europa befinde.« Zur selben Zeit brannte in den Kontorhäusern bereits elektrisches Licht und fuhren Aufzüge, und in der Speicherstadt drehten sich hydraulisch betriebene Winden ... 2010 wurden das weitläufige Wasserwerksgelände und die Absetzbecken, in deren Sandboden zunächst Elb- und bis 1964 Grundwasser für die Trinkwasserversorgung gefiltert wurde, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt – unsanft und wenig naturverträglich meinen die einen, zum Wohle Erholung suchender Hamburger und an Industriedenkmalen interessierter Touristen die anderen. Acht der 22 Becken, ein Viertel der Fläche und die historische Verwaltungsvilla sowie die neu erbaute »Wasserkunst « sind seit 2011 der Öffentlichkeit zugänglich.
Informationen
Kombinationen mit anderen Touren möglich.
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