Tiefenbacher Eck (Rosskopf, 1596 m) Allgäuer Alpen

Parkplatz – Gailenberg – Rohadel – Bildstöckle – Tiefenbacher Eck – Rosskopf – Klank-Hütte – Parkplatz
Exposition - Süden - Lawinengefahr: keine
(Autor: Christian Schneeweiß)
14 km
830 m
5.00 h
Über eine westlich eines Platzes beginnende Bergstraße steigt man auf dem Gailenberger Weg nord- und nordwestwärts aus dem Ort heraus zum Weiler Gailenberg auf. Hinter dem Kirchlein schnallt man die Schneeschuhe an und steigt nordwestwärts erst steil über Almhänge, dann durch Wald (Hohlweg) auf einem Karrenweg, dann einem flacheren Fahrweg hinauf zu einem Abzweig in einer Rechtskehre. Geradeaus quert man auf Karren- und Fußweg (evtl. eingetreten) über eine Lichtung eben westwärts (Weg auf Karten noch nicht eingezeichnet!). Vom Schild Richtung »Breiten« (»Rohadel«, 1123 m) lässt sich über einen Bach zu weiteren Lichtungen spazieren, bis man auf einen Fahrweg trifft. Den verfolgt man kurz und steigt dann steil über Almhänge hinauf zu einer Kapelle (1217 m) neben einem geräumten Sträßchen. Die schmucklose Schwandeck-Kapelle wurde zwar erst vor wenigen Jahren wiedererbaut (vorher hieß sie Wickkapelle), aber die Höhenangabe auf der Inschrift ist völlig verkehrt. Das Sträßchen verfolgt man bis zu einem im Wald links abzweigenden Karrenweg, von dem man kurz über eine Alm zum Bildstöckle mit Aussichtsbank (1325 m) aufsteigen kann. Auf dem Karrenweg geht es nun im Wald kurz ostwärts über einen Buckel und einen Sattel zum Beginn des Tiefenbacher Kamms. Der anfangs breite und gemächlich ansteigende, häufig eingetretene Wanderweg auf der Kammhöhe steilt sich bald ziemlich auf, während sich der Gipfel des Tiefenbacher Ecks (1525 m) als freier Buckel mit verwachsender Aussicht entpuppt. Zipfelmütziger Jungwald und dämmriger Hochwald wechseln einander ab, bis man durch eine parkartige Landschaft das freie und unverspurte Hochplateau des Schliebergs erreicht (1569 m; der Sommerweg führt rechts hinab). Nach kurzem Abstieg nordnordostwärts wandelt man durch lichten Wald und Parklandschaften auf dem Kamm weiter zum freien Roßkopf (1596 m). Nur leicht abfallend geht es ostwärts und auf südostwärtigem Kammausläufer weiter bis zur weißen Wand eines Fichtendickichts. Am einfachsten quert man den flacheren rechten Hang links haltend durch Wald, Lichtung und Latschengasse zu einem Wegweiser (links zum Spieser). Rechts geht es eben südwestwärts Richtung »Karl-Hiller-Hütte« an einigen Hüttchen vorbei und durch ein kurzes Waldstück hinab zur Schlieberg-Alm. Ein Fahrweg führt südwärts etwas aufwärts durch Wald zur »Karl-Hiller-Hütte« (Wegkreuzung) und abwärts weiter zur freien Klankhütte und der 1988 errichteten Kapelle, einem öffentlich zugänglichen Kleinod. Dem Standort angemessen präsentiert sich das ausgeklappte Altarbild in farbenprächtiger naiver Malerei, während in der Ferne das weiße Plateau des Gottesacker (auf hochdeutsch Gräberfeld) zwischen düsteren Felswänden die passende Hintergrundmusik spielt. Der zwischen Wald- und Almflächen geschlängelt verlaufende, häufig eingetretene Fahrweg südwest- und südwärts über die ehemalige Höfle-Alm hinab zur Gailenberger Straße lässt sich neben der Kapelle geradeaus über eine steile Schneise abkürzen – was bei tiefem Schnee wirklich Spaß macht. Über das Sträßchen geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Schneeschuhtour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied830 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortBad Hindelang
AusgangspunktGroßparkplatz nördlich der B308, 800 m
TourencharakterIm Sommer ist das Tiefenbacher Eck ein beliebter Allgäuer Wanderberg mit gemäßigten Höhendifferenzen – und einem so dichten Wanderwege-Netz, dass einem der Kopf brummt von den vielen Wegweisern - Seitdem sich Hindelang »Bad« nennen darf, haben sie viel Geld in den Tourismus investiert und das durchdachte Wegekonzept des Bregenzer Walds importiert: Leichte Wege sind an den Wegweisern gelb, mittelschwere rot, anspruchsvolle schwarz markiert und jede Wegkreuzung hat einen Namen mit Höhenangabe. Im Frühwinter wird zwar das Tiefenbacher Eck von Winterwanderern begangen und im Winterverlauf der nebenan markant aufragende Spitzkegel des Spieser (1651 m) als Skitour. Aber der Bereich um den Roßkopf in der Fortsetzung des Tiefenbacher Kamms dämmert als spurloses Aschenbrödel vor sich hin. Zu Unrecht, denn während man vom Tiefenbacher Eck nur gelegentlich aus dem dichten Wald blicken kann, läuft man am Rosskopf meist durch eine Parklandschaft aus Freiflächen und weit stehenden Fichten. Auch beim Zustieg geben Lichtungen den Blick auf die Allgäuer Alpen frei, während der beste Aussichtspunkt zweifellos das unscheinbare »Bildstöckle« mit Sitzbank und Kreuz ist. Beim Abstieg vom Roßkopf und beim Zustieg zum Tiefenbacher Eck müssen einige Steilpassagen überwunden werden, bei denen sich als bessere Alternative zu Serpentinen die Anwendung der Duckstep-Technik lohnt.
Beste Jahreszeit
KartentippBayer. LVA 1 - 50000, UK L8 »Allgäuer Alpen«; Kompass mit Skirouten 1:50000, Nr. 3 »Allgäuer Alpen-Kleinwalsertal«
VerkehrsanbindungAuto - Von Stuttgart auf der A8/A7 nach Kempten, am Autobahnkreuz Allgäu auf die A980 und in Waltenhofen ab zur B19 Richtung Immenstadt/Oberstdorf; von München auf der A96 bis Jengen/Kaufbeuren und weiter an Kaufbeuren/Marktoberdorf vorbei auf die A7 (Kempten). In Sonthofen ab zur B308 Richtung Bad Hindelang/Oberjoch und nach Bad Hindelang. ÖV: Mit der Bahn nach Kempten und weiter Richtung Oberstdorf (oft ohne Umsteigen) bis Sonthofen. Mit dem Bus nach Bad Hindelang.
GastronomieIm Tal
Tipps
Schneeschuhtyp - Moderns, Alpin-Classics
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Gästeinformation Bad Hindelang, Tel. 08324/892–0, www.bad-hindelang.info; Bergführerbüro, Tel. 08324/953650

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