Kleiner Ahornboden (Denkmal, 1390 m) Karwendelgebirge

Auf dieser Tour bewegt sich mitten hinein in das winterliche Herz des wilden Karwendelgebirges. Wer früh losgeht, erlebt das beeindruckende Wechselspiel zwischen Licht und Schatten am intensivsten. (Autor: Christian Schneeweiß)
17 km
450 m
5.00 h
Ostwärts marschiert man mit Schneeschuhen neben der Loipe talein, bis nach gut 1 km rechts ein Fahrweg abzweigt. Auf dem geht es kurz abwärts über den Rißbach, rechts am Winter-Verbotsschild für Fahrzeuge vorbei hinauf und über der wilden Klamm des Johannisbachs mit ihren Eiskaskaden talein (Achtung, evtl. Stellen Wassereis!).

20 Hm abwärts spaziert man der Beschilderung zu Kleiner Ahornboden/ Falkenhütte folgend über den Johannisbach (Brücke 1010 m) und an der westlichen Talseite aufwärts weiter. Nach 2 km kommt eine Passage mit Lawinengefahr aus den steilen Felshängen oberhalb des Tals, bei der man nach starken Schneefällen nicht anhalten sollte (ab März außerdem Grundlawinengefahr bei starker Sonneneinstrahlung).

An einer Fahrwegskehre wendet man sich links Richtung Falkenhütte/Karwendelhaus und läuft auf einem Karrenweg weiter talauf, um wieder auf den abgekürzten Fahrweg zu treffen. Dieser führt geradeaus und in Rechtsschleife zum Kleinen Ahornboden und dem Denkmal vor einer Jagdhütte.

Varianten: Erfahrene Schneeschuhgeher mit Übernachtungsausrüstung können hier weitergehen zur Falkenhütte (1848 m; über ein Brückerl und links über die Ladizalm) oder zum Karwendelhaus (1771 m; geradeaus und über den Hochalmsattel), wo Winterräume mit zu bezahlendem Bier warten.

Abstieg entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied450 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHinterriß (928 m) Mautparkplatz hinterm Hotel Alpenhof, 942 m
TourencharakterAuf dieser lang gezogenen Fahrwegstour erreicht man weder Gipfel noch Almwirtschaft, sondern bewegt sich mitten hinein in das winterliche Herz des wilden Karwendelgebirges. Rundum erheben sich schroffe Felswände aus Kalk, hell leuchtend in der Sonne, kalt brütend im Schatten. Wer um neun losgeht, erlebt das Wechselspiel zwischen Licht und Schatten am intensivsten, wer die Hochebene des Kleinen Ahornbodens in der Sonne erleben will, muss sich spätestens um acht Uhr auf die Schneeschuhe machen. Denn die Felsmauer der höchsten Karwendelkette zwischen den berüchtigten, 800 Meter hohen Laliderer Wänden und der Birkkarspitze (2749 m), dem höchsten Gipfel des Karwendels, fängt die Sonnenstrahlen ab wie ein Schirm. Das Denkmal für den 1876 zu früh verstorbenen Kalkalpen-Erschließer Hermann von Barth steht sozusagen genau in der Mitte seines Wirkens, das sich von den Berchtesgadener Alpen bis zu den Allgäuer Alpen erstreckte. Aber sein Lieblingsspielplatz war das umfangreiche Karwendelgebirge, das er auf der Suche nach immer neuen Herausforderungen und Erstbesteigungen durchstreifte, die er dutzendweise abhakte. Trotz brüchigem Gestein, schlechter Ausrüstung und mancher unerwarteter Schwierigkeiten überlebte Barth die teils haarsträubenden Trips - Nach Griffausbruch stürzte er auf einen Schotterabsatz, ein Gipfel brach unter ihm weg, auf einem wüsten Zackengrat verlor er seine geliebte Alpenstange – unbeirrt kletterte er trotzdem weiter und veröffentlichte das erste Führerhandbuch »Aus den Nördlichen Kalkalpen«. Der Kalkkünstler starb schließlich in Afrika, wo sich der Fieberkranke erschoss.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass mit Skirouten 1 - 50000, Nr. 26 »Karwendelgebirge«; Bayer. LVA 1:50000, UK L30 »Karwendelgebirge«
VerkehrsanbindungAuto - Von München auf der A8 bis Ausfahrt Holzkirchen, durch den Ort auf die B13 und nach Bad Tölz. Von der Südumgehung (B472) ab Richtung Lenggries/Sylvenstein, am Sylvensteinsee rechts nach Vorderriß und durchs Rißtal bis zum winterbedingten Straßenende. ÖV: Im Winter kein Verkehr im Rißtal.
GastronomieGasthaus Post in Vorderriß/Alpenhof
Tipps
Schneeschuhtyp - niedrig bis mittel (von oben!)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Gästeinformation Lenggries, Tel. 08042/5018–0, www.lenggries.de

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