Hochschelpen (1552 m) – Piesenkopf (1629 m) Allgäuer Alpen

Am Piesenkopf laden weite Hochflächen zum variantenreichen Schneeschuhgehen ein - mit spektakulärem Nahblick auf die Gottesackerwände und den Hohen Ifen. (Autor: Christian Schneeweiß)
12 km
700 m
5.00 h
Auf einer Forststraße geht es südwärts zu einer Brücke und südwestwärts anfangs auf einer Freifläche (links Abzweig zur Scheuenalm), dann durch Wald über dem Scheuenbach talein, häufig über Fuß- oder Fahrspuren. Links ragen dunkel Scheuenwände und Gauchenwände aus dem Wald heraus, zwischen denen die von hier nicht einsehbare Eiskaskade eines Wasserfalls vom Hochplateau der Piesenalm zu Tal stürzt.

Durch Fichtenwald zum Piesenkopf

Nach dem links abzweigenden Fahrweg Richtung »Piesenkopf« wendet die Forststraße sich meist spurlos nach rechts und später nordwestwärts aufwärts zwischen den weiß verhüllten Fichten des Scheuenwalds Richtung Hochschelpen. Wo links ein Fahrweg abzweigt, läuft man geradeaus und steigt vor dem Ende der Forststraße links über eine parkartige Fläche gerade westwärts hinauf (der Sommerweg macht eine Schleife) bis zu einem freien Ostrücken.

Über diesen und rechts eines Fichtendickichts geht es hinauf zum Gipfelplateau des Hochschelpen mit Kreuz (1552 m). Von hier kann man südwärts durch eine Schneise absteigen zu der Freifläche der Roßschelpen-Alm (ca. 1440 m), auf der man eben durch einige Bacheinschnitte, dann ansteigend hinüberquert unter das Hörnlein.

Variante: Oder man steigt auf dem Sommerweg südwestwärts ab zu einem schmalen Kamm und läuft südwärts, einen Aufschwung rechts umgehend auf diesem bis zum abrupten Ende am Hörnlein (1543 m).

Ein Ziel - mehrere Möglichkeiten

Einige Meter vor dem Gipfel kann man links (ostwärts) steil auf Hintern und Schneeschuhen abrutschen zur Freifläche (nur bei weichem Schnee, sonst zurückgehen!). Von ca. 1470 m geht es südwärts abwärts durch eine Karrenweg-Schneise im Wald zu einem freien Sattel mit Wegweiser, von dem man sich links (ostwärts) auf einem unmarkanten Waldkamm querend Richtung freiem Scheuenpass (1428 m) wendet. Hier kann man links hinab Richtung »Balderschwang« zur Aufstiegs-Forststraße abkürzen (siehe »Abstieg«).

Geradeaus läuft man – häufig Fußspuren folgend – ostwärts flach ansteigend über weite Freiflächen weiter.

Variante: In einem die Einschnitte des Fugenbachs weiträumig umgehenden Rechtsbogen kann man südwärts zu einem westwärts führenden Fahrweg laufen, von dem aus man dann über einen Kamm den Riesenkopf (1480 m) mit seinem exponierten Jägerhäusel erreicht.

Sobald die Schulter am Nordrücken des Piesenkopfs erreicht ist, steigt man nach kleiner Schleife über diesen (evtl. Skispuren) lawinensicher hinauf zum Erinnerungskreuz am Gipfel.

Variante: Gipfelsammler können von hier die rückseitigen Gipfelbuckel der Scheuenwände und Gauchenwände (Achtung, dazwischen ist ein Einschnitt!) in Angriff nehmen.

Abstecher zum Wasserfall

Abstieg entlang der Aufstiegsroute zum Scheuenpass. Dann läuft man auf dem Sommerweg (oft eingetreten) frei nordwärts erst gemäßigt, dann steil hinab und quert rechts (ostwärts) durch einen steinigen Wald abwärts. Über eine Freifläche erreicht man nordwärts den Fahrweg, der zur Aufstiegs-Forststraße quert.

Wer noch nicht »spurmüde« ist, sollte aber rechts haltend (nordostwärts) über die spurlose Freifläche weiter absteigen und auf einem Karrenweg durch Waldstücke talaus marschieren. Kurz nachdem dieser etwa 20 Meter ansteigt, lässt sich scharf rechts über einen freien Rücken südwärts aufsteigen und unter den Gauchenwänden durch steilen Wald zum Wasserfall queren. Ansonsten läuft man auf dem Rücken abwärts zur Scheuenalm und links auf dem Fahrweg über eine Brücke kurz zur Forststraße.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied700 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortBalderschwang
Ausgangspunkthinter dem Riedbergpass am Beginn einer flachen Freifläche links Fahrwegabzweig mit Parkraum, 1090 m
TourencharakterDie Allgäuer sind ein eigenwilliger Menschenschlag. Wollen sie nicht verstanden werden, schalten sie einfach auf Dialekt um, und der Rest der Welt versteht nur noch Bahnhof. Besonders ausgeprägt ist die »Mir-san-mir-Mentalität« hinterm Riedbergpass, der im Winter nach Schneefällen häufig nur mit Schneeketten befahrbar ist. In Balderschwang haben bei den letzten Wahlen über 90% der Wähler CSU gewählt. Getreu dieser Wagenburg-Mentalität verschanzt sich der Piesenkopf hinter unpassierbaren Felswänden – über denen weite Hochflächen zum variantenreichen Schneeschuhgehen einladen. Und das mit spektakulärem Nahblick auf die hintereinander gestaffelten Gottesackerwände, deren Vorhut die Scheuen- und Gauchenwände bilden und deren Kulmination der Hohe Ifen (2230 m) stellt.
Beste Jahreszeit
KartentippBayer. LVA 1 - 50000, UK L8 »Allgäuer Alpen«; Kompass mit Skirouten 1:50000, Nr. 3 »Allgäuer Alpen-Kleinwalsertal«
VerkehrsanbindungAuto - Von Stuttgart auf der A8/A7 nach Kempten, am Autobahnkreuz Allgäu auf die A980 und in Waltenhofen ab zur B19 Richtung Immenstadt/Oberstdorf; von München auf der A96 bis Jengen/Kaufbeuren und weiter an Kaufbeuren/Marktoberdorf vorbei auf die A7 (Kempten). Bei Fischen rechts ab Richtung Balderschwang, hoch zum Riedbergpass (1420 m) und dahinter hinab. ÖV: andere Route: Mit Bahn nach Kempten und weiter Richtung Oberstdorf (oft ohne Umsteigen) bis Fischen. Mit Bus zum Riedbergpass. Mit Schneeschuh über Schönbergalm und Dinigörgen-Alm (1280 m) zum Piesenkopf (ebenfalls Nordrücken-Anstieg) und zurück (500 Hm, 11 km, 4 Std.).
Gastronomieevtl. Scheuenalm (1120 m)/im Tal
Tipps
Schneeschuhtyp - mittlere Classics oder einfache Moderns
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Gästeinformation Balderschwang, Tel. 08328/1056, www.balderschwang.de

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