Angerbergkopf (2399 m) / Sellraintal

Alpengasthof Bergheim – Fotscher Hütte – Furggesalm – »Stangenroute« – Sattel – Angerbergkopf – retour
Exposition - West / Lawinengefahr: niedrig bis mittel, v.a. im Kammbereich (Autor: Christian Schneeweiß)
19 km
950 m
5.00 h
An der Westseite des Fotscher Bachs spaziert man über einen Rodelweg im Wald mit oder ohne Schneeschuhe südwärts talauf bis zu einem Flachstück und einer Verzweigung mit Schildern (1450 m). Links auf Fahrweg über eine Brücke kurz hinauf zum Alpengasthof Bergheim alias Bergheim Fotsch (1464 m; 370 Hm, 3 km, 1,25 Std.). Im Frühjahr kann der Rodelweg bereits schneefrei sein und ist dann mit dem Auto befahrbar bis zur Brücke oder dem Gasthof. Vom Alpengasthof Bergheim mit Schneeschuhen den Fahrweg Richtung Potsdamer Hütte in Links-Rechts-Schleife kurz im Wald südwärts aufwärts gehen zum Beginn des Sommerwegs Richtung Furggesalm (1490 m, Schild; hierher auch ostwärts gerade hoch und einige Meter rechts). Variante A - Auf dem Fahrweg weiter talein wandern bis zu einer Almfläche (einen vorher abzweigenden Fahrweg ignorieren). Scharf links abzweigen (1700 m; geradeaus zur Potsdamer Hütte weiter), nordwärts aufwärts queren und abschließende Rechtskehre zu den neueren Hütten der Furggesalm (1870 m) am Fuß weiter freier Hänge (sehr leicht, aber länger; normalerweise Skispuren). Variante B: (falls genug Schnee liegt): Links abzweigen, kurz ostwärts hinaufsteigen zur Lichtung mit der Fotscher (Ski-)Hütte und nach einem Gatterl rechts (südwärts) ansteigend queren bis zu einem kleinen Absatz am Ende einer Lichtung. Links (südostwärts) in Serpentinen hinauf zu einem Fahrweg und einige Meter rechts. Oberhalb ab, in Links-Rechts-Schleife über eine Lichtung hinauf zum abgekürzten Fahrweg und auf diesem in kurzer Links-Rechts-Schleife zur Furggesalm (direkter, aber anstrengender Abkürzer; besser mit Moderns). In Links-Rechts-Schleife gelangt man auf Karrenweg zur alten Furggesalm (1938 m). Ab hier dienen Stangen der Orientierung. Über einen breiten Rücken kurz gerade ostwärts genau in Richtung Gipfel des Angerbergkopfs hinaufsteigen und ab ca. 2000 m rechts (südwärts) ansteigend queren bis zu einem Absatz im Westrücken des Schaflegerkogels. Links von diesem durch eine Mulde ostwärts hinauf zu einem Flachstück, das bei hoher Lawinengefahr und für Anfänger ohne erfahrene Begleitung das Ende der Tour markiert. Relativ steil kurz links den Rücken hinaufqueren und links haltend (rechts zum Schaflegerkogel, 2405 m; stärker lawinengefährdet!) steil hinauf zu einem steinigen Sattel mit Stange. Links am Kamm (nordwärts; rechtsseitig Wechten) zu einer kleinen Stufe, rechts haltend über diese zum kleinen Gipfelplateau und einige Höhenmeter entweder rechts zu einem steinigen Kegelspitz (meist zu Fuß) oder links zum Kamm hinauf (evtl. Wechte). Schwindelfreie und Trittsichere mit Alpinerfahrung können auf dem stark überwechteten Grat zum mit einer Stange markierten Hauptgipfel schleichen. Der Abstieg erfolgt entlang der Aufstiegsroute A oder B.

Schneeschuhtour, einsame Schneeschuhtouren

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied950 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortSellrain im Sellraintal (908 m)
AusgangspunktParkplatz an einer Haarnadelkurve über den Fotscher Bach, 1100 m
TourencharakterDiese abwechslungsreiche Tour lohnt sich am ehesten als Teil eines Mehrtages- oder Wochenendausflugs. Nachdem der dichte Waldgürtel überwunden ist und lichter Zirbenwald zur Furggesalm begleitet hat, wandert man oben über eine weite, völlig hindernislose, aber nur mäßig geneigte Bergflanke mit vielen Buckeln und Mulden in S-förmig geschwungener Route aufwärts. Die einzige anstrengende und eventuell lawinengefährdete Passage ist der kurze Aufstieg zum Gipfelkamm. Bis man dort oben im Sattel steht, nichts erwartend bei dem Schnullerberg – und dann ungläubig mitten in die düsteren, brüchigen Nordwestwände der Kalkkögel starrt, die sich wie die Zähne eines Raubtiers frontal gegenüber aufreihen. Dazwischen liegt – sozusagen als Beruhigungsmittel – das schneeweiße, kaum berührte Senderstal eingebettet, hinter dem als Kontrastmittel der Skizirkus der Axamer Lizum aufragt. Der Kamm zum Angerbergkopf weist die Besonderheit eines Doppelgrats auf, zwischen dem eine Senke eingebettet ist, in der nach der Schneeschmelze ein Seeauge entsteht. Zwar bilden sich am westlichen der parallelen Grate Wechten; aber die sitzen gut auf und kommen gerade Recht, um in Gratnähe hinüberzulaufen zu einem der beiden »Schneeschuhgipfel«. Der eigentliche Hauptgipfel ist mit einer Stange markiert und befindet sich weiter nördlich im hier schon recht ausgesetzten Grat. Ihn hat man unten beim Aufstieg im Visier gehabt, wo er sich steil und steinig über der Furggesalm erhob. Bei Firn ist dies der Skigipfel, von dem sich gerade zu den Almhütten abfahren lässt – was natürlich auch Snowboarder machen können, die per Schneeschuh mit dem Brett auf dem Buckel heraufgeschwitzt sind.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1 - 50000, Nr. 83 »Stubaier Alpen«; Alpenverein 1:50000, Nr. 31/5 mit Skirouten »Innsbruck«
VerkehrsanbindungAuto - Von München auf der A8 und A93/12 über Innsbruck Richtung Bregenz bis Ausfahrt Zirl und über Kematen ins Sellraintal. Am oberen Ende des Hauptorts Sellrain (Kennzeichen: ca. 100 m dichte Bebauung) links ins Fotschertal Richtung Alpengasthof Bergheim. ÖV: Mit der Bahn von München über Innsbruck Richtung Landeck/Bregenz bis Kematen. Mit Bus durchs Sellraintal bis Sellrain-Ort und abholen lassen vom Alpengasthof Bergheim.
GastronomieAlpengasthof Bergheim (1464 m), bewirtet ganzjährig außer November, 40 Übernachtungsplätze (unbedingt vorreservieren! Abholung von Sellrain möglich), Tel. 0043/(0)664/2245572
Tipps
Schneeschuhtyp - Moderns oder Classics
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Region Sellraintal-Kühtai, Gries i. Sellrain, Tel. 0043/(0)5236/224, www.sellraintal.at

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