Zwischen Werntal und Aufseßtal

Aufgrund der Länge anstrengende Tour, bequem vorwiegend auf Feld- und Wiesenwegen zu gehen. (Autor: Tassilo Wengel)
Von Veilbronn in das Werntal.
Wir starten in Veilbronn beim Wegweiser an der Telefonzelle und folgen dem Hinweis zum Werntal. Zunächst laufen wir im Tal der Leinleiter durch Veilbronn und treffen am Ortsausgang auf die Schulmühle. Dieser reizvolle Fachwerkbau galt schon immer als Kleinod, das die Blicke auf sich zieht. Das einstige Anwesen der Müllerfamilie Ochs ist über 500 Jahre alt und wurde 1976 von der Familie Blank erworben. Mit viel Einfühlungsvermögen und originalen Baustoffen wurde sie liebevoll unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten renoviert und beherbergt heute die Edelobstbrennerei von Inge Blank. Bei der Schulmühle biegen wir nach rechts ab und verlassen die Asphaltstraße beim Wanderparkplatz. Nun genießen wir den Wiesenweg im Werntal. Hecken aus Schlehen, Holunder und Ebereschen begleiten uns am Pumpenhaus vorbei zum Siegritzer Brunnen. Hier wird eine kleine Wasserfläche von einer Quelle gespeist. Auf leicht ansteigendem Weg kommen wir zu einer Kreuzung mit dem Wegweiser »Ringweg Veilbronn«. Jetzt biegen wir nach rechts ab, wandern zunächst in Richtung Schücht und folgen am nächsten Wegweiser der Markierung blauer Querstrich in Richtung Draisendorf. Anfangs wandern wir auf einem breiten Waldweg, der sich bald verengt und in einen Wiesenpfad übergeht. Wildobsthecken begleiten uns, bis wir auf eine Asphaltstraße treffen, auf der wir nach Neudorf kommen.
Von Neudorf ins Aufseßtal.
Unser Wanderweg führt durch den Ort und wird zu einem breiten, befestigten Wiesenweg mit herrlichen Ausblicken über Wiesen und Wald. An einer Gabelung halten wir uns rechts und kommen auf einem Feldweg zum Waldrand, biegen nach links und wandern zunächst zwischen Wiese und Wald, bis unser Weg nach rechts in den Wald einbiegt. Uns umgibt ein Buchenwald, in dem Leberblümchen, Zweiblatt, Hornkraut und Haselwurz zu den Frühjahrsblühern gehören. An der nun folgenden Gabelung folgen wir der etwas schwer zu erkennenden Markierung blauer Querstrich, die uns durch den Wald zum Rundweg Wüstenstein–Draisendorf führt. Im Ort angekommen, treffen wir auf den Andreasplatz mit der Nützel-Mühle. Sie wird bereits 1743 als Mahlmühle erwähnt und ist eine der zahlreichen Mühlen, die früher im Aufseßtal große wirtschaftliche Bedeutung hatten. Neben Mahlmühlen für Getreide gab es auch Öl- und Sägemühlen, Schleifmühlen sowie Hammerschmieden. Bei der Nützel-Mühle folgen wir dem Wegweiser »Aufseßtal« und der Markierung blauer Querstrich weiter auf einem schönen Talweg mit Bänken nach Wüstenstein. Dort stoßen wir auf die Asphaltstraße und folgen dem Wegweiser »Veilbronn« (Markierung gelber Punkt). Wir überqueren die Brücke über die Aufseß und müssen dann auf den Wegweiser »Wanderweg« achten, der hinter einem Gebäude aufwärts führt. Beim Gasthaus–Pension Schoberth lohnt sich eine Rast bei frisch gezapftem Bier. Angeboten werden kalte Gerichte wie Stadtwurst und Hausmacherplatte, sonntags gibt es einen Mittagstisch mit hausgemachten Klößen. Hier halten wir uns links und gehen auf der Asphaltstraße aufwärts bis zum Ortsausgang von Wüstenstein. Dort folgen wir dem Wegweiser »Leidingshofer Tal, Veilbronn« sowie der Markierung gelber Punkt und genießen auf einem breiten Wiesenweg die Weite der Landschaft. Der Blick schweift nach Wüstenstein und in das Aufseßtal mit bewaldeten Hängen. Über Felder und Wiesen wandernd, sehen wir bald die Häuser von Leidingshof. Im Ort folgen wir dem Wegweiser »Leidingshofer Tal« abwärts. Der Weg mündet auf einen Lehrpfad, der durch das Leidingshofer Tal nach Veilbronn führt. Wir gehen geradeaus weiter, folgen beim Wegweiser dem Hinweis zum Pavillon (Markierung roter Kreis) und gehen zwischen Waldrand und Feld entlang. An der schmalen Stelle des Feldes befindet sich nach rechts der Abzweig in den Wald, der zum Pavillon führt. Die Aussicht ist nicht mehr besonders gut, da die Bäume schon eine beträchtliche Höhe haben. Von hier leitet uns die Markierung roter Kreis auf einem schmalen Pfad abwärts nach Veilbronn.
Der Lehrpfad Veilbronn.
Auf der Informationstafel am Wanderparkplatz in Veilbronn kann man sich über den Verlauf und die Länge des Lehrpfades informieren. Als Wegmarkierung gilt ein stilisierter Pavillon. Es handelt sich um eine Rundwanderung, die man individuell gestalten kann. Sie führt durch das romantische Tal, wo am Weg zahlreiche Text- und farbige Schautafeln über die Natur mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt informieren. Steil aufragende Felsen und plätschernde Bächlein bestimmen das Bild, Schutzhütte und Rastplatz laden zum Verweilen ein.

Gehzeiten.
Veilbronn – Neudorf 11/2 Std. – Draisendorf 1 Std. – Leidingshof 13/4 Std. – zurück nach Veilbronn 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied103 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortVeilbronn
AusgangspunktVeilbronn, Wanderparkplatz.
EndpunktVeilbronn, Wanderparkplatz.
TourencharakterWenn im Frühling die Natur erwacht, stehen auch die Streuobstwiesen und Baumalleen in voller Blüte. Stellenweise verwandelt der Raps große Flächen in ein gelbes Blütenmeer, und der Klatschmohn verleiht mit seinen leuchtend roten Blüten manchen Wiesenflächen ein besonderes Antlitz. Dann ist für diese Wanderung zwischen Werntal und Aufseßtal die schönste Zeit. Sie führt auf schönen Höhenwegen zwischen Feldern und Wiesen zu kleinen Dörfern oder auf ruhigen Pfaden durch Talauen mit einer reichen Pflanzenwelt.
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto. Auf der Autobahn A 70 bis zur Anschlussstelle Schirradorf oder Stadelhofen, über Hollfeld, Aufseß und Heiligenstadt nach Veilbronn. Bahn. Bahnstation Bamberg oder Ebermannstadt, weiter mit dem Bus nach Veilbronn.
GastronomieVeilbronn - Gasthof Lahner-Buhr mit schönem Biergarten, Tel. 09198/928990 (Mo Ruhetag); Wüstenstein: Gasthaus-Pension Schobert, Nr. 25, Tel. 09196/402 (Di Ruhetag); Gasthaus Rosenzweig, Im Tal, Tel. 09196/471 (Mo Ruhetag).
Tipps
Brennerei Inge Blank in der Schulmühle Veilbronn. Der Obstreichtum in der Fränkischen Schweiz ist allgemein bekannt und führte dazu, dass es hier zahlreiche Brennereien gibt, die feine Obstbrände herstellen. Eine geschätzte Edelobstbrennerei ist die von Inge Blank in Veilbronn. Zunächst als Hobby betrieben, wurde im Jahre 2000 aus dem Hobby ein Beruf. Leidenschaft und Begeisterung kennzeichnen die Arbeit von Inge Blank. Die hohe Qualität ihrer Edelobstbrände wurde bereits mit vielen Medaillen geehrt. Die Auswahl ist groß und reicht von Aprikose, Kirsche, Quitte, Pflaume bis zu Williams-Birne oder Mirabelle. Bekannt sind inzwischen auch ihre hausgemachten fruchtigen Marmeladen, die aus handverlesenem Obst hergestellt werden und teilweise mit auserlesenen Obstbränden verfeinert sind. Das Sortiment runden auch handgefertigte Trüffelträume ab, die in vier verschiedenen Geschmacksrichtungen – Kirschwassertrüffel, Williamstrüffel, Aprikosentrüffel und Aprikosenlikör – hergestellt werden. In einem feinen Laden kann man neben diesen kulinarischen Genüssen auch ausgewählte Accessoires für Garten, Tisch und Terrasse entdecken. Probieren kann man die Edelobstbrände und Trüffelträume nach Anmeldung unter Tel. 09198/1023 oder Mobil unter 0160/92304283.
Informationen
Biotop am Wegesrand. Die Hecken an den Wegrainen entstanden durch die kleinbäuerliche Landwirtschaft, wurden allerdings in den letzten Jahren durch die Intensivierung der Landwirtschaft teilweise beseitigt. Sie zählen zu den wichtigen Lebensräumen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und bieten Nahrung sowie Brutmöglichkeiten für seltene Vogelarten wie Neuntöter und Dorn- grasmücke. Besonders Hecken aus Weißdorn, Schlehe und Hundsrose zeichnen sich durch ihren Insektenreichtum aus.
Unterkunft
Veilbronn - Gasthof Lahner-Buhr, Tel. 09198/ 928990, www.landgasthof-lahner-buhr.de; Landhaus Sponsel-Regus, Tel. 09198/222, www.sponsel-regus.de.
Tourismusbüro
Tourismusbüro Markt Heiligenstadt, Hauptstraße 21, 91332 Heiligenstadt i. OFr., Tel. 09198/929932, E-Mail: tourismus@markt-heiligenstadt.de, www.markt-heiligenstadt.de.

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