Wandern in der Fränkischen Schweiz

Zwischen Hiltpoltstein und Großenohe

Großenohe liegt im romantischen und stillen Krummestal und hat bis heute seine Ursprünglichkeit bewahrt. Es gilt als Kleinod in der Fränkischen Schweiz und kann mit gepflegten Fachwerkhäusern aufwarten. Die Wanderung bietet nicht nur schöne Landschaften, sondern auch empfehlenswerte Einkehrmöglichkeiten. (Autor: Tassilo Wengel)
10 km
10 m
3.00 h

Von Hiltpoltstein nach Großenohe

Wir starten bei der Wanderwegtafel am Gasthof Goldenes Ross in Hiltpoltstein, wo wir dem Wegweiser »Wanderweg über Großenohe nach Egloffstein« (Markierung grüner Querstrich) folgen. Zunächst gehen wir die Asphaltstraße abwärts und biegen beim Schild »Gasthof–Pension Aures« auf einen Pfad ein, der zwischen Wiesen und Wohngrundstücken auf die Schulstraße leitet. In der Schulstraße lohnt sich schon die erste Rast beim Gasthof Aures, denn von der großen Terrasse hat man einen schönen Blick auf das Schloss Hiltpoltstein und die Kirche. Preiswerte Brotzeiten und Hasenkeule mit Kloß gehören zu den Spezialitäten. Von der Schulstraße wenden wir uns nach links, gehen abwärts bis zur Schossaritzer Straße und folgen dieser nach rechts.

Wo links ein Schotterweg abzweigt, folgen wir der Markierung grüner Querstrich auf dem Feldweg und wandern zwischen kräuterreichen Wiesen mit Salbei, Schafgarbe, Johanniskraut, Wiesenkümmel und anderen schönen Stauden nach Großen-ohe. Die idyllische Lage des Ortes wird durch das Plätschern des kleinen Baches unterstrichen, an den trockenen Hängen haben sich zahlreiche Wacholderbüsche ausgebreitet, die mit ihren bizarren Formen eine besondere Ausstrahlung haben. Von der Mitte des Ortes bietet sich ein kleiner Abstecher zur Spiesmühle im stillen Krummestal an. Von dort zurück, schwenken wir bei der Linde mit dem Wegweiser zum Café und Restaurant Zur Sägemühle nach rechts, wo wir in idyllischer Umgebung eine Rast einlegen können. Anschließend folgen wir der Markierung rotes Andreaskreuz durch den malerischen Ort mit seinen Fachwerkhäusern. Zwischen Feld und Wald zurück.

Am Ortsende biegen wir nach rechts ab und gehen auf einem Weg mit Formplatten zwischen Wiesen und Feldern weiter, an einer Gabelung folgen wir dem roten Andreaskreuz. Auf schönem Wald- und Wiesenweg kommen wir nach Kemmathen, wo wir auf die B 2 treffen. Hier biegen wir nach rechts ab und können im Landgasthaus Galster rasten. Anschließend folgen wir weiter der Markierung rotes Andreaskreuz in Richtung Wölfersdorf. Zunächst führt unser Weg auf einem Asphaltsträßchen zwischen Feldern hindurch, dann wandern wir durch ein Waldstück und sehen rechts den kleinen Ort Wölfersdorf. An der folgenden Kreuzung geht es mit dem Wegweiser »Hiltpoltstein« nach links. Nun gilt die Markierung blauer Querstrich.

Auf einem Feldweg wandern wir bis zu einem Hochsitz, wenden uns dort nach rechts (Markierung schlecht sichtbar) und schwenken gleich wieder nach links, wo vor dem Waldrand unser blau markierter Weg nach links abzweigt. Wir wandern nun am Waldrand entlang, kommen auf einem grasreichen Weg an einer Einzäunung vorbei und treffen am Waldende auf einen Querweg. Dort wenden wir uns nach links, am folgenden Abzweig gehen wir geradeaus weiter und sehen rechts die Häuser von Görbitz liegen. In diesem Dorf gibt es einen Bauernhof, auf dem man auch Urlaub machen kann. An einer Gabelung wandern wir mit der Markierung roter Kreis in wenigen Minuten nach Hiltpoltstein. Schon aus der Ferne sehen wir die hübsche Kulisse des Ortes mit Burg und Kirche auf der Höhe. Auf der Schloßäckerstraße gehen wir nach rechts und erreichen in wenigen Minuten den Ausgangspunkt.

Hiltpoltstein und seine Sehenswürdigkeiten

Schon um 1109 in einer Urkunde als »Hildepoldesdorf« erwähnt, bestimmt das Schloss auf dem steilen, 40 Meter hohen Fels das Ortsbild. Es erlebte eine wechselvolle Geschichte, gehörte bayerischen Herzögen, ging 1329 an die Pfalz über, gehörte Kaiser Karl IV. und kam schließlich 1504 in den Besitz der Freien Reichsstadt Nürnberg. Mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, ist es heute in Privatbesitz und nicht zugänglich. Direkt am Dolomitfelsmassiv mit dem Schloss wurde die Pfarrkirche St. Matthäus gebaut, die einen sehenswerten Flügelaltar aus der Zeit um 1420/30 beherbergt. Er zeigt Motive aus der Passionsgeschichte - Geißelung, Dornenkrönung und Kreuzigung. Der Altar stammt aus der Dominikanerkirche in Nürnberg und wurde 1624 nach Hiltpoltstein gebracht. Aus dem Mittelalter stammt das Hiltpoltsteiner Tor mit Fachwerkfassade, das ein kleines Heimatmuseum beherbergt.

Ein Lehrpfad um Hiltpoltstein

Am Wanderparkplatz an der B 2 von Hiltpoltstein in Richtung Bayreuth ist eine Wandertafel angebracht, hier beginnt auch ein Lehrpfad (Markierung roter Ring). Bald erreicht man die ersten Lehrtafeln, nach Feldahorn und Eingriffeligem Weißdorn folgen Erläuterungen über einheimische Schmetterlinge und Wiesenblumen. Der Weg führt am Hüllweiher »Etzahüll« sowie bizarren Felsen vorbei zum Kappler Hüllsee. Hüllweiher sind typische Stillgewässer auf den Höhen des fränkischen Jura. Die wasserarmen Hochflächen, wo die Bäche schnell im durchlässigen Karst versickern, waren auf diese Gewässer als Re- servoire für Trink- und Brauchwasser, zum Waschen von Feldfrüchten und als Viehtränke angewiesen.

Heute haben sie diesbezüglich keine Bedeutung mehr, sind aber wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Bald treffen wir auf eine der interessanten Tafeln, wo einheimische Heilpflanzen vorgestellt werden. In den Sommermonaten begleiten diesen Wanderweg viele Arten in voller Blüte, wie zum Beispiel Dost, Schafgarbe, Thymian, Johanniskraut, Odermennig und andere. An Obstplantagen mit Niederstämmen und einer Kirschenversuchspflanzung vorbei kommen wir zu einem Sitzplatz mit Informationstafel über die Fränkische Mehlbeere. Sie ist durch natürliche Kreuzung aus Elsbeere und Gewöhnlicher Mehlbeere entstanden und nur in Franken anzutreffen.

Am Feldrand mit mehreren Informationstafeln über das Leben der Bienen, die Imkerei sowie über Hornissen führt der Weg an einer Obstbaumwiese vorbei zu einem Wanderparkplatz mit Informationstafel über den Naturlehrpfad. Nach Überqueren der Bundesstraße kommen wir jetzt in den Wald zu einer Tafel über einheimische Giftpflanzen. Schließlich leitet die Markierung roter Ring zum Beginn der Rundwanderung am Gasthof Goldenes Ross in Hiltpoltstein.

Gehzeiten: Hiltpoltstein – Großenohe 1 Std. – Kem- mathen 3/4 Std. – zurück nach Hiltpoltstein 11/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied10 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortHilpoltstein
AusgangspunktHiltpoltstein, Gasthof Goldenes Ross.
EndpunktHiltpoltstein, Gasthof Goldenes Ross.
TourencharakterBequeme Wanderung auf breiten Feld- und Waldwegen, auf längeren Streckenabschnitten wenig Schatten. 
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Autobahn A 9 bis zur Anschlussstelle Pegnitz/Grafenwöhr, auf der B 2 in Richtung Gräfenberg bis Hiltpoltstein.
Bahn: Bahnstation Gräfenberg, mit dem Bus nach Hiltpoltstein.
GastronomieGroßenohe - Restaurant Zur Sägemühle mit Biergarten, Großenohe Nr. 19, Tel. 09192/ 7250 (Di Ruhetag).
Kemmathen: Landgasthaus Galster mit Biergarten, Kemmathen Nr. 13, Tel. 09192/6490 (Mi Ruhetag).
Tipps
Bauernhof Alfred Schaffer. Urlaub auf dem Bauernhof wird vor allem bei Familien mit Kindern immer beliebter. In Görbitz Nr. 1 kann man bei Alfred Schaffer Urlaub machen. Dieser Hof mit Jungvieh und Schweinen bietet Produkte aus eigener Hausschlachtung, Holzofenbrot sowie Schnäpse und Obst aus eigener Produktion.
Informationen
Oldtimermuseum in Möchs. Im 4 Kilometer entfernten Möchs befindet sich ein privates Oldtimermuseum, das einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Zweirades gibt. Das älteste Modell stammt von 1928 und ist eine NSU 501 TS. Ein Schmuckstück ist eine BMW mit Beiwagen aus den 1950er-Jahren. Das Museum hat keine festen Öffnungszeiten. Adresse - Manfred und Peter Brunner, Möchs Nr. 27.
Unterkunft
Hiltpoltstein - Gasthof Aures, Schulstraße 11, Tel. 09192/7176.
Tourismusbüro
Marktgemeindeverwaltung, 91355 Hiltpoltstein, Tel. 09192/1778 (Di u. Fr. 17:30–20 Uhr), E-Mail: info@markt-hiltpoltstein.de, www.markt-hiltpoltstein.de oder Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg, Kirchplatz 8, 91322 Gräfenberg, Tel. 09192/7090, E-Mail: info@graefenberg.de, www.graefenberg.de.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Tassilo Wengel

Mystische Pfade Fränkische Schweiz

Mehr als wandern: Dieser Wanderführer Fränkische Schweiz lotst durch urwüchsige Landschaft, zu historischen Bräuchen und geheimnisvollen Kraftorten.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema