Zwischen Binghöhle und Guckhüll

Abwechslungsreiche Wanderung, teilweise auf breiten Wegen und schmalen Pfaden, vorwiegend im Wald. (Autor: Tassilo Wengel)
6 km
179 m
2.00 h
Von Streitberg zur Binghöhle.
Wir folgen in der Ortsmitte von Streitberg beim Dorfplatz dem Wegweiser zur Binghöhle. Der Weg wird auch Promilleweg genannt, denn er führt direkt an der Adlerbrennerei Pircher vorbei, wo in der Probierstube »Höhlenklause« täglich ab 10 Uhr wohlschmeckende Schnäpse zu verkosten sind. Wer lieber im Biergarten sitzt, kann beim Gasthof Schwarzer Adler eine Rast einlegen. Der Aufstieg zur Binghöhle dauert etwa 10 Minuten und führt über zahlreiche Stufen hinauf. Vom Höhleneingang bietet sich eine schöne Aussicht auf Streitberg und die Ruine Neideck, die sich über dem Wiesenttal zwischen Streitberg und Muggendorf erhebt. Sie ist die größte Burganlage der Fränkischen Schweiz und ihr Wahrzeichen. Die Burg war ab 1312 Stammsitz der Schlüsselberger, einem mächtigen Geschlecht in der Fränkischen Schweiz. Ab 1348 bischöflich-bambergischer Amtssitz, wurde sie im Markgrafenkrieg wie viele andere Burgen der Fränkischen Schweiz 1552/53 zerstört.
Von der Binghöhle zur Muschelquelle.
Wir folgen bei der Binghöhle dem Pfad an einem markanten, steil aufragenden Felsen vorbei und gelangen auf eine Asphaltstraße. Hier geht es abwärts, wir folgen dem Weg- weiser »Guckhüll« und müssen auf der Asphaltstraße leicht ansteigen. Am Abzweig Muschelquelle vorbei leitet uns die Markierung schwarzer Ring durch den Wald. Bizarre Kalkfelsen mit ausgeprägter Schichtung bestimmen das Bild, bevor wir einen Aussichtspunkt mit schönem Ausblick auf das Wiesenttal erreichen. An der folgenden Gabelung wählen wir den linken Weg, aus dem ein breiter Waldweg wird. An der folgenden Kreuzung halten wir uns links, wenden uns dann nach rechts und wandern durch Buchenwald. An der nächsten Kreuzung müssen wir gut auf den Abzweig achten, da der Weg im Buchenwald nicht sehr deutlich zu sehen ist. Dort folgen wir dem Wegweiser »Guckhüll«, steigen aufwärts und kommen an einem Sitzplatz vorbei nach Guckhüll mit einer hölzernen Aussichtsplattform. Von hier wandern wir dem Weg- weiser »Streitberg, Muschelquelle« folgend abwärts über den Jägersteig. Auf schmalem Pfad mit streckenweise schönen Aussichten kommen wir über einige Stufen auf einen breiten Weg, biegen hier nach rechts und stehen bald an der Muschelquelle. Das Brunnenhaus ist mit eingesetzten Weißjura-Ammoniten verziert und besteht aus Kalktuffsteinen. Auf einem schönen Promenadenweg lässt es sich gemütlich nach Streitberg zurückwandern.

Gehzeiten.
Streitberg – Guckhüll 11/2 Std. – Muschelquelle 3/4 Std. – zurück nach Streitberg 1/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied179 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortStreitberg
AusgangspunktStreitberg, Ortsmitte.
EndpunktStreitberg, Ortsmitte.
TourencharakterZu den besonderen Attraktionen in der Fränkischen Schweiz gehören über 1000 Höhlen, von denen einige wegen ihrer schönen Tropfstein- gebilde besonders sehenswert sind. Bei Streitberg ist es die Binghöhle, die 1905 von Kommerzienrat Bing entdeckt wurde. Sie ist 350 Meter lang und hat besonders schöne Tropfsteinbildungen, die Kerzensaal, Riesensäule oder Venusgrotte genannt werden. Mit dem Besuch der Binghöhle (geöffnet vom 15. März bis 10. November täglich 9–12 Uhr und 13–17 Uhr) lässt sich eine schöne Wanderung rund um den Ort verbinden.
Beste Jahreszeit
KartentippOrtsplan und Wanderkarte von Markt Wiesenttal, erhältlich bei den Verkehrs- ämtern in Muggendorf und Streitberg.
VerkehrsanbindungAuto. Auf der Autobahn A 70 bis zur Anschlussstelle Schirradorf oder Stadelhofen, über Hollfeld, Aufseß und Wüstenstein nach Streitberg. Bahn. Bahnstation Ebermannstadt, mit dem Bus nach Streitberg.
GastronomieStreitberg - Gasthof Schwarzer Adler mit Biergarten, Dorfplatz 7, Tel. 09196/929490 (Mi Ruhetag); Adlerbrennerei M. Pircher mit Probierstube, Dorfplatz 11, Tel. 09196/325; Historische Pilgerstube, Hans-Hertlein-Straße 1, Tel. 09196/778.
Tipps
Historische Pilgerstube, Streitberg. Streitberg ist durch die Molkekur bekannt geworden, die Mitte des 19. Jh. in der Molkekuranstalt, dem Alten Kurhaus, praktiziert wurde. Hier befindet sich auch die Alte Kurhausbrennerei, die 1898 von Hans Hertlein gegründet wurde und die Streitberg auch für seine Liköre und Obstbrände bekannt machte. Noch heute kann man in der Historischen Pilgerstube erlesene Schnäpse probieren.
Informationen
Adlerbrennerei M. Pircher mit Probierstube. Im Probierstübchen »Höhlenklause« kann man 45 edle Brände und Liköre kosten, auch die berühmten Kräuterdestillate »Alt Bitter« und »Streitberger Schütz«. Sie werden nach alter Tradition der Adlerbrennerei Pircher produziert, die seit 1921 im Besitz des Brennrechts ist.
Unterkunft
Streitberg - Gasthof Schwarzer Adler, Dorfplatz 7, Tel. 09196/929490 (Mi Ruhetag); Hotel-Restaurant Altes Kurhaus, Streitberger Berg 13, Tel. 09196/736 (Mo Ruhetag).
Tourismusbüro
Tourist-Information Muggendorf/Streitberg, Forchheimer Straße 8, 91346 Wiesenttal, Tel. 09196/19433. E-Mail: info@wiesenttal.de, www.wiesenttal.de.

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