Zwei Pässe, ein See und ein Aussichtsgrat

Ausgeprägt alpine Wanderung auf teilweise rauen Wegen mit herrlichen Ausblicken auf die Berge rund um den Simplonpass. Trittsicherheit und Ausdauer sind erforderlich. Einmalig der versteckte Karwinkel des Sirwoltesees. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Vom Bushalt beim Simplon Hospiz (1997m; Wegweiser) folgt man dem Hinweis »Stockalperweg«, verlässt die alte Passroute aber bald nach rechts und wandert über die steinigen Wiesen der Bergalp hinab zu den Hütten von Blatte (1893m). Dahinter beginnt der Anstieg zum Bistinepass (2416m); die breite Spur schneidet einen steilen Hang und mündet in das weitläufige Almrevier unter dem Joch. Man quert es nach Westen hin und steigt dann – zuletzt etwas steiler – hinauf in den Pass (2Std.) Auf seiner Westseite leiten die Markierung kurz abwärts zu einem breiten Karrenweg. Er führt westlich um das Magehorn herum und quert, allmählich an Höhe gewinnend, die teilweise felsig-schroffe Westflanke des Galehorns (2797m). Dabei hat man freie Sicht auf das lang gestreckte Nanztal. Nicht zu übersehen ist die feine, fast horizontal verlaufende Linie am gegenüberliegenden Hang. Es handelt sich um den »Heido«, eine uralte, urkundlich 1305 erstmals erwähnte Suone, über die Felder oberhalb von Visperterminen bewässert werden. Am Sirwoltesattel (2621m; 3Std.) wechselt man wieder auf die Ostseite des Bergkamms, der das Nanztal vom Simplon trennt. Nach kurzem Abstieg kommt der Sirwoltesee (2437m) ins Blickfeld. Die Markierungen leiten über eine Gletschermoräne zu einem steilen, felsdurchsetzten Hang. Gut hundert mühsame Höhenmeter, dann ist der dem Schilthorn (2795m) nordöstlich vorgelagerte Höhenrücken gewonnen. Pfadspur und Markierungen leiten über Punkt 2623m (4Std.) an dem Kamm hinab in den Wysse Bode.
Hier quert man rechts zu einer Furche, dahinter führt der Weg im Zickzack über Wiesenhänge weiter bergab zum Rossbodestafel (1930m) in herrlicher Lage unter dem mächtigen Fletschhorn. Die Alm hat Straßenanschluss und der Wanderweg kürzt die weiten Schleifen der Asphaltspur ab. An der Mündung des Seitentals tangiert er ein mächtiges Trümmerfeld, den Überrest eines verheerenden Bergsturzes von 1901.
Damals brachen rund 800000 m3 Eis, Fels und Geröll am Rossbodegletscher ab, die den Talgrund fast 100m hoch verschütteten. In Egga (1558m; 6Std.), das bei der Katastrophe weitgehend zerstört wurde, kann man die Wanderung beenden und in den Postbus steigen; zu Fuß sind es bis Simplon Dorf (1472m) noch gut 20 Min. (6:30Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSimplonpass (2006m) bzw. Simplon Dorf (1472m)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Fletschhorn (3993m) im Süden und der Monte Leone (3553m) im Osten sind die beiden »Wächter« über dem Simplonpass, seine höchsten Gipfel auch. Das Fletschhorn, wie der Leone stark vergletschert, kratzt an der Viertausendermarke, vor der Neuvermessung der Schweiz im Jahr 1902 (»Repère Pierre du Niton«) galt sogar die Höhenkote 4001m. Das brachte die Saastaler auf die recht eigenwillige Idee, dem Berg seine »verlorene« Höhe wiederzugeben, ihn einfach um die wenigen Meter aufzustocken. Schließlich siegte aber die Vernunft, das Fletschhorn behielt Höhe und Gestalt – und die Walliser leben recht gut mit einem Viertausender weniger.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blatt 274 T »Visp«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 1309 »Simplon«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungAusgangs- und Endpunkt der Wanderung liegen an der Simplon-Passstraße Brig–Domodossola. Postbuslinie
GastronomieUnterwegs keine, nur am Pass und in Simplon Dorf
Tourismusbüro
Simplon Tourismus, 3907 Simplon Dorf; Tel. 027/9 791701, Fax 9 7914 07, info@simplon.ch, www.simplon.ch

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