Zwei Hörner und drei Spitzen

Anstieg zur Ankelalm 1.30 Std., weiter auf die Brecherspitze 1.15 Std., Abstieg 2.15 Std.; insg. 5 Std. (Autor: Michael Pröttel)
28 km
2600 m
10.00 h
Freitag 8,5 km 5 Std. ’1000 Hm , ‘788 Hm.
Gipfelglück am Gaishorn:
Über das Gaishorn zur WillersalpeTannheim – Rossalmen – Gaishorn – WillersalpeWegverlauf Vom Tannheimer Ortszentrum (1097 m) folgen wir gegenüber der Kirche einer Gasse, die rechts neben dem Sport-geschäft (»Sport 2000«) beginnt. Man überquert den Bach, geht rechts und gleich wieder links (rechts vom »Haus Gehring«). Nach einer Tennishalle wenden wir uns links und gehen dann wieder rechts an den Tennisplätzen aus dem Ort heraus (erstes Schild »Rossalpe«). Bei einer Bank halten wir uns links wieder in Richtung Rossalpe. Kurz danach muss man aufpassen: In einem Wäldchen biegen wir nach rechts von dem breiten Weg ab. (Das Schild »Untere und obere Ross-alm« kann man nur von der Rückseite her lesen.) Der Weg ist kurz undeutlich und steigt dann als schmaler Fußweg leicht bergan. Man gelangt zu einem Bachlauf und folgt diesem nach rechts, stößt auf einen alten Fahrweg und erreicht, immer parallel zum Bach, den wunderschönen Wiesenkessel der Unteren Rossalm (50 Min., 1397 m). Hinter der Almhütte steigt der Weg nun steiler bergan, bis im Latschengelände ein flacherer Absatz erreicht wird. Der Weg wendet sich nach Westen und führt sanft ansteigend in das Alm-gelände der Oberen Ross-alm. Deutlich sieht man nun schon das Gaishorn vor sich aufragen. Der Weg biegt dort, wo es etwas steiler wird, rechts ab. Bei einer Weggabelung folgen wir dem Wegweiser »Gaishorn/Feldalpe« erneut nach rechts. Man steigt wieder aus den Latschen heraus und auf einen breiten Wiesenrücken, wo man abermals auf eine Wegkreuzung trifft (2.20 Std., 1850 m). (Hier gibt es eine Abkürzungsmöglichkeit, siehe unten: »Variante«).Über den zunehmend schmäler werdenden Wiesenrücken steigen wir weiter nach Südwesten und erreichen schließlich die schotterige Nordflanke des Gaishorns. Der zunächst noch recht gute Weg wird bald schlechter, und man muss gut darauf achten, keine Steine auf unterhalb aufsteigende Wanderer loszutreten. Bei einem roten Pfeil in einer kleinen Scharte wenden wir uns nach links und erreichen bald darauf den Westgrat, wo von rechts unser späterer Abstiegsweg hinzustößt. Zuvor folgen wir natürlich nach links dem Grat zum Gipfelkreuz des Gaishorns (3.30 Std., 2247 m).Für den Abstieg folgen wir nun dem Grat nach Westen (Schild »Willersalpe 1.45 Std.«, ab hier blaue Markierungen), umgehen dann einen Gratausläufer auf dessen Ostseite und steigen kurz durch eine seilversicherte Rinne ab. Der Kamm führt uns schließlich auf einen breiten Wiesenhang, wo wir in der gleichen Richtung weiter-gehen, um bald danach den Sattel des Zirleseck zu erreichen (4.15 Std., 1872 m). Hier wendet man sich nach links und steigt ohne Orientierungsprobleme über viele Serpentinen zur Willersalpe ab (5 Std., 1459 m).
Samstag 14 km 6 Std. ’1000 Hm , ‘788 Hm:
Aussichtsreiche Überschreitung des Rauhhorns:
Von der Willersalpe zur Landsberger HütteWillersalpe – Vordere Schafwanne – Rauhhorn – Kirchendachsattel – Landsberger HütteWegverlauf Von der Willersalpe (1459 m) aus folgt man dem Schild »Rauhhorn – Alpine Gefahren« und steigt den Bergkessel nach Süden querend bergan. Nachdem man oberhalb der Waldgrenze zwei Wiesenabsätze durchwandert hat, wird der Weg nun zunehmend steiler und führt, in zum Schluss unangenehm zu gehenden Serpentinen, zum Sattel der Vorderen Schafwanne hinauf (1.45 Std., 2088 m). Um das Rauhhorn zu überschreiten, gehen wir rechts (leichtere Alternative, siehe unten: »Variante«). Wir folgen nun immer dem aussichtsreichen Bergkamm nach Süden. Zunächst noch im Gehgelände, dann stellenweise ausgesetzt und über zwei leichte Kletterstellen (eine davon ist drahtseilversichert, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich) geht es schließlich zum Gipfel des Rauhhorns hinauf (2.30 Std., 2241 m).Für den Abstieg folgt man weiterhin dem teilweise etwas ausgesetzten Grat nach Süden. Ab hier gibt es keine Drahtseile mehr. Mal auf dem Kamm, mal rechts oder links davon, steigt und klettert man weiter bergab. Bitte darauf achten, keine Steine in die Ostflanke loszutreten. Dort befindet sich weit unten ein Wanderweg. Zuletzt muss man eine kurze Felsrampe absteigen – bei Nässe sehr unangenehm – und erreicht schließlich wieder über Gehgelände den Wiesensattel der Hinteren Schafwanne (3.45 Std., 1965 m; Hinweis: in der topografischen Karte fälschlicherweise als »Gaiseck« eingezeichnet). Wir folgen nun dem Schild »Schrecksee«, steigen somit ein Stück bergan und queren dann in immer derselben Höhe die Westflanke des Kugelhorns. Man muss nach einer Rinne aufpassen, dass man nicht geradeaus geht, sondern sich leicht nach links hält, um den Hauptweg nicht zu verlieren. Kurz, nachdem man den Schrecksee vor sich liegen sieht, muss man nochmals aufpassen. In einer Kehre läuft man nicht geradeaus, sondern auf dem Hauptweg absteigend zum See. Oberhalb von diesem stößt man auf eine Weg-gabelung und folgt nach links ansteigend dem Schild »Landsberger Hütte« hinauf zum Kirchendachsattel (4.15 Std., 1926 m). Vom Kirchendachsattel steigen wir nach Osten bergab und erreichen hier wieder österreichisches Territorium. Gegenüber sieht man in der Ferne die Rote Spitze aufragen. Rechts von dem markanten Berg ist ein breiter Sattel, der unser nächstes Ziel darstellt. Es geht leicht bergab, und dort, wo der Weg sich aufteilt, hält man sich rechts. Der Weg wendet sich dann etwas nach links, führt unter Felsabbrüchen (kurze erodierte Stellen) hinweg und dann wieder nach Osten ansteigend auf einen breiten Bergrücken hinauf. An der dortigen Weggabelung (Wegweiser »Landsberger Hütte«) geht man geradeaus weiter und umgeht eine Bergkuppe auf deren Südseite. Schließlich erreicht man in einer sanft ansteigenden Querung den Sattel zwischen Roter Spitze und Steinkarspitze (5.30 Std., 1950 m). Von hier immer gerade-aus nach Osten zu der schon von Weitem sichtbaren Landsberger Hütte hinab (6 Std., 1805 m).Variante Wer sich die Überschreitung des Rauhhorns nicht zutraut, geht am Sattel ein Stück nach links und an den nächsten zwei Gabelungen jeweils rechts. In Serpentinen zunächst steil bergab und dann in einer Querung unterhalb der Rauhhorn-Ostflanke nach Süden. Zuletzt wieder ansteigend erreicht man schließlich die Hintere Schafwanne und wandert wie oben beschrieben weiter. Diese leichtere Variante dauert bestimmt nicht länger als die Gratüberschreitung.Zusatzgipfel Vom Sattel unterhalb der Roten Spitze lohnt es sich unbedingt, noch die Rote Spitze (2130 m) mitzunehmen. Man steigt über die Südflanke auf einem schmalen Bergpfad bis zum höchsten Punkt hinauf. Der zusätzliche Zeitbedarf beträgt insgesamt etwa eine Stunde.
Sonntag 9 km 5 Std. ’600 Hm , ‘1300 Hm.
Sonntägliches Gipfelzählen:
Von der Landsberger Hütte zurück nach TannheimLandsberger Hütte – Schochenspitze – Gappenfeldscharte – Sulzspitze – TannheimWegverlauf Von der Landsberger Hütte (1810 m) folgt man dem mit Latschen bewachsenen Rücken in Richtung Osten (nicht nach links in Richtung »Vilsalpsee« abzweigen), kommt an dem kleinen See vorbei und steigt auf der anderen Seite auf einem deutlichen Steig wieder bergan. (Einen Abzweiger zur »Lailach« lässt man rechts liegen.) Auf einem breiten Bergrücken wendet man sich hier nach links und erreicht bald den Wegweiser »Gappenfeld bzw. Neuner-köpfle«. Kurz hinter dem Wegweiser verlässt man den breiten Weg und folgt links einer schmäleren Wegspur, die zunächst über die Südflanke, dann über den kurzen Westkamm zum Gipfel der Schochenspitze hinaufführt (0.45 Std., 2069 m). Von diesem steil nach Wes-ten abbrechenden Berg hat man eine tolle Aussicht auf die drei Seen Lache, Traualpsee und Vilsalpsee. Vom Gipfel aus geht man weiter nach Osten und gelangt über Serpentinen zu einem Absatz zum Hauptweg. Dort wendet man sich nach links und steigt über ein kurzes, etwas erodiertes Wegstück, dann auf zunehmend breiterem Weg zur gar nicht so schartenartigen Gappenfeldscharte hinab (1.15 Std., 1860 m, Einkehrmöglichkeit an der unweit gelegenen Gappenfeldalm). Hier folgen wir rechts dem Schild »Neunerköpfle« und wandern ein Stück lang auf breitem Fahrweg weiter. Kurz danach erreicht man die Abzweigung zur Sulzspitze. Man geht hier links und quert ansteigend die Südflanke des Berges, um dann in einem Bogen von Osten her den Gipfel der Sulzspitze zu erreichen (2 Std., 2084 m). Nachdem man wieder zum Hauptweg abgestiegen ist (2.30 Std.), wandert man weiter nach Osten und kann hinter einem breiten Sattel zwei Schleifen des Fahrweges auf einem Fußweg abkürzen. Sogleich wendet man sich vom Fahrweg ganz ab und folgt links einem Fußweg, der nun die weiten Osthänge zwischen Sulzspitze und Lachgehrenkopf nach Norden hin quert. Zuletzt ansteigend, stößt man auf einen breiteren Fußweg und folgt ihm auf einen Wiesenrücken (3.30 Std., 1820 m). Hier beachten wir nun dem Schild »Usseralpe/Tannheim« und steigen durch lichten Wald zur Usseralpe hinab (3.50 Std., 1665 m), wo man noch einmal einkehren kann. Von der Alm zunächst weiter auf dem Fahrweg, nach einer weiten Kehre geht man noch vor dem Bach rechts in einen älteren Karrenweg hinab, überquert eine Holzbrücke, stößt auf die Fahrstraße und folgt aber gleich links einem Fußweg, der nun auf der anderen Bachseite bergab führt. Nach einem schlammigen Wegstück wendet sich der Weg ein wenig vom Bach ab, man kommt schließlich aus dem Wald heraus und trifft auf eine Forststraße, die man überquert. Ein Wiesenpfad führt uns wieder auf eine Fahrstraße, wo man sich rechts hält. Auf einer Teerstraße wandern wir schließlich auf Tannheim zu, gehen vor dem Bach nach rechts und folgen zuletzt der Vils bis zum Ortszentrum von Tannheim (5 Std., 1097 m).Abstiegsvariante Wer lieber mit der Seilbahn ins Tal fahren will, geht vom Wiesensattel weiter zum Neunerköpfle und zur direkt unterhalb davon befindlichen Berg-station der Neunerköpfle-Bahn (Betriebszeiten: www.lift-tannheim.at).Zusatzgipfel Wem die Tour zu kurz ist, der kann vormittags noch die Lachenspitze (2130 m) besteigen. Hierzu folgt man zunächst dem Weg Richtung Schochenspitze, zweigt dann aber rechts in Richtung »Lailach« ab. Nach Erreichen eines breiten Latschenrückens geht es auf den deutlich sichtbaren Ostkamm der Lachenspitze zu. Sobald man dessen Ausläufer erreicht, wendet man sich nach rechts vom Weg zur Lailach ab und folgt den deutlichen Steigspuren in die Südostflanke der Lachenspitze. Zunächst immer nach Westen querend, zuletzt rechts haltend geht es immer den Markierungen nach schließlich zum höchsten Punkt hinauf (Trittsicherheit erforderlich). Der zusätzliche Zeitbedarf beträgt insgesamt knappe zwei Stunden.Zweitagesvariante Wer nur Samstag und Sonntag Zeit hat, der kann die letzte Etappe weglassen und steigt am Samstag von der Landsberger Hütte über den Traualpsee zum Vilsalpsee ab (ab Landsberger Hütte gut beschildert). Zu den sechs Stunden Gehzeit kommen in diesem Fall noch einmal 90 Minuten Abstieg hinzu. Vom Vilsalpsee verkehren Busse zurück nach Tannheim. Der letzte Bus fährt um 18 Uhr.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied2600 m
Dauer10.00 h
AusgangspunktTannheim (1100 m).
TourencharakterDie erste Wochenendtour dieses Führers beschert uns neben einer landschaftlich äußerst abwechslungsreichen Bergrunde eine besonders urige Übernachtungsmöglichkeit. Zur 500 Jahre alten Wil-lersalpe gibt es weder eine Fahrstraße noch eine Materialseilbahn und so darf man sich bei den braven Haflingerpferden bedanken, wenn man sich nach der Gaishornbesteigung ein frisch gezapftes Bier schmecken lässt. Apropos Gaishorn. Im Alpenvereinsführer heißt es, die Schreibweise Gaishorn sei unsinnig, »da der Name vom einheimischen Begriff für Ziege kommt«. Gais sei aber eine gebräuchliche Schreibweise für das weib-liche Gams- und Steinwild. In einem Allgäuführer von 1925 steht wiederum: »Geißhorn, 2249 m, eigentlich Gemshorn; Geiß bedeutet im Allgäuer Volksmund meist Gemse.« Dies deutet darauf hin, dass beide Schreibweisen möglich sind. Wie dem auch sei: Ich verwende hier sicherheitshalber die in der topografischen Karte verwendete Bezeichnung Gaishorn.Auch wenn man schon am ersten Tag auf dem Weg zur Willersalpe diesen besonders aussichtsreichen Gipfel mitnehmen könnte, bildet dennoch die Überschreitung des Rauhhorns am Folgetag den Höhepunkt dieser wundervollen Schleife rund um den Vilsalpsee.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 8 »Allgäuer Alpen« 1:50000, Bayerisches Landesvermessungsamt.
VerkehrsanbindungVon Westen über die A 7 bis »Oy-Nesselwang« und weiter über Oberjoch und Schattwald nach Tannheim. Von Osten über die A 96 bis zur Ausfahrt »Jengen/Kaufbeuren«. Weiter über die B 12 über Marktoberdorf nach Füssen. Hier weiter Richtung Reutte. Bei Reutte von der Schnellstraße abbiegen und in Richtung »Lechtal« bis Weißenbach. Rechts ins Tannheimer Tal und über Haldensee nach Tannheim (gebührenpflichtige Parkmöglichkeiten).
Unterkunft
Willersalpe (privat, 1456 m), geöffnet vom 1. Mai bis 1. November, Tel. 0171/9939847, Internet: www.willersalpe.de; Landsberger Hütte (DAV, 1810 m), geöffnet von Pfingsten bis Mitte Oktober, Tel. 0043/5675/6282, Internet: www.tannheimertal.at/landsberg/information.htm.
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