Zur Wimsener Höhle und nach Zwiefalten

Der Luftkurort Hayingen, ein ruhiges Landstädtchen, liegt auf der Albhochfläche. Mitte des 13. Jh. wurde die Stadt an einer Straßenkreuzung angelegt, denn die Stadtgründer, die Herren von Gundelfingen, versprachen sich dadurch wirtschaftlichen Aufschwung für ihre Herrschaft. Von der Stadtmauer ist nur noch ein geringer Rest erhalten. Die Bautätigkeit der Äbte des Klosters Zwiefalten ist augenfälliger: Außer der großen Anlage des Klosters Zwiefalten mit der barocken Klosterkirche (18. Jh.) liegen an der Wanderstrecke das als Sommersitz der Äbte errichtete Schloss Ehrenfels (18. Jh.) und die barocke Magnuskapelle in Gossenzugen. (Autor: Peter und Ute Freier)
10 km
60 m
3.00 h

Von Hayingen durch das Glastal zur Wimsener Höhle

Von der Bushaltestelle in Hayingen gehen Sie entlang der Ortsdurchfahrt weiter, halten sich an einer Straßengabelung geradeaus in die Ehestetter Straße in Richtung Reutlingen (Markierung: rotes Dreieck, HW2) und biegen links ab in die Straße Auf der Bleiche. Nach rechts führt der Wendelinusweg hinauf zum Ortsrand, wo neben der links abzweigenden Straße in Richtung Aichstetten/Pfronstetten ein Fußweg bergab führt, vorbei an der ausgedehnten Wacholderheide Digelfeld zur Rechten.

An der unscheinbaren Hayinger Brücke wenden Sie sich nach links (Markierung: rotes Dreieck, HW2) über einen Wanderparkplatz mit Grillstelle und gehen im engen, bewaldeten Glastal bequem talabwärts; der Name geht vermutlich auf eine längst verschwundene Glashütte beim Lämmerstein zurück. Das Tal knickt links ab – linker Hand die Bärenhöhle, kurz darauf rechts die Glashöhle –, und der Weg führt an der Quelle des Hasenbachs unterhalb der Felswand des Lämmersteins sowie an der oberhalb einer Weggabelung sitzenden Burgruine Alt-Ehrenfels vorbei.

In einer felsigen Engstelle bildet der Hasenbach einige Becken und wenig später ist zur Rechten im nun breiteren Tal das bewohnte, nicht zugängliche Schloss Ehrenfels zu sehen, das als Sommersitz der Äbte des Klosters Zwiefalten errichtet wurde. Sie folgen der Schlosszufahrt, biegen vor dem Schloss links ab und erreichen einen Parkplatz, die Wimsener Höhle und den ehemaligen Mühlenhof Wimsen, heute die für Forellengerichte bekannte Gaststätte »Friedrichshöhle«; das einstige Mühlengebäude nebenan wurde zum Veranstaltungsraum ausgebaut.

Offiziell handelt es sich bei der Höhle um die nach dem ersten württembergischen König (Anfang 19. Jh.) benannte Friedrichshöhle. Üblich jedoch ist die erheblich ältere, vom Mühlenhof Wimsen abgeleitete Bezeichnung Wimsener Höhle für die einzige ganzjährig aktive Flusshöhle der Schwäbischen Alb. Etwa 600 Liter klares Wasser strömen pro Sekunde aus dem Höhlenportal und fließen als Zwiefalter Ach zur Donau. Mit einem flachen Stocherkahn kann man die etwa 70m lange Höhle befahren (1. April–31.Okt., 9–17 Uhr mehrmals täglich).

Im Tal der Zwiefalter Ach über Gossenzugen nach Zwiefalten

Links der Zwiefalter Ach folgen Sie einem Weg (Markierung: rotes Dreieck, HW2) durch einen engen und felsigen Talabschnitt, die Wimsener Klamm, passieren einen Grillplatz und eine Fischzuchtanlage, wo sich das Tal weitet. In Gossenzugen überqueren Sie die Ach, in der hier ein »Abkühlungsbereich«mit einem Geländer abgegrenzt wurde, und erreichen eine Gaststätte am Ortsbeginn Zwiefalten, die Forellengerichte anbietet.

Im Ort überqueren Sie nach links die in Richtung Hayingen führende Straße und betreten dann durch eine Tordurchfahrt den Klosterbezirk des Klosters Zwiefalten. Mitten in der Einöde erfolgte an einer Stelle, an der drei Täler zusammenlaufen, Ende des 11. Jh. die Gründung des ursprünglich Zwiefalterach genannten Benediktinerklosters. Im Zuge einer Neugliederung Südwestdeutschlands durch Napoleon Bonaparte wurde die Abtei im Jahr 1803 säkularisiert (aufgelöst) und in das Herzogtum Württemberg eingegliedert. In den Klostergebäuden wurde eine Heil- und Pflegeanstalt eingerichtet, die im 20. Jh. zu einem Psychiatrischen Krankenhaus ausgebaut wurde.

Mitte des 18. Jh. wurde die romanische Kirche ersetzt durch das erheblich größere, doppeltürmige Münster »Zu unserer Lieben Frau von Zwiefalten«; der Kreuzaltar enthält ein spätgotisches Gnadenbild. Den Neubau im damals modischen und kostspieligen Stil des Barock führte der Münchner Baumeister Johann Michael Fischer durch, die Deckenbemalung erfolgte durch Franz Joseph Spiegler aus Wangen (Allgäu), und der Stuckateur Johann Michael Feuchtmayer sorgte für die Ornamentik. Geradeaus gehen Sie an der Klosterkirche vorbei, verlassen den Klosterbereich nach rechts durch das Peterstor und kehren auf der Ortsdurchfahrt zum Parkplatz zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied60 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHayingen
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterAbwechslungsreiche Wanderung durch felsiges Tal zur Wimsener Höhle, einer Flusshöhle; nur ein kurzer Anstieg in Hayingen; auf Straßen in Hayingen und Zwiefalten; auf Fußweg an der Straße, auf Wald- und Wirtschaftsweg.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte des LVA B-W, Blatt 524 (Bad Urach), 1:50 000.
VerkehrsanbindungPKW: Von Ulm auf der B 311, von Reutlingen auf der B 312 oder von Sigmaringen auf der B 32 und B 311 nach Zwiefalten; großer Parkplatz nahe der Klosterkirche. Per Bus von der Haltestelle am Klostertor (Peterstor) nach Hayingen, Haltestelle Zwiefalter Straße: entweder reguläre Linie Riedlingen–Bad Urach oder Lautertal-Freizeitbus Zwiefalten– Hayingen–Münsingen (nur Anfang Mai bis Mitte Okt., So und Feiertag).
GastronomieGaststätten in Hayingen und Zwiefalten, u. a. Brauereigaststätte; bei der Wimsener Höhle die Gaststätte Friedrichshöhle.
Tipps
DER LORETTOHOF: An der Straße Zwiefalten–Hayingen steht in Aussichtslage der Lorettohof, ein Ziegenhof, mit Käserei, Holzofenbäckerei und Hofladen; Bewirtung mit hofeigenen Produkten sowie Kaffee und Kuchen bei schönem Wetter im Garten; für Kinder viel Auslauf und kleiner Spielplatz (Fr, Sa, So und Feiertage ab 14 Uhr). DAS NATURTHEATER HAYINGEN: Alljährlich zwischen Anfang Juli und Anfang September wird im Naturtheater, das im bewaldeten Hayinger Tal eingerichtet wurde, ein volkstümliches Theaterstück aufgeführt. Gespielt wird jeweils am Samstagabend und am Sonntagnachmittag (Tel. 07386/286, www.naturtheater-hayingen.de).
Unterkunft
In Hayingen u. a. Gasthof Adler (Tel. 07386/14 13).

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