Zur Spronser Seenplatte

Im Naturpark Texelgruppe.
Anspruchsvolle Wanderung auf Forststraßen, Almwegen und hochalpinen Pfaden, die vor allem Kondition verlangt, da 1400 Hm zu überwinden sind; nur bei gutem Wetter durchführbar, dann ist auch die Orientierung einfach; im Spronser Tal ist es auch im Sommer schattig (Autor: Peter Mertz)
Der steile Anstieg zur Seenplatte.
Die Rundtour beginnt oberhalb von Dorf Tirol beim Gasthaus Tiroler Kreuz (806 m). Hier zieht ein breiter Forstweg zunächst mit mäßigem Anstieg an der Südseite des Spronser Tals hinein, das der Finelebach durchfließt. Nach 45 Minuten biegt nach rechts die Straße zum Longfallhof (1075 m) ab. Nun beginnt der eigentliche Anstieg, wobei wir die erste Steilstufe bis hinauf zum Plateau der Unterkaseralm überwinden. Der Steig führt mit einigen Serpentinen relativ steil in knapp eineinhalb Stunden bis zur Bockerhütte auf der Unterkaseralm (1717 m). Bis zur Seenplatte müssen wir nochmals eine Geländestufe überwinden. Wir benützen den Weg Nr. 6/22, der nun als Bergsteig durch das alpine Gelände führt. Nach 45 Minuten erreichen wir bei der Oberkaseralm (2131 m) auch mit der Kaser Lacke den ersten See der Seenplatte. Die weiteren Seen liegen in tiefen Felsbecken eine weitere Geländestufe höher auf etwa 2300 Meter. Dort befindet sich vor allem der Langsee, der mit fast 1000 Metern Länge größte der Spronser Seen. Dazu wandern wir an der Südflanke des Spitzhorns (2541 m) auf einem klassischen Bergpfad aufwärts. Als Nächstes folgt der Grünsee (2338 m) und nur wenig später etwas südlicher der Langsee (2377 m). Er reicht bis an den Steilabfall in den Vinschgau heran.
Zurück zum Gasthof Tiroler Kreuz.
Bis zur Oberkaseralm wählen wir die Aufstiegsroute. Dann folgen wir dem Jägersteig, der zuerst an der Pfitscher Lacke vorbeiführt. Im frischen Wasser tummeln sich dort Saiblinge und Forellen, hin und wieder können der Schwarze Alpensalamander und der Bergmolch mit seiner leuchtend orangefarbenen Unterseite beobachtet werden. Der Pfad passiert das Pfitscher Jöchl, quert anschließend die Spronser Alpe und steigt entlang der Nordostflanke der Mutspitze zum Mutkopf hin ab (1684 m). Von hier aus können wir den Weg Nr. 23 benützen, um nun in bewaldetem Gelände in Richtung Dorf Tirol abzusteigen. Wir passieren den Meraner Höhenweg und steigen auf dem so genannten Muterweg in gut 45 Minuten hinunter zum Ausgangspunkt beim Gasthof Tiroler Kreuz.

Dauer: Gasthof Tiroler Kreuz – Longfallhof 45 Min. – Unterkaseralm 1.30 Std. – Oberkaseralm 45 Min. – Grünsee/Langsee 30 Min. – Bockerhütte 1 Std. – Mutkopf 1.15 Std. – Gasthof Tiroler Kreuz 1 Std.; Gesamtgehzeit 6.45 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser
Sommerwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied1930 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGasthof Tiroler Kreuz zwischen Dorf Tirol und Kuens (806 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Naturpark Texelgruppe im Norden Merans umfasst eine an Naturschönheiten überaus reiche und beinahe unberührte Gebirgswelt, die von den Rebstöcken des Vinschgaus bis zu den Firnfeldern rund um das Eisjöchl reicht. Die steil aufragenden Berghänge umschließen eine Gebirgswelt, die zum Teil mehr als 2000 Meter höher liegt als die umgebenden Täler. Deshalb gestalten sich die Anstiege meist langwierig, können jedoch durch Benutzung kleinerer Lifte erleichtert werden. Der leichteste Zugang besteht durch das Spronser Tal, das zwischen Dorf Tirol und Kuens an der Ostseite des zu den Ötztaler Alpen gehörenden Gebirgsstocks entlangzieht. Dieser Weg ist zwar gehtechnisch einfach, dennoch müssen bis zu unserem Ziel, der Spronser Seenplatte, beinahe 1400 Höhenmeter überwunden werden. Die kleinen Bergseen, in denen sich die schroffen Spitzen und Grate der Texelgruppe spiegeln, werden auch als »Augen der Berge« bezeichnet. Sie sind durch Gletscher entstanden, die entweder felsige Wannen ausgeschürft oder Kare durch wasserstauende Moränen abgedämmt haben. Trotz der Höhenlage säumen dichte Seggen- und Wollgrasbestände die Ufer. Die Sagen, die sich wie immer auch um diese Seen ranken, berichten beispielsweise, dass ein Knistern auf der Wasseroberfläche den Hirten nahende Gewitter ankündigt haben soll. Aber auch Hexentreiben oder heimtückische Wirbel, die Kühe verschlingen, werden mit den Spronser Seen in Verbindung gebracht.
Die Seenplatte liegt zwischen 2100 und 2600 Metern Meereshöhe inmitten der bizarren Gebirgswelt und stellt mit zehn Gewässern die größte hochalpine Seengruppe Südtirols dar. Die vielen Steilstufen bis ins Tal werden von tosenden Bächen und kaskadenartigen Wasserfällen überwunden. Die Steilheit hatte aber auch einen Vorteil für den Erhalt der weitgehend unberührten Naturlandschaft, denn vor allem die nach Süden ausgerichteten Bergflanken konnten deshalb nicht für Skipisten oder breite Forstwege erschlossen werden.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 53 (Meran); Kompass Wanderkarte 1:35000, Blatt 043 (Naturpark Texelgruppe); Freytag & Berndt Wanderkarte 1:30000, Blatt S 12 (Naturns–Schnals–Latsch)
VerkehrsanbindungAuf der SS 44 (Meran–Sterzing) knapp hinter dem nördlichen Ortsende von Meran nach Dorf Tirol, Nebenstraße zum Gasthof Tiroler Kreuz Verbindungen mit dem Linienbus von Meran nach Dorf Tirol
GastronomieGasthof Tiroler Kreuz, Longfallhof, Bockerhütte, Oberkaseralm
Tourismusbüro
Kurverwaltung Meran, Freiheitsstraße 45, I–39012 Meran, Tel.: 0473/239008, www.meran-tirol-algund.com; Tourismusbüro Naturns, Rathausstraße 1, I-39025-Naturns, Tel.: 0473/666077; Naturparkhaus Texelgruppe, Feldgasse 3, I-39025 Naturns, Tel.: 0473/668201, www.naturns.it, info@naturns.it

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