Zur romantischen Burgruine Falkenstein

Wiesen- und Waldwege sowie Bergpfade (Autor: Martina Gorgas)
Damit ist sie die höchst gelegene Burgruine Deutschlands und begeisterte bereits König Ludwig II. – er wollte sich hier ein weiteres Märchenschloss erbauen. Von der Aussichtsplattform in der Burgruine haben Sie einen atemberaubenden Rundblick auf das Vilstal und die Gipfel der Tannheimer Berge.
Gleich oberhalb vom Wanderparkplatz in Pfronten-Meilingen findet sich der Einstieg in die Wanderung zur Burgruine: anfangs auf einem Asphaltsträßchen, das kurz danach auf einen Schotterweg stößt. Dort geht man geradeaus sanft bergauf und genießt den schönen Blick auf die umliegenden Gipfel. An der nächsten Weggabelung halten wir uns rechts in Richtung Manzengrat-Waldweg. Nun führt unser Weg steiler bergauf über offenes Gelände, vorbei an saftigen Almwiesen oder auch einmal ein kurzes Stück durch den Wald. Festes Schuhwerk ist erforderlich. Über Steine und Geröll wandern wir kontinuierlich steil in die Höhe, aber angenehm schattig im Wald. Nach ca. 20 Minuten folgen wir rechts dem Steig, der uns über Wurzeln und Steine in Richtung Burgruine bringt. Unterwegs entdecken wir am Waldesrand köstliche Walderdbeeren. Wenig später erreichen wir eine Lichtung, wo wir uns links halten, immer der Ausschilderung folgend. Weiter geht es durch den Wald und schon bald taucht linker Hand auf einem Felsen die Burgruine Falkenstein auf, das Ziel unserer Tour.
Weiter geht es recht steil bergab, die Wegführung ist nun etwas unübersichtlich. Zur Linken liegt die Schlossalpe mit Parkplatz und schmaler Zufahrtstraße. Zur Rechten haben wir einen schönen Blick ins Tal, auf saftige Wiesen mit verstreuten Scheunen. Am Zaun halten wir uns links und gehen weiter bergab.
An der nächsten Weggabelung folgen wir der Ausschilderung zur Burgruine und gehen am Weidezaun entlang. So kommen wir aus dem Wald heraus und laufen auf einem schmalem Pfad über Almwiesen. Wenig später stößt unser Weg auf einen breiten Schotter- weg, der zur Schlossalpe auf 1103 m Höhe führt. Dahinter führt ein Pfad nach rechts in den Wald und steil bergauf. Schön abwechslungsreich wandern wir dahin, über größere Steine, Geröll und Wurzeln – also genau die Art von Weg, die Kindern Spaß macht. Er verläuft in mehreren Kehren bergauf, am Steilhang ist eine kleine Klettereinlage angesagt und an manchen Stellen ist der Weg etwas exponiert. Dieses Wegstück ist durchaus anspruchsvoll und erfordert Trittsicherheit.
Das letzte Stück führt über Stufen zur Burgruine hinauf, vorbei an Restaurant und Burghotel.
Der Rückweg führt uns unterhalb des Restaurants zum kleinen Museum Falkenstein. Dort kann man sich das Modell der von König Ludwig geplanten Burg ansehen und erhält verschiedene Informationen zur Burgruine. Weiter geht es über steile Stufen bergab zur mit Blumen geschmückten Mariengrotte im Felsen. Von dort führt ein schmaler Pfad recht steil und in Serpentinen bergab in Richtung Schlossalpe. An der nächsten Weggabelung halten wir uns links – Vorsicht, die Markierung am Baum ist leicht zu übersehen.
Nach ca. 30 Minuten zweigt sich der Weg, jetzt beginnt der durchaus steile Gegenanstieg in Richtung Schlossalpe. Am Weidezaun halten wir uns links und folgen der Ausschilderung Pfronten-Meilingen, nun etwas sanfter bergauf. Der Weg führt durch den Wald und ist streckenweise nur schwer zu erkennen. Achten Sie auf die weiß-rot-weiße Markierung. So kommen wir teils steil bergab, teils ebener zurück zum Parkplatz.
Burgruine Falkenstein
Die Burg Falkenstein wurde um das Jahr 1270 von Graf Meinhard II. von Tirol als Herrschaftszeichen erbaut, um damit seinen Anspruch auf das Staufererbe deutlich zu machen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1290. Damals wurde die Burg »Castrum Pfronten« genannt, erst im 15. Jahrhundert erhielt die Burg, vermutlich aufgrund ihrer exponierten Lage, den Namen »Falkenstein«. Die kleine Burg hatte keinerlei militärische Bedeutung und war oft nicht bewohnbar. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg – wie auch die anderen Burgen in dieser Gegend – von der Tiroler Herrschaft in Brand gesteckt, um sie vor dem heranrückenden schwedisch-protestantischen Heer zu schützen.
König Ludwig und Burg Falkenstein
Die Burgruine wurde vor allem durch König Ludwig II. berühmt. Der »Märchenkönig« hatte den Falkenstein wegen seines fantastischen Bergpanoramas für sich entdeckt und 1883 käuflich erworben. Er wollte an dieser Stelle eine romantische Märchenburg errichten, deren Dimension die seiner anderen Schlösser noch übertreffen sollte. Mit der Planung wurde der Bühnenbildner Christian Jank beauftragt, der auch Schloss Neuschwanstein geplant hatte. Doch sein Entwurf war räumlich und architektonisch nicht realisierbar, wie man unschwer an den Skizzen im kleinen Museum erkennen kann. Wegen der chronischen finanziellen Prob - leme von König Ludwig II. schraubte Janks Nachfolger Georg von Dollmann die Ansprüche an die Burg deutlich nach unten und entwarf 1884 eine kleine gotische Burganlage. Doch dem König missfiel diese abgespeckte Burg so sehr, dass er kurzerhand den Vertrag mit Dollmann kündigte und den Auftrag an Oberbaurat Max Schultze weitergab. Das Schloss blieb jedoch durch den plötzlichen Tod des Königs ein nicht umgesetzter Traum.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortPfronten-Meilingen
AusgangspunktPfronten-Meilingen
EndpunktPfronten-Meilingen
TourencharakterDie reizvolle Wanderung führt zur romantischen Burgruine Falkenstein, die sich auf einem steil abfallenden Felsklamm westlich von Pfronten auf 1268 m Höhe befindet.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 4, Füssen Außerfern, 1:50 000
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 96 München– Lindau bis Ausfahrt Jengen-Kaufbeuren; weiter Richtung Kempten, dann in Richtung Füssen; in Füssen weiter Richtung Pfronten, am Kreisverkehr vor Pfronten der Ausschilderung zur Burg Falkenstein bis zum Wanderparkplatz in Pfronten- Meilingen folgen Bahn. Bahnlinie München– Kempten; ab Kempten mit der Regionalbahn nach Nesselwang; ab Nesselwang mit dem Bus zur Burg Falkenstein
GastronomieBurghotel »Auf dem Falkenstein« Das gediegene Hotel-Restaurant »Auf dem Falkenstein « liegt traumhaft schön und exponiert auf dem Falkenstein, 20 m unter dem Gipfel mit der Burgruine. Von der Sonnenterrasse haben Sie einen fantastischen Ausblick bis zum Schloss Neuschwanstein und weiter bis zur Zugspitze. Das Preis niveau ist eher gehoben, doch die umfangreiche Speisekarte bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas. Auf dem Falkenstein 1, 87459 Pfronten im Allgäu, Tel. 08363/ 91 45 40 oder 08363/ 914 54 44, info@burghotelfalkenstein, www.burghotelfalkenstein.de
Tipps
Badeausflug zum Weißensee. Wer nach der Wanderung Lust auf ein erfrischendes Bad hat, kann auf der Deutschen Alpenstraße zum Weißensee fahren und sich dort im kleinen Strandbad niederlassen.
Informationen
Pfronten Tourismus, Vilstalstraße 2, 87459 Pfronten, Tel 08363/6 98 88, Fax 08363/6 98 66, info@pfronten.de, www.pfronten.de
Tourismusbüro
Pfronten Tourismus, Vilstalstraße 2, 87459 Pfronten, Tel 08363/6 98 88, Fax 08363/6 98 66, info@pfronten.de, www.pfronten.de

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