Zur Rofanspitze

Sehr schöne, eher kurze Wanderung auf einen Rofan-Hauptgipfel; für die Grubastieg ist Trittsicherheit gut, für das kurze Stück des Gipfelkammes erforderlich; vom höchsten Punkt herrliche Aussicht. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
7 km
450 m
3.00 h
Von der Rofanseilbahn-Bergstation (1840 m) nördlich zum Mauritzalm-Hochleger. (Die Wegabzweigungen zum Kotalmsattel, zum Mauritzalm-Niederleger und zur Haidachstellwand bleiben unbeachtet.) Bald darauf zweigt der Steig auf die Hochiß links ab. Wir bleiben jedoch auf dem AV-Weg Nr. 401, der sich in Nordostrichtung zur felsigen Grubastieg hinaufzieht. Über diese einzige anstrengende Wegpassage wird das zwischen den Ausläufern der Seekarlspitze und der Haidachstellwand befindliche Wiesentälchen der Gruba erreicht. Darin nordöstlich in mäßiger Steigung aufwärts. Zwischen Roßkopf (links) und Grubalackenspitze (rechts) durch in die Grubascharte (2101 m). Von dort keinesfalls direkt in Richtung Westgipfel hinauf, sondern jenseits der Scharte in gleicher Richtung auf dem Weg zum Schafsteigsattel weiter, bis nach kurzer Zeit ein deutlich ausgeprägter Steig in Kehren über den steilen Grashang zum Kamm emporführt. Auf ihm östlich zum Rofanspitze-Hauptgipfel. Abstieg - Am besten auf der gleichen Route.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied450 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSiehe Tour 33.
TourencharakterDie Rofanspitze ist der am problemlosesten erreichbare der Rofan-Hauptgipfel. Südseitig ein nahezu reiner Grasberg, bricht er gegen Nordwesten mit einer bis zu 250 Meter hohen Wand ab. Auch die Ostwand, die vom Marchgatterl aus beeindruckt, ist sehr steil. Nordostseitig lehnt sich ein glattwandiger Pfeiler an das Massiv. Er steht frei. Jedoch ist der Abstand zwischen ihm und der Rofanspitze-Nordwand so gering, dass eine Plattform unterhalb des Turmgipfels mit einem Sprung aus der schwierigen alten Nordwandführe erreicht werden könnte. An diesem Rofanturm gibt es eine Reihe sehr anspruchsvoller und auch origineller Kletterrouten. Ganz anders das südseitige »Gesicht« der Rofanspitze - ein Idealgelände für Bergwanderer. Der einfachste Anstieg führt von der Grubascharte zum Gipfel. Man lasse sich jedoch, so man nicht über absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügt, keinesfalls dazu verleiten, die Rofanspitze über den Westgipfel und den schmalen Verbindungsgrat zu erreichen. Dort, vom Rofangrat, stürzte im Februar 1966 der bekannte Westalpenspezialist, Führerautor und Musiker am Gärtnerplatztheater Franz Königer über die Nordwand hinunter zu Tode. Die Rofanspitze ist ein »schneller« Gipfel. Das heißt, man benötigt nur zwei Stunden Aufstiegszeit für sie. Das Gros der normalerweise von Maurach herauf »fälligen« Höhenmeter überwinden wir mühelos mit der Rofanseilbahn. Von deren Bergstation geht's dann über die Felsstufen der Grubastieg hinauf in das Wiesentälchen der Gruba. Es wird beherrscht von der graugelben Südwand des Roßkopfs. Der berühmte Bergführer Hanns Fiechtl durchstieg sie mit einem Gast 1908 zum ersten Mal. Dabei schlug Fiechtl zwecks Absicherung der Route Gardinennägel in den Fels. Als wir diese Tour vor einigen Jahren kletterten, steckten diese »Ur-Fiechtl-Haken« noch. Deren Unzulänglichkeit war dem Führer bestimmt schon klar, als er die Nägel eintrieb. Er konnte über sie das Seil, das zu seinem Kletterpartner führte, ja nur drüberlaufen lassen. Vom Schmiedemeister Mühlbacher in Münster ließ sich der Fiechtl Hannes später den Haken mit geschlossener Öse anfertigen. Dieser und der von Otto Herzog verwendete Feuerwehrkarabiner ermöglichten schließlich die erste wirklich brauchbare Sicherungsmethode beim Klettern. Bald stehen wir direkt unterhalb der prallen Roßkopfwand, und nun ist's auch nicht mehr weit bis in die Grubascharte, von der aus der Schlussanstieg auf die Rofanspitze wie ein »offenes Buch« vor uns liegt. Bei »sichtigem« Wetter wird der Ausblick vom Gipfel durch viele Zentralalpenberge bestimmt. Ganz in der Nähe hingegen ragen der schroffe Sagzahn und dahinter die Wiesenkuppe des Vorderen Sonnwendjochs auf. Direkt darüber die Zillertaler Alpen und links vom Sagzahn bereits die Venedigergruppe der Hohen Tauern. Ja, so eine Schaurast hat schon was. Und welch geringe Mühe sie uns gekostet hat. Da ist mir eine ganz andere Rofantour in Erinnerung. Auch sie begann ich an der Seilbahn-Bergstation, stieg von dort auf die Haidachstellwand (Tour 36), von ihr hinunter zur Schermsteinalm und weiter auf das Vordere Sonnwendjoch. Danach rüber zum Sagzahn, über den kleinen Klettersteig nach Norden abwärts und rauf auf die Rofanspitze. Dann ging's hinüber zu Seekarlspitze und Spieljoch und weiter auf die Hochiß. Die Überschreitung des Dalfazer Kammes bildete endlich den würdigen Abschluss. Das wäre die zentrale Rofanrunde, die eigentlich nur Gschöllkopf, Grubalackenspitze und Roßkopf auslässt. Eine, trotz Seilbahnhilfe, recht lange Tour, die jedoch über das Niveau einer Bergwanderung hinausgeht.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte Rofan, 1 - 25 000.
VerkehrsanbindungVon Norden über Achenkirch, die Achenseestraße und Buchau; von der Inntalautobahn ab Ausfahrt Wiesing/Zillertal über die Kanzelkehre. Nächstgelegene Bahnstation ist Jenbach im Inntal; von dort Busverbindung nach Maurach (oder von Lenggries-Bf. dorthin).
GastronomieErfurter Hütte (siehe Tour 33).
Unterkunft
Erfurter Hütte (siehe Tour 33).

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