Zur Mischabelhütte, 3335 m

Fast schon eine Hochtour (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
8 km
1100 m
5.00 h
In einem weiten Talkessel unter dem wildzerklüfteten Feegletscher liegt das Bergdorf Saas-Fee – darüber die Gipfel der Mischabelgruppe. Allein 13 Viertausender blicken auf Saas-Fee herab. Bis zum Bau der Straße von Saas-Grund herauf war das Gletscherdorf nur über eine bescheidene Saumstraße und auf dem Kapellenweg (siehe Tour 11) zu erreichen. Doch seit 1951 rollt der Autoverkehr auf hervorragend angelegter Straße bis zum Parkplatz am Ortseingang – das Dorf selbst ist autofrei geblieben.
Saas-Fee gilt heute als einer der beliebtesten Luftkurorte der Schweiz und bietet vielseitige Möglichkeiten für den Sommer- und Winterbergsport. Verschiedene Seilbahnen und eine unterirdische Standseilbahn tragen den Touristen bis tief ins Herz der Gletscherwelt – sei es nun nach Plattjen oder Felskinn, auf den Mittelallalin, auf die Längflue oder zum Hannig. Saas-Fee besteht überwiegend aus Hotels, Appartementhäusern, Chalets, Pensionen sowie Cafés, und die Dorfstraße ist gesäumt von Geschäften aller Art. Zeugen des frühen Kornanbaues sind die von der Walliser Sonne schwarz gebrannten Holzstadeln; zum Schutz gegen Nagetiere stehen sie auf großen Steinplatten. Mit Feegletscher, Alphubel, Täschhorn und Dom im Hintergrund sind die Speicher dankbare Motive für Fotografen. Auf dem Friedhof neben der großen Kirche befindet sich das Grab des Ehrenbürgers Zuckmayer Carl (1896–1977). Interessant ist auch die 1963 erbaute Kirche mit freistehendem Glockenturm.
Der WegverlaufPer Seilbahn zum Hannig: Für den Aufstieg zur Mischabelhütte braucht es von Saas-Fee 4½ Stunden, jedoch lässt sich die Anstiegszeit durch Benutzung der Seilbahn zur Hannigalp um 1 Stunde abkürzen.
Höhenweg nach Schönegg: Oberhalb der Bergstation Hannig wendet sich der breite Weg nach Westen (Wegweiser beachten) und bald darauf in ein Seitentälchen. Prächtig zeigt sich der Hohbalmgletscher mit seinen Eistürmen. Bis zur Querung des Torrenbaches verlieren wir etwa 70 Höhenmeter und verlassen nach 25 Min. den Gemsweg (der über Café Gletschergrotte in 4 Std. zum Plattjen leitet). An einem Felsen steht in großen Buchstaben der Hinweis »Mischabelhütte«. In mäßiger Steigung zieht sich die Route den begrünten Moränenrücken empor zum Aussichtspunkt Schönegg (2448 m). Hier kommt auch der 1¼-stündige Anstiegsweg von Saas-Fee durch den Triftwald herauf. Während über dem Tal noch der Morgendunst liegt, zirpen am warmen Sonnenhang bereits die Grillen. Schöner Blick zur gegenüberliegenden Talseite auf Fletschhorn, Lagginhorn und Weissmies.
Aufstieg zur Mischabelhütte: Der Weiterweg führt unter den Südhängen des Distelhorns Kehre um Kehre höher. Wie ein Adlerhorst thront die Mischabelhütte hoch oben in den Felsen. Auf der Höhe von 2800 m gelangen wir auf den Ostgrat des Schwarzhorns, dem wir bis zur SAC-Hütte folgen. Der Anstieg wurde in diesem Bereich vor einigen Jahren drahtseilversichert und somit etwas entschärft; Ungeübten wird ein Klettersteigset empfohlen. Wir klettern an Wänden entlang, turnen luftig über Bänder und Rippen, stets mit guten Griffen und Tritten sowie der vertraueneinflößenden Kabelsicherung. Dennoch erfordert die Route absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, da immer Absturzgefahr besteht! Zum Schluss über einen schwach geneigten Hang zum Hüttenkomplex empor (3335 m). Die letzte Stunde erforderte unsere volle Aufmerksamkeit, da nahm man sich nicht viel Zeit zum Schauen. Umso mehr überwältigt jetzt die grandiose Aussicht…
Unmittelbar vor uns reckt sich der Dom steil gegen den tiefblauen Himmel. Viel einschmeichelnder präsentieren sich Allalinhorn und Alphubel im Süden. Wie ein Eismeer breitet sich davor der Feegletscher aus. Deutlich zu erkennen Hohlaubgrat, Mittelallalin und Hinter Allalin sowie der Gletscherweg vom Felskinn zur Britanniahütte. Mit Hilfe der Karte sind auch die Berge südlich des Weissmies zu bestimmen: Portjenhorn, Portjengrat, Sonnighorn, Cresta di Saas, Punta di Saas, davor Nollenhorn und Stellihorn. Laufend kommen jetzt Bergsteiger völlig durchgeschwitzt mit schweren Rucksäcken aus dem Tal herauf. Sie werden in dieser imposanten Berglandschaft den Abend verbringen, hier nächtigen und am nächsten Tag ihren Gipfel machen.
Abstieg über Schönegg nach Saas-Fee: Nach langer Rast treten wir den Rückweg an, bringen die Felspassage mit aufmerksamen Schritten gut hinter uns und wandern auf der Anstiegsroute leicht nach Schönegg zurück (2448 m). Beim folgenden kehrenreichen Abstieg ins Tal rascher Höhenverlust. Vorbei am Abzweig des Gemsweges (nach Plattjen), später Queren des Torrenbachs über eine Brücke und schon sind wir bei den Lawinenschutzvorrichtungen, die das Bergdorf vor den zerstörerischen Kräften der Naturgewalten schützen soll. Wir durchschreiten sie und befinden uns nun in dem viel gerühmten Stafelwald (Bannwald) mit seinen 600- und 700-jährigen Lärchenbäumen. Seine Entstehung lässt sich bis zur Geburtsstunde der Eidgenossenschaft zurückverfolgen. Über den Weiler Gasse hinab nach Saas-Fee (1792 m).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortSaas-Fee (1792 m) im Saastal.
AusgangspunktBergstation Hannig (2350 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt.
Tourencharaktergroßartige Hüttentour. Für die Felspartie zwischen Höhe 2850 und SAC-Hütte sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung (hier bei Nässe im Abstieg besonders vorsichtig sein!). Ausdauer und Kondition nötig.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1:50 000, Blatt 284 T (Mischabel mit eingezeichneten Routen).
Verkehrsanbindungsiehe Tour 10; vom Parkplatz am Ortseingang in gut 10 Min. Richtung Wildi zur Talstation der Seilbahn (bezeichnet); Bergfahrt zum Hannig.
GastronomieMischabelhütte (3335 m), 130 Schlafplätze, bewartet: Juli bis September, Tel. 027/957?13?17 (Hütte), 027/957?17?45 + 027/957?11?17 (Tal). Bergrestaurant Hannig (2350 m).
Unterkunft
Mischabelhütte (3335 m), 130 Schlafplätze, bewartet: Juli bis September, Tel. 027/957?13?17 (Hütte), 027/957?17?45 + 027/957?11?17 (Tal). Bergrestaurant Hannig (2350 m).
Tourismusbüro
Saas-Fee, siehe Tour 15.

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