Zur Kaserstattalm im Stubaital

An Almen mangelt es auch in diesem Teil des Stubais nicht. Kaserstattalm, Knappenhütte, Galtalm – diese Höhenwanderung verdient wahrlich die Bezeichnung Almentour. Kaserstatt lässt sich nicht bloß über die hier im Detail beschriebene Route erreichen. Unter anderem führt noch von der so genannten Zeggerbrücke in Neder (Gemeinde Neustift) eine Straße empor zu den Pfurtschellhöfen (1297 m), wo sich ein kostenloser Parkplatz für Almbesucher befindet. Von dem Parkplatz aus leitet ein schöner Fahrweg (rund 5 km) zu unserem Ziel. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
15 km
1302 m
5.00 h

Von der Bergstation Kreuzjochbahn zum Niederen Burgstall

Wir starten bei der Bergstation Kreuzjochbahn eine Rundwanderung, die größtenteils hinab führt. Lediglich im allerersten Teil müssen Höhenmeter bewältigt werden – zum Niederen Burgstall bzw. in Folge (zumindest einige wenige) zur Starkenburger Hütte. Die Wanderung beginnt inmitten der prächtigen Kulisse der Kalkkögel, die das Panorama dominieren. Riepenwand, Große und Kleine Ochsenwand – die Namen dieser Felsklotze zergehen regelrecht auf der Zunge.

Der Steig bringt uns zunächst in südwestlicher Richtung ein kleines Stück nach oben zum Sennjoch. Die Lifte in diesem Bereich deuten an, dass es sich hier um ein tolles Skigebiet handelt. Nur ganz kurz später wechseln wir zu dem mit „Hoher Burgstall“ beschilderten Steig. Bis ganz dorthin wollen wir aber nicht, sondern zweigen in Folge von der Route ab (beschildert), um von Süden bzw. Südwesten den Gipfel des Niederen Burgstalls zu bezwingen.

Vom Niederen Burgstall zur Starkenburger Hütte

Zunächst nehmen wir die gleiche Route zurück, bis wir wieder im Prinzip zum Sennjoch und damit in den ursprünglichen Steig gelangen. Dem folgen wir nun nach Südwesten unter dem Niederen Burgstall vorbei, ehe er sich nach Süden windet und uns schließlich abermals in südwestlicher Richtung zur Starkenburger Hütte bringt. In dem letzten Abschnitt führt er zwischen zahlreichen Lawinenschutzbauten hindurch.

Die Starkenburger Hütte ist übrigens das erste AV-Schutzhaus am berühmten Stubaier Höhenweg. Von der Starkenburger Hütte zur Kaserstattalm Ab der Starkenburger Hütte geht es wieder in die entgegengesetzte Richtung und praktisch nur noch abwärts. Zunächst wandern wir auf einem ganz kurzen Verbindungssteig von dem AV-Schutzhaus hinab zum breiten Fahrweg, der – mit zwei Ausnahmen – ziemlich direkt rund 350 Höhenmeter zur Kaserstattalm hinunterleitet.

Von der Kaserstattalm zur Mittelstation Froneben

Einige nicht zu unterschätzende Entfernungskilometer und 500 Höhenmeter talwärts stehen im letzten Teil der Tour bevor. Ein breiter Weg bringt uns zunächst zur Knappenhütte. An dem urigen Gebäude mit dem Flachdach kommt man fast nicht ohne neuerliches Einkehren vorbei. Hier kann sich jeder selbst den Begrüßungsschnaps aus einem kleinen Fass vor der Hütte einschenken. Bitte im eigenen Interesse den Hahn nicht zu lange offen lassen oder wiederholt zum Fass zurückkehren! Anschließend geht's im Wald über den Zentralalpenweg in gleich bleibender nordöstlicher Richtung weiter zur Galtalm. Danach gelangt man rasch zurück ins Skigebiet. Zwei Kehren später ist die Mittelstation Froneben der Kreuzjochbahn erreicht.

Der Gipfelabstecher

Der Niedere Burgstall gehört zur Gruppe der bekannten Kalkkögel. Freilich stellt er einen der unspektakulärsten Vertreter dar. Doch gerade wegen dieser Charakteristik und auch weil es sich um einen Grasberg handelt, passt er blendend zu einer Almwanderung. Die knapp 200 Höhenmeter, die zusätzlich bis zum Kreuz zu bewältigen sind, machen das (konditionelle) Kraut gewiss nicht fett. Dasselbe gilt für die Gehzeit von etwa 45 Minuten im Anstieg. Es würde also beinahe an Fahrlässigkeit grenzen, den Niederen Burgstall nicht „mitzunehmen“. Die Almentour erfährt jedenfalls eine Aufwertung. Außerdem darf man im Falle eines „Gipfelsiegs“ für sich beanspruchen, einen der berühmten Kalkkögel erklommen zu haben. Dass es nicht die Riepenwand oder die Große Ochsenwand war, muss man ja niemandem sagen.

Das prächtige Gebäude der Kaserstattalm steht in 1890 Meter oberhalb des Stubaitals. Von hier bietet sich ein grandioser Blick hinüber zur Serles, dem vielleicht beliebtesten Gipfel Tirols. Die Privatalm umfasst eine Fläche von 280 Hektar. Rund 30 Milchkühe, die abends „gesammelt“ und gemolken werden, und etwa 40 Stück Galtvieh weiden hier oben. Die langjährigen Pächter von Kaserstatt betreiben im Tal eine Landwirtschaft und nehmen jeden Sommer ein paar Milchkühe vom eigenen Hof mit zur Alm. Aus deren Milch werden typische Tiroler Almprodukte hergestellt. Butter, Buttermilch, Joghurt, Topfenaufstrich – auf Kaserstatt kann man allerlei Köstlichkeiten genießen und zum Teil auch kaufen und mit nach Hause nehmen. Bereits der Name der Alm verdeutlicht, dass hier außerdem Käse erzeugt wird. In erster Linie handelt es sich dabei um Graukäse. Nicht allein die großen Tiere – im wahrsten Sinn des Wortes – geben auf Kaserstatt den Ton an. Katzen, Hasen und ein paar Schweine stellen zusätzliche Attraktionen für die Besucher dar. Vor allem die Kinder dürften sich angesichts dieser breiten Palette an Vierbeinern freuen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1302 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz der Bergbahnen Schlick 2000 in Fulpmes im Stubaital.
TourencharakterVon der Bergstation der Gondelbahn Kreuzjoch zur Starkenburger Hütte führt ein guter Steig. Der Niedere Burgstall wird über einen ebenfalls guten Steig unschwierig erreicht. Von der Starkenburger Hütte führt ein breiter Fahrweg zur Kaserstattalm hinab. Von der Kaserstattalm über die Knappenhütte und die Galtalm nach Froneben leitet ebenfalls ein feiner Weg. Bergstation Kreuzjochbahn (rund 2100 m) – Niederer Burgstall (2436 m) – Starkenburger Hütte (2237 m) – Kaserstattalm (1890 m) – Knappenhütte (rund 1800 m) – Galtalm (1634 m) – Mittelstation Froneben der Kreuzjochbahn (1363 m).
Beste Jahreszeit
KartentippMayr Wanderkarte 24, Wipptal, 1 - 35.000.
VerkehrsanbindungVon Innsbruck auf der Brennerautobahn A 13 bis zur Ausfahrt Stubai. Dort auf der Hauptstraße nach Fulpmes. Mit der Bahn bis Innsbruck. Von dort mit dem Linienbus nach Fulpmes. Alternativ von Innsbruck mit der Stubaitalbahn bis Fulpmes.
GastronomieKaserstattalm, bewirtschaftet durchgehend von Mitte Mai bis Ende Oktober, Übernachtungsmöglichkeit, Tel. - ++43/(0)5226/2726; Knappenhütte, Galtalm, Starkenburger Hütte
Tipps
Der Tipp für Kinder:
Eltern können ihren Sprösslingen während dieser Almenrunde über dem Stubaital einen Vorgeschmack auf mögliche gemeinsame bergsteigerische Aktivitäten in (ferner) Zukunft geben. Nun – ob die Kinder irgendwann tatsächlich Lust spüren, höhere Berge zu erklimmen oder nicht, steht in den Sternen. Angesichts der Eisriesen, die sie von der Starkenburger Hütte aus optisch sehen können, dürften sie aber zumindest ins Staunen geraten. Appetitanregung in Sachen Gipfelsturm nicht ausgeschlossen. Die Lage des AV-Schutzhauses bietet die Gelegenheit, den Kindern die bekanntesten Stubaier Eisriesen zu zeigen. Zuckerhütl, Wilder Pfaff, Wilder Freiger, Ruderhofspitze, Schrankogel und Habicht liegen unter anderem auf dem Präsentierteller. Ein gewaltiger Eindruck, den die Kleinen wohl lange nicht vergessen. Und die Erwachsenen vermutlich ebenfalls nicht.
Informationen
Dauer: Bergstation Kreuzjochbahn – Starkenburger Hütte rund 2 Std., Starkenburger Hütte – Kaserstattalm rund 45 Min., Kaserstattalm – Mittelstation Froneben rund 1 1/4 Std. Gipfelabstecher: rund 45 Min. Aufstieg, rund 30 Min. Abstieg. Gesamt: rund 5 1/4 Std.
Tourismusbüro
Tourismusverband Stubai, Bahnstraße 17, 6166 Fulpmes, Tel.: ++43/(0)5225/62235, Fax: 63843, www.stubai.at
Bergbahnen Schlick 2000, Infotelefon: ++43/(0)5225/62970; letzte Talfahrt von der Mittelstation Froneben (Kreuzjochbahn I) um 16.45 Uhr.