Zur Felsenburg Drachenfels

Im Dahner Felsenland - Der Wechsel aus bequemen Wegen und teils steilen und felsigen Wurzelpfaden erfordert festes Schuhwerk. (Autor: Bernhard Pollmann)
10 km
450 m
3.00 h
Heidenpfeiler-Panorama Am Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz Drachenfels, ist das erste Etappenziel schon in Sicht - Wie ein gewaltiger Hammerkopf ragt der mächtige Gipfel des Heidenpfeilermassivs aus den Wäldern. Vom Parkplatz leitet die Markierung »3« in 20 Minuten auf einem schmalen Pfad im bewaldeten Osthang steil hinauf. Der Gipfel des senkrechten und in Überhängen abstürzenden Felsens ist nicht durch Eisenleitern und Schutzgeländer verunstaltet, sodass dieser Ort und die grandiose Aussicht, die er bietet, ohne störendes Beiwerk genossen werden können. Waldkuppe rundet sich hinter Waldkuppe: Der markante Einschnitt im Südosten ist das Wieslautertal, rechts davon steht auf einem der höchsten Grenzberge die Wegelnburg, weiter rechts rundet sich der Maimont, links zeigen sich die Türme von Berwartstein bei Erlenbach, und ganz links stehen fast in einer Linie Rödelstein, Lindelbrunn und Trifels. Buchkammern Vom Heidenpfeiler führt die Markierung »3« zu den niedrigen Felstürmen auf dem Gipfel des Heidenbergs und in sachtem Abstieg über den Bergrücken. Kurz vor Erreichen des Heidenkammer-Felsmassivs bietet sich ein hervorragender Blick auf die Burgruine Drachenfels und den Ort Busenberg. In Serpentinen leitet die »3« neben dem Heidenkammer-Massiv abwärts. In den Felsen sind mehrere Kammern eingehauen, die »Heidenkammern« und »Buchkammer« genannt werden. Unterhalb der Heidenkammer-Felsen trifft der wurzelige Serpentinenpfad auf die Markierung »2«, der ruhig durch die Wälder am Bergfuß führt (links) und etwa unterhalb des Heidenpfeilers auf die mit der Ziffer »4« markierte Route mündet. Jüngstberg: Auf einem bequemen Forstweg leitet die »4« rechts hinauf, wobei sich gleich die markante Silhouette des Jüngstbergs zeigt und sich auch der Heidenpfeiler in neuer, eindrucksvoller Perspektive präsentiert. Eine Sitzbank an den Wiesen bietet Blick zum Heidenpfeiler und zum Jüngstberg, später lädt die »Jagdhütte«, eine kleine Schutzhütte, zur Rast ein, dann leitet die »4« in stetem Anstieg auf den Jüngstberg. Bis zu den Sitzbänken auf halber Höhe gibt ein bequemer Weg die Route vor, dann wechselt die »4« auf einen Pfad und tritt bei Aussichtssitzbänken am Westabbruch des Jüngstbergs aus dem Wald: Hier bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Berge jenseits des Wieslautertals, unten im Tal zeigen sich die Häuser von Bruchweiler-Bärenthal, weiter links die von Rumbach. Nun beginnt der Schlussspurt zur Felskanzel auf dem Gipfel des Jüngstbergs. Die Kanzel ist per Eisenleiter ersteigbar, das Panorama entspricht in etwa dem auf dem Heidenpfeiler, zusätzlich zeigt sich der Fladenstein über Bundenthal. Auf dem Jüngstberg stehen weitere Felsen an, darunter der Kreuzfelsen. Von der Jünstbergkanzel geht es mit der Markierung »4« auf demselben Weg zurück zur Jagdhütte und dort links im Wald zur Drachenfelshütte des Pfälzerwaldvereins. Drachenfels Der Drachenfels ist das Musterbeispiel einer Felsenburg im Wasgenwald. Zugleich bietet er eine traumhafte Aussicht einerseits nordwärts auf die beeindruckende Felsenlandschaft jenseits von Busenberg, halb links davon auf die Dahner Schlösser; im Osten zeigen sich die Berge jenseits des Erlenbachtals, nach Süden blicken wir auf Heiden- und Jüngstberg, und im Westen steht jenseits des Wieslautertals der Große Eyberg. Mittelalterliche Felsenburgen waren eine Verbindung aus Felsriff, Holzbauten und Mauerwerk: In der Berglandschaft isoliert aufragende, schwer ersteigbare Felsmassive wurden als Standorte für diesen Burgentyp genutzt, der bis zum Aufkommen von Feuerwaffen so gut wie uneinnehmbar war. Die senkrecht abstürzenden Felswände fungierten als natürliches Festungswerk, in exponierten Lagen wurden Treppenstufen, Balkenauflagen und in der Art von »Höhlenwohnungen« Räume aus dem Felsen herausgeschlägelt, weitere Räumlichkeiten und Türme wurden aufgemauert. Die besten Voraussetzungen zur Errichtung von Felsenburgen bot der vergleichsweise weiche Sandstein, vor allem die Buntsandsteinvogesen und der südliche Pfälzerwald sowie die böhmischen Felsenstädte sind klassische Felsenburggebiete. Der Drachenfels wurde um 1200 in eine mittelalterliche Burg der Stauferzeit umgewandelt, und zwar als Lehnsburg der Abtei Klingenmünster. Im 15. und 16. Jh. teilten sich mehr als 20 Herren als »Ganerben« den Besitz der Burg. Als 1463 die Heilig-Geist-Gesellschaft gegründet wurde, wählten die Ritter, die diesem Schutz-und-Trutz-Bund angehörten, Burg Drachenfels zum Versammlungsort; der Drachenfels avancierte zum Treffpunkt der Ritter aus dem Wasgau. Mitglied der Heilig-Geist-Gesellschaft und ab 1510 auch Ganerbe von Burg Drachenfels war der Reichsritter Franz von Sickingen. Als er am Ende der Sickingenschen Fehde 1523 auf Burg Nanstein starb, nahmen die verbündeten Fürsten dies zum Anlass, Burg Drachenfels zu zerstören, um damit den Treffpunkt der Ritterschaft zu vernichten; der Wiederaufbau der Burg wurde verboten. Seither ist Burg Drachenfels eine Ruine. Vom Drachenfels sind wir in wenigen Minuten zurück am Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied450 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortBusenberg (260 m), Feriengemeinde bei Burg Drachenfels im Dahner Felsenland.
AusgangspunktWanderparkplatz Drachenfels (310 m) südöstlich von Busenberg, an der B 427 ausgeschildert »Weißensteinerhof« - geradeaus am Restaurant vorbei zum Parkplatz.
TourencharakterSüdlich der Queich liegt im Biosphärenreservat Nordvogesen-Pfälzerwald die bizarrste Buntsandsteinlandschaft Deutschlands - der Wasgau oder Wasgenwald mit dem Dahner Felsenland. Hier finden sich die bekanntesten Felsen der Pfalz, darunter der Teufelstisch bei Hinterweidenthal, der Trifels mit der »Burgendreifaltigkeit« hoch über dem Queichtal, der Dahner Jungfernsprung über dem Wieslautertal und der Drachenfels bei Busenberg als eine der prägnantesten Felsenburganlagen. Zu drei der aussichtsreichsten Felsen in diesem faszinierenden Gebiet führt die Wanderung: Heidenpfeiler und Jüngstbergkanzel zählen zu den herausragenden Aussichtsstellen des Dahner Felsenlands, die wildromantische Burgruine Drachenfels ist das Paradebeispiel einer Felsenburg im Wasgenwald.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 25000, Dahn und Umgebung (Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz).
VerkehrsanbindungB 427 Bad Bergzabern – Busenberg – Dahn – Hinterweidenthal.
GastronomieWeißensteinerhof, Drachenfelshütte.
Tourismusbüro
Tourist Information Dahner Felsen- land, Schulstraße 29, 66994 Dahn, Tel. 06391/5811, Internet www.busenberg.de bzw. www.dahner-felsenland.net.

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