Zum Wandern nach Bad Heilbrunn

Das ehemalige kurfürstlich-bayerische Hofbad Heilbrunn ist auch heute noch ein angesehener Kurort, abseits von Freizeitrummel und Massenbetrieb. Seine günstige Lage am Fuße der Vorberge zwischen Isar und Loisach macht die Gegend um den Ort zu einem bevorzugten Wanderrevier, das sich ebenfalls seine Stille und Beschaulichkeit bewahrt hat. (Autor: Armin Scheider)
7 km
80 m
2.00 h
Wandern im Königsdorfer Filz. Ein erstes Beispiel dafür liefern die Königsdorfer Filze. Zuerst aber sollte man einen Blick in die Königsdorfer Pfarrkirche St. Laurentius von 1785 werfen, immerhin Mutterkirche des Isarwinkels, mit beachtlicher Ausstattung, wie z. B. die Fresken von Christian Wink, die schöne Altaranlage oder eine sitzende Madonna (um 1500). Dann geht es auf der B 11 bis Höfen, wo die Wanderung beginnt und über Zellwies und Mooseurach verläuft (siehe Karte). Unterwegs schöne Mooslandschaft, Ausblicke auf das Gebirge und eine mächtige Eichenallee nach Mooseurach. Die Strecke ist gut sieben Kilometer lang. Ein Kurort mit adeliger Protektion. Über Reindlschmiede und Langau gelangt man nach Bad Heilbrunn. Die Entwicklung des Heilbades ist eng mit dem Hause Wittelsbach verbunden. Man schrieb das Jahr 1659, als die bayerische Kurfürstin Henriette Adelheid zur Kur nach Heilbrunn kam. Mit Erfolg, denn wenig später gebar sie den seit sieben Jahren ersehnten Thronfolger. Schon im 12. Jh. wurde der jodhaltige Heilbrunnen entdeckt und als Heilwasser genutzt. Von 1530 bis 1803 war der Ort Bayerisches Hofbad. 1831 benannte König Ludwig I. die Heilquelle in »Adelheidquelle« um. Unter den Kurgästen dieser Zeit war auch die berühmte österreichische Kaiserin Sisi. Sehenswert im Ort ist die 1912 von Gabriel v. Seidl erbaute Park-Villa, ein Jugendstilbau, der heute als Gesundheitszentrum und Tagungsstätte genutzt wird. Auch ein Restaurant-Café ist vorhanden. In der Nähe der Villa befindet sich die Adelheidquelle. Lohnend ist ein Besuch in der Pfarrkirche St. Kilian von 1726. Ihre Ausstattung stammt vorwiegend aus dem 18.Jh., erhalten blieben aber auch einige Skulpturen aus der Zeit um 1500. Wandern nach Ramsau. Ab Park-Villa geht es auf der Adelheidstraße und dann zwischen Linden- und Abt-Walter-Weg auf dem Wanderweg TK 2 nach Norden zum malerisch gelegenen Schönauer Weiher. Weiter nördlich überquert man den Reindlbach und gelangt nach Ramsau. Hier lockt das holzverkleidete und blumengeschmückte Gasthaus Ramsau mit seinem gemütlichen Biergarten unter Kastanienbäumen. Zurück nehmen wir den Weg TK 1 über Obermühl durch parkartige Landschaft. Der Kurs ist knapp fünf Kilometer lang. Loisachwanderung mit Alpensicht. Alternativ zu Ramsau empfiehlt sich eine sehr schöne, aber doppelt so lange Wanderung, die im ersten Abschnitt prächtige Alpenblicke eröffnet. Start ist in Schönmühl, dort kann man im gleichnamigen Gasthaus (Mo/Di Ruhetage) noch etwas zu sich nehmen. Zu Beginn leider ein Wermutstropfen, denn es geht 500 Meter auf Fuß-/Radweg an der verkehrsreichen Hauptstraße entlang. Dann aber tauchen wir ein in stille Gefilde. Es folgt Edenhof und danach der Weiler St. Johannisrain, wo Kirche und Berge mit Zugspitze ein besonders schönes Landschaftsbild abgeben. Etwas später erreichen wir den Riederer Weiher und kommen auf der Route 14 weiter zur Loisach. Auf einem Wiesenpfad direkt am Fluss entlang wandern wir durch wunderschöne Filzlandschaft nach Schönmühl zurück. Abstecher nach Penzberg. Es war der Kohlebergbau, der die Entwicklung von Penzberg geprägt hat. 1808 noch ein Weiler mit drei Höfen, erfuhr der Ort mit der Kohleförderung einen gewaltigen Schub. Durch den Bau einer Wohnkolonie für Bergarbeiter entstand um 1873 der eigentliche Stadtkern. In der ersten Hälfte des 20. Jh. strebte der Kohleabbau seinem Höhepunkt zu, 1951 waren rund 2000 Mann im Bergbau beschäftigt. Dann, 1966, das Aus für das Bergwerk, die Penzberger Kohle war zu teuer geworden. Heute hat sich das Bild der 1919 zur Stadt erhobenen Gemeinde grundlegend geändert. Von Kohleabbau äußerlich keine Spur mehr, wohl aber Traditionspflege - Das Bergwerksmuseum (an Markttagen und am 1. Sa/Monat 14–17 Uhr) zeigt die Entwicklung des Penzberger Bergwerks mit Fotos, Modellen und Arbeitsgerät. Das Stadtmuseum (Do, Sa und So 14–17 Uhr) gibt u. a. Einblick in das Alltagsleben von Bergmannsfamilien. Tipp des Tages: In Penzberg gibt es auch einen Geschichtslehrpfad, der das frühere Bild des Bergwerksortes lebendig halten soll. Im Stadtgebiet (vor allem Bahnhofs- und Karlstraße) finden sich insgesamt 30 Tafeln, die in Bild und Text verschwundene oder umfunktionierte Bauten darstellen. Jede Tafel weist auf die nächsten Stationen hin, so dass man den Pfad ohne Plan abgehen kann. Schlusspunkt in Beuerberg. Auf der Fahrt von Penzberg nach Beuerberg passiert man den oben liegenden Weiler Promberg mit dem beliebten Gasthof/Café Hoisl. Die schöne Aussichtsterrasse ist ein idealer Ort, um eine Kaffeepause einzulegen. Schlussendlich aber landen wir in Beuerberg, dem letzten Ziel des heutigen Tages. Dort richten wir unser Interesse auf die Pfarrkirche St. Peter und Paul, ehemalige Stiftskirche des um 1120 gegründeten Augustinerchorherrenstifts. Die heutige Kirche ist ein Neubau aus den Jahren 1629 – 1635. Beim Eintreten fällt sofort die noble Ausstrahlung des Raumes auf und der reizvolle Farbkontrast zwischen den bunten, goldgeschmückten Altären und dem Weiß der in geometrischen Formen stuckierten Decke und Wände. Die Einrichtung ist fast durchgehend frühbarock, eine Ausnahme bildet die reich verzierte, in Weißgold gehaltene Rokokokanzel von 1782. Beherrschende Wirkung übt der monumentale und farbenprächtige Hochaltar mit seinen vier Säulen aus. Das Altarbild stammt von Elias Greither (1645) und gilt als dessen bestes Werk. Erwähnenswert sind auch die Schnitzfiguren der Kirche.

Länge - Autoroute ca. 40 km (Königsdorf-Heilbrunn-Penzberg-Beuerberg) Wanderung 1 ca. 7 km Wanderung 2 ca. 5 km Wanderung 3 ca. 10 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied80 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKönigsdorf, 11 km südlich von Wolfratshausen Anfahrt auf B 11 über Wolfratshausen oder auf Nebenstrecke über Straßlach, Egling und Geretsried Bahnverbindung keine
TourencharakterDas ehemalige kurfürstlich-bayerische Hofbad Heilbrunn ist auch heute noch ein angesehener Kurort, abseits von Freizeitrummel und Massenbetrieb. Seine günstige Lage am Fuße der Vorberge zwischen Isar und Loisach macht die Gegend um den Ort zu einem bevorzugten Wanderrevier, das sich ebenfalls seine Stille und Beschaulichkeit bewahrt hat.
Beste Jahreszeit
GastronomieKönigsdorf Posthotel Hofherr Biergarten, kein Ruhetag Bad Heilbrunn Gasthaus Kronschnabel Garten, Mo Ruhetag Ramsau Gasthaus Ramsau Biergarten, kein Ruhetag Promberg Gasthaus Café Hoisl Terrasse, Mo/Di Ruhetage
Tourismusbüro
Königsdorf Tel. 08179/9312-0 Bad Heilbrunn Tel. 08046/323 www.bad-heilbrunn.de Penzberg Tel.0 88 56/813-0 www.penzberg.de
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