Zum Tuxer-Joch-Haus

Einsam ist der Weg von der Lizumer Hütte zum Tuxer Ferner. Umso überraschender ist der rege Betrieb im Sommerskigebiet auf dem Gletscher, den wir von unserem Tagesziel, dem Tuxer-Joch-Haus, beobachten können. (Autor: Eva-Maria Troidl, Stefan Lenz, Ludwig Graßler)
11 km
1150 m
7.00 h
Unser erstes Zwischenziel heute ist der Pluderlingsattel, den wir von der Lizumer Hütte aus auf dem Wanderweg 323 erreichen. Er verläuft entlang der östlichen Talseite. Das Wirtschaftssträßchen, das direkt vom Haus weg in die Lizumer Böden führt, lassen wir rechts liegen. Kurz vor dem Sattel wird der anfangs gemütliche Weg steil, und die letzten Meter hinauf sind mühevoll und schweißtreibend.

Der Blick vom Pluderlingsattel (2743 m, knapp 21/2 Std.) entschädigt uns jedoch für die Anstrengung: Die Aussicht auf den nahen Tuxer Hauptkamm, die Hohen Tauern, auf die Ötztaler Gletscherberge und zurück zu den hellen Kalkwänden des Karwendels ist überwältigend. Wer noch höher hinaus will, kann von hier aus in wenigen Minuten der leicht zu erklimmenden Geierspitze (2854 m) einen Besuch abstatten. Der Abstiegspfad auf dem schiefrigen Gestein hinunter zu den Toten Böden ist schmal und der Hang in Richtung Junssee sehr steil.

Die kargen und teils feuchten Matten geben für die Almwirtschaft nichts her, für den Botaniker hingegen sind sie eine Fundgrube seltener Polsterpflanzen. Fern menschlicher Betriebsamkeit verträumt der Junssee am Fuß der Pluderlinge die Zeit. Hinüber zum Gschützspitzsattel halten wir uns immer an die rechten Berghänge, vorbei an den Toten Böden, die sich Richtung Hochwartspitze erstrecken. Der Gschützspitzsattel (2657 m) ist die tiefste Einsenkung am gegenüberliegenden Bergkamm.

Nach dem zweiten steilen Aufstieg – von Sattel zu Sattel benötigen wir etwa zwei Stunden – sehen wir erstmals das Tuxer-Joch-Haus, unser Tagesziel. Es liegt 350 Meter unter uns am Ende des ansteigenden Weitentales. Vom Gschützspitzsattel hinunter ins Tal führt der Abstieg zu den Wiesenhängen unterhalb der Gschützspitze, also in Richtung Osten und Südosten. Wenn wir nach nicht ganz 1 1/2 Stunden unten im Weitental auf den breiten und bequemen Weg stoßen, der nach rechts zur Hütte führt, haben wir unser Tagwerk für heute im Wesentlichen vollbracht.

Die restlichen 300 Höhenmeter dorthin sind jetzt nur noch ein gemütlicher Spaziergang, den wir in einer Stunde bewältigen. Die Lage des Tuxer Joches gegenüber den eisgepanzerten Bergmajestäten Olperer, Gefrorene Wand und Hoher Riffler ist beeindruckend schön, und wir dürfen uns auf einen geruhsamen Bergabend in dem neu renovierten Tuxer-Joch-Haus (2313 m) freuen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLizumer Hütte.
EndpunktTuxer-Joch-Haus.
TourencharakterLange Bergtour, Aufstiege teilweise mühsam, steile Abstiege erfordern Trittsicherheit.
Beste Jahreszeit
KartentippKompasswanderkarte 37 Zillertaler und Tuxer Alpen, 1:50 000.
MarkierungenWegbezeichnung 323.
Unterkunft
Tuxer-Joch-Haus, ÖTK, Tel. 05287/8 72 16, geöffnet Mitte Juni bis Anfang Oktober.
Tourismusbüro
Tourismusverband Tux, Lanersbach 472, A-6293 Tux, Tel. 05287/85 06.

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