Zum Mündungsgebiet der Tiroler Ache

Flache, unschwierige Wanderung auf guten und breiten Wegen. (Autor: Michael Pröttel)
6 km
70 m
2.00 h
Vom Campingplatz »Sport-Ecke« gehen wir durch eine rot-weiße Schranke und folgen dem breiten Fahrweg. Dieser wird schmaler und erreicht bald das Chiemseeufer. Am Rand einer Wiese wandern wir in den Wald hinein und kommen bald wieder aus ihm heraus. Es geht auf die Häuser von Hagenau und auf die Autostraße zu. Davor lohnt sich der kurze Abstecher zum rechter Hand deutlich sichtbaren Aussichtsturm. Von dort oben hat man eine gute Aussicht auf das Naturschutzgebiet der Tiroler-Ache-Mündung. Als nächstes muss man leider eine Weile dem parallel zur Autostraße verlaufenden Fahrradweg nach Süden folgen. Beim Schild »Hirschauer Bucht« wenden wir uns nach rechts von der Straße ab und wandern nun durch das schöne Schilfgebiet zum gleichnamigen, nett gelegenen Gasthaus (1:15 Std.). Nahe der Wirtschaft gibt uns ein Steg eine weitere Möglichkeit, die artenreiche Hirschauer Bucht zu bewundern. Eine Infotafel verdeutlicht die erstaunlich schnelle natürliche Verlandung des Chiemsees: Während im Jahr 1807 Grabenstätt direkt am Chiemsee lag, ist es heute 2,5 km Luftlinie vom »bayerischen Meer« entfernt. Pro Jahr bringt die Tiroler Ache 220000 m3 Kies, Sand und Schwebstoffe in den Chiemsee ein. Bevor man aber einkehrt, lohnt es sich, noch ein Stück weiterzuwandern. Rechts des Hauses führt uns ein Wanderweg, den man nicht verlassen darf, durch das Wiesenbrütergebiet Grabenstätter Moor. Hier sind u.a. Wachtelkönig, Brachvogel und Kiebitz heimisch. Zurück zum Ausgangspunkt geht es auf dem gleichen Weg (2:30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied70 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktCampingplatz nördlich von Unterhochstätt bzw. Bushaltestelle von Unterhochstätt.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDa das Mündungsgebiet der Tiroler Ache einen wichtigen Rückzugsraum für seltene Vogelarten darstellt (siehe Kasten), darf man dessen Kernbereich nicht betreten. Auf unserer Wanderung im Naturschutzgebiet müssen wir daher auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.
Beste Jahreszeit
KartentippTouristenkarte Chiemsee und Umgebung, 1:50000, Bayerisches Landesvermessungsamt.
MarkierungenWegweiser.
VerkehrsanbindungMit dem Auto über die A8 bis Ausfahrt Grabenstätt und über Grabenstätt in Richtung Chieming. Am Campingplatz nördlich von Unterhochstätt parken. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Buslinie Prien – Seebruck – Chieming – Traunstein.
GastronomieGasthaus Hirschauer Bucht, Donnerstag Ruhetag, Fischgerichte aus eigenem Fang.
Tipps
Alternativer Ausgangspunkt. Findet man am Campingplatz keinen Parkplatz oder reist man mit dem Bus an, dann empfiehlt sich folgender alternativer Ausgangspunkt: An der Bushaltestelle in Unterhochstätt geht man am Trafokasten vorbei und zwischen zwei Häusern hindurch. An der dahinter befindlichen Gabelung wendet man sich nach rechts und nun immer in Richtung Chiemsee, bis man bald auf den Chiemseeuferweg stößt. Hier wandert man nach links und dann wie oben beschrieben weiter. Vogelschutzgebiet Achendelta. Wegen seltener Vogelarten wurde 1987 das Achendelta zur Kernzone eines Naturschutzgebiets erklärt, die das ganze Jahr über nicht betreten werden darf. Auch Botaniker und andere Wissenschaftler haben keinen Zugang zum Mündungsgebiet Tiroler Ache. Das Gebiet bildet zusammen mit dem Grabenstätter Moos ein 1250ha großes Naturschutzgebiet von internationaler Bedeutung. Das Gebiet um die Achenmündung gehört zur Kernzone des »Ramsar-Projekts Chiemsee«, das Feuchtgebiete schützt und Lebensraum für Watt- und Wasservögel sichert. Im Schutzgebiet findet man bis zu 260 Vogelarten. 80–120 Vogelarten brüten im Auwald des Achendeltas, 30 von ihnen kommen nur hier im Schutzgebiet vor. Beispiele sind der Flussregenpfeifer, der Flussuferläufer, der Sandregenpfeifer, der Karmingimpel oder die Flussseeschwalbe. In den 50er Jahren lebten im Delta sogar einige Purpurreiher, die jedoch durch das Anlegen von Vermessungsschneisen vertrieben worden sind. Aber nicht nur die Vögel, auch die Vegetation im Mündungsgebiet der Tiroler Ache ist sehr interessant. Es gibt zwei Arten von Auwald: den Eschen-Bergahorn-Auwald und den Erlen-Eschen-Auwald. Der seltene Straußfarn ist im Naturschutzgebiet vertreten, und auch die unter Naturschutz stehende Sibirische Schwertlilie hat im Delta eine Heimat gefunden. Es soll sogar der größte Bestand in ganz Mitteleuropa sein. Auch die seltene Sumpf-Platterbse kommt im Achenauwald vor.
Unterkunft
Großrachlhof, Großrachl 1, 83224 Grassau, Tel. 08641/1520, Fax 08641/598725, E-Mail: grossrachlhof@t-online.de
Tourismusbüro
Grassau, Kirchplatz 3, 83224 Grassau, Tel. 08641/69796-0, Fax 08641/69796-16, E-Mail: hallo@grassau.info

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