Zum Crespeinasee

Auf die Karsthochfläche der Puez-Geisler-Gruppe.
Nur für sicheres Wetter geeignete, beeindruckende Rundwanderung auf zumeist steinigen Bergpfaden; trotz keinerlei ausgesetzter Stellen Trittsicherheit von Vorteil (Autor: Peter Mertz)
15 km
1075 m
4.00 h
Der Zugang zur Puez-Geisler-Gruppe öffnet sich bei Wolkenstein im oberen Grödnertal. Wir fahren mit der Sesselbahn zum Danterceppies-Joch auf den Kamm zwischen Grödner- und Gadertal (2292 m) (Ende Juni bis Ende September 8.30–12.30 Uhr, 14–17.30 Uhr). Der Weg Nr. 2 A führt uns zuerst zur Clark-Hütte hinab, von der aus wir auf einem Bergpfad durch Felstürme hindurch und über Geröllfelder sowie Bergwiesen zum Tschierjoch (2469 m) und weiter zum Crespeinajoch aufsteigen. Wir befinden uns nun auf der Crespeina-Hochfläche, die als weites Karstplateau vor uns liegt. Von hier bringt uns der Crespeina-Höhenweg, dem wir bis zum Ciampac- Joch und an den Westrand de Gardenaccia-Hochfläche nordwärts folgen könnten, beinahe eben durch eigentümlich geformte Landschaft in knapp 25 Minuten in die Senke des Crespeinasees. Kaum mehr als fünf Meter tief, messen seine Länge etwa 160 Meter und seine Breite 70 Meter. Einem Karstsee gerecht entwässert er unterirdisch ins Grödnertal. Hingegen können wir einen relativ starken Zufluss beobachten, der aus einigen Wasseradern besteht. Diese sickern urplötzlich aus dem sandigen Boden und haben zur Bildung einer kleinen Wiese in der ansonsten durchwegs felsigen Hochfläche geführt. Wir folgen dem Höhenweg weiter durch die bizarre Landschaft bis zum Ciampac-Joch (2366 m), von wo wir den Abstieg in das Langental beginnen, in das fast senkrecht die Wände von der felsigen Höhe in das mit Hochwald überzogene Tal hinabstürzen – ein herrlicher Konrast. Dieses Trogtal haben Gletscher tief aus dem Gestein der als Naturpark ausgewiesenen Puez-Geisler-Gruppe ausgeschürft; es wird als das bedeutendste gletschergeformte Tal innerhalb der Dolomiten angesehen.
Der Weg führt uns durch das Val Culea und steigt etwas steil abwärts, bis wir etwas mehr als eine Stunde nach dem Joch den Talschluss des Langentals erreicht haben. Wir treffen auf den Weg Nr. 14, der von rechts von der Puezhütte kommt, und folgen ihm bequem auf einem breiten Waldpfad durch das romantische Tal, das von Lärchen und Fichten bewachsen ist. Nach gut einer Stunde erreichen wir den Ausgang des Tals, wo zugleich der Naturpark endet. Zurück zur Talstation der Sesselbahn gelangen wir auf der asphaltierten Fahrstraße in 20 Minuten.
Hinweis.
Wer die Wanderung ohne Lift absolvieren möchte, kann in etwa 1.30 Stunden zu Fuß durch das urweltliche Chedultal zum Tschierjoch aufsteigen. Dabei benützen wir einen klassischen Bergpfad, der durch die mit Schuttkegeln und Bergwiesen gefüllte Talung zieht.

Dauer: Danterceppies-Bergstation – Tschierjoch 45 Min. – Crespeinasee 30 Min. – Ciampac-Joch 30 Min. – Langental 1.15 Std. – Danterceppies-Talstation 1 Std.; Gesamtgehzeit 4 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser
Sommerwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1075 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWolkenstein im Grödnertal (1560 m), Talstation der Danterceppies-Seilbahn (1632 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDas Puez-Geisler-Massiv gehört geologisch betrachtet zu den Dolomiten und ist Garant für eine wildreiche, aus Karsthochflächen und Gipfeln bestehende Landschaft. Der Reiz dieser Wanderung liegt vor allem in der landschaftlichen Prägung der Karsthochflächen, die wie eine Felswüste wirken, aber von zart blühenden Pflanzenpolstern bedeckt sind. Als Höhepunkt und Ziel wandern wir zum smaragdgrünen Crespeinasee, der in einer Talmulde innerhalb der Hochebene schlummert. Seen sind in verkarsteten Gebirgen eher selten, umso mehr begeistert der romantische See, dessen Name bereits auf ladinische Sprachregion deutet und eigentlich »Lech de Crespeina« heißt.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 5 (Grödnertal)
VerkehrsanbindungVon der Brennerautobahn A 22 bei Klausen 23 km durch das Grödnertal nach Wolkenstein; am Ostrand von Wolkenstein auf der Fahrstraße zur Danterceppies–Seilbahn und von dort zum Freizeitzentrum am Eingang des Langentals (großer Parkplatz beim Trainingszentrum des italienischen Militärs) Busverbindungen von Bozen (Linie 120) und Brixen/Klausen (Linie 122) bis Wolkenstein
GastronomieGasthöfe in Wolkenstein, Puezhütte (etwa 45 Gehminuten nördlich der Route)
Tipps
Der Drache vom Crespeinasee. Ein Gebirgssee gibt immer Anlass zu Sagen. So soll im Crespeinasee ein streitsüchtiger Drache gelebt haben, der sich immer wieder mit benachbarten Drachen anlegte. Wenn er sich über andere ärgerte, peitschte er mit seinem Schwanz so sehr auf das Wasser ein, dass riesige Wellen entstanden. Manchmal, vor allem nachts, verließ der Drache den See und flog über die Puez-Hochfläche. Dabei leuchtete er in allen Farben des Regenbogens und zog einen langen Feuerschweif hinter sich her, was die Talbewohner immer als Vorboten von Unglück ansahen. Einmal stellten sie rund um den See eine Unmenge von Kreuzen auf – und der Drache ward fortan nicht mehr gesehen. Naturpark Puez-Geisler. Dieser Naturpark umfasst eine Fläche von 9400 Hektar und besteht seit 1977. Das Herzstück des Parks bilden die Puezspitzen, das gletschergeformte Langental und die Karsthochfläche von Gardenaccia. Den westlichen Abschnitt nehmen die schroffen Gipfel der Geislergruppe ein, die zwischen Grödner- und Villnößtal aufragen. Im Norden schließt der Peitlerkofel das Gebiet ab.
Tourismusbüro
Tourismusverein Wolkenstein, Meisulesstraße 213, I–39048 Wolkenstein, Tel.: 0471/795122, www.val-gardena.com, selva@valgardena.it

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Peter Mertz

Wandern am Wasser in Südtirol

Wasser ist nicht nur für Kinder faszinierend. Die familienfreundlichen Wanderungen führen zu den schönsten und reizvollsten Wasser-Schauplätzen Südtirols.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema