Zugspitze über Wiener-Neustädter-Hütte

Stramme Tour für erfahrene Bergsteiger. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie einwandfreie Kondition sind notwendig. Längere Klettersteigetappen. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Von der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn dem Wanderweg nach Südosten folgen und auf der Skiabfahrt aufsteigen. Der ausgedehnte Hang wird im weiteren Verlauf recht steil, schwenkt nach links und verjüngt sich zu einem schmalen Durchschlupf im Jungwald. Unter den markanten Ehrwalder Köpfen biegt die Skipiste rechts ab, und schon bald danach führt nach links ein Steig in Latschen-Krummholz hinein. Er schwingt sich steil auf, überquert abermals die Skipiste und vereint sich weiter oben mit dem Georg-Jäger-Steig, der direkt von Ehrwald heraufkommt. Anschließend geht es in das weite Gamskar mit seinen kargen Geröllfeldern hinein. Ein wenig Grün bekommt man in den Latschenbändern und Bergwiesen noch zu sehen, ehe die Anstiegsroute an einem frischen Brunnen vorbeiführt und in vielen engen Serpentinen zum Seilbahnmast stößt. Auf der Gratkante rechts schwenken, kurz ans Drahtseil, auf der Nordseite des felsigen Grats gegen Osten weiter und dem Bergweg zur Wiener-Neustädter-Hütte folgen. Kurz vor dem Unterkunftshaus schwenkt der Anstieg links ab, führt über Schnee- bzw. Geröllfelder, und dann wird es spannend.
Am Fuße steil aufragender Felsenhänge kommt man auf der Höhe von etwa 2300m an eine Klettersteiganlage heran. Zunächst ist diese recht einfach zu meistern. Doch am Stopselzieher, einem beeindruckenden Felsentunnel, wird die Sache einigermaßen aufregend und in der Felsenwand auch recht steil. Hat man diese Etappe geschafft, kommt eine längere Passage ohne Sicherungsanlagen, bevor wieder Drahtseilkabel für den nötigen Halt sorgen. Der Anstieg zieht sich ziemlich in die Länge, bis endlich der Wettersteingrat erreicht ist. Auf der Gratschneide links schwenken, an wenig attraktiven Antennenanlagen vorbei und zum Münchner Haus. Bei schönem Wetter wird es nun recht eng, denn die vielen Seilbahntouristen machen das Durchkommen nicht einfach. Hat man endlich den Gipfelsteig erreicht, sprintet man schnell über eine kurze Leiter hinauf, dreht rechts ab und geht am kurzen Grat die letzten Meter zum höchsten deutschen Gipfel hinüber. Um den Ausgangspunkt wieder zu erreichen, müsste man entlang der Aufstiegsroute absteigen. Sinnvoll (aber nicht ganz billig) ist eine Abfahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn oder eine Übernachtung am Gipfel mit anschließendem Abstieg auf einer der alternativen Routen (siehe Touren 3, 4 oder 5).

Dauer: Aufstieg 5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1690 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEhrwald, Talstation der Tiroler Zugspitzbahn.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterVon den vier hier vorgestellten Anstiegsrouten auf den höchsten deutschen Gipfel ist der Weg von Ehrwald herauf der schnellste. Als Weg kann man diese Route allerdings nicht durchgehend bezeichnen, denn oberhalb der Wiener-Neustädter-Hütte steigt man überwiegend auf gesichertem Klettersteig durch sehr steiles Felsengelände auf, das mit dem Felsendurchschlupf am Stopselzieher einen spannenden Höhepunkt erreicht.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50000, Bayer. Landesvermessungsamt; Kompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 5; Freytag & Berndt Wanderkarte, 1:50000, Blatt 322.
MarkierungenWegtafeln, rote Punkte.
VerkehrsanbindungBahnverbindung ab München bzw. Innsbruck nach Ehrwald. Mit dem Auto: Ab dem Autobahnende bei Eschenlohe durch Garmisch-Partenkirchen und Richtung Reutte bis Ehrwald. Dort links abzweigen und den Wegweisern zur Tiroler Zugspitzbahn folgen.
GastronomieWiener-Neustädter-Hütte und Münchner Haus auf der Zugspitze.
Tipps
Alternativer Abstieg. Interessant ist vor allem der Rückweg über das Gatterl (Tour 4). Man kommt ebenfalls wieder nach Ehrwald, allerdings nicht unmittelbar zur Talstation der Seilbahn. Dieser lange Abstieg lässt sich durch eine Abfahrt mit der Ehrwalder Almbahn spürbar verkürzen.
Unterkunft
Wiener-Neustädter-Hütte und (nur bedingt) Münchner Haus auf der Zugspitze.
Tourismusbüro
Ehrwald.
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