Zugspitze durch das Höllental

Wie schön wäre es, wenn nach der anspruchsvollen, landschaftlich großartigen Tour auf Deutschlands höchsten Berg ein einsamer Gipfel auf den Bergsteiger warten würde! Gleich drei Bergbahnstationen und eine Ansammlung technischer Einrichtungen machen diesen Traum zum Albtraum. Andererseits wartet der Anstieg durch das Höllental mit Glanzlichtern auf, die selbst verwöhnte Bergsteiger immer wieder begeistern. Das beginnt in der imposanten Höllentalklamm und hört am Höllentalferner noch lange nicht auf. Den Gipfel jedoch kann man vergessen. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Von der Ortschaft Hammersbach auf breitem Weg den Bach entlang und zur Höllental-Eingangshütte hinauf. Durch das Drehkreuz kommt man nur gegen Eintritt (AV-Mitglieder ermäßigt) in die Höllentalklamm. In der nassen Klamm hinauf, vom oberen Klammende an alten Bergwerksanlagen vorbei und in engen Kehren zur Höllentalangerhütte. Dort Übernachtung möglich.

Gegen Südwesten nahezu eben über den Höllentalanger, dann spürbar steiler zur Hühnerleiter hinüber. Auf soliden Eisenkrampen eine Felswand hinauf und von ihrem oberen Ende zum Brett weiter. Über lange Eisenstifte am Drahtseil eine Felswand queren und in steiles, felsiges Gelände. Mithilfe fester Drahtseilkabel wird das Höllentalkar erreicht.

Auf einer Wegspur über Toteis und auf die Reste des dahinschmelzenden Gletschers zu. Auf dem Höllentalferner zunächst nach links aufsteigen, um einer Spaltenzone auszuweichen, weiter oben wieder rechts halten und relativ steil an die Randkluft heran, die man überwinden muss. Bei ungünstigen Bedingungen hilft oft nur ein beherzter Sprung direkt in den Klettersteig hinein.

Dann klettert man am Drahtseil steil und ausgesetzt zur Irmerscharte hinauf. Anschließend geht es durch die Nordflanke des Zugspitz-Ostgipfels und mit Unterstützung von soliden Sicherungsanlagen (einmal ausgesprochen pfiffig) zum breiten Weg hinauf. Auf ihm rechts halten und das letzte Stück über glatt polierte Felsen zum Gipfelkreuz hinüber. Die Übernachtung auf der Zugspitze ist im Hotel recht teuer und im Münchner Haus nur bedingt möglich. Wer nicht oben bleiben muss, weil er noch weitere Unternehmungen plant, fährt sinnvollerweise mit der Seilbahn zum Sonn-Alpin ab und dann mit der Bayerischen Zugspitzbahn nach Hammersbach zurück.

Dauer: Aufstieg 6 1/2

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied2280 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHammersbach (758m), Haltestelle der Zugspitzbahn.
EndpunktZugspitze.
TourencharakterNimmt man sich diesen Anstieg zur Zugspitze für nur einen Tag vor, braucht man eine Kondition wie ein Bär. Immerhin gilt es, einen stolzen Höhenunterschied von 2200 Höhenmetern zu überwinden, und das ist nicht gerade wenig. Für diese Gewalttour sollte man deshalb besser zwei Tage einplanen und auf der Höllentalangerhütte übernachten. Die ausgedehnten Klettersteige verlangen Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Sie sind mitunter ziemlich ausgesetzt, und wer nicht absolut schwindelfrei ist, sollte eine Klettersteigsicherung verwenden. Wenn guter Stapfschnee den Höllentalferner bedeckt, ist er normalerweise relativ harmlos zu begehen. Allerdings gibt er sich in den letzten Jahren schon im Frühsommer schneefrei, und dann geht ohne Steigeisen nichts mehr. Wer ausrutscht, kann in einer Gletscherspalte enden oder in die Felsen fallen. Auch die Randkluft verlang – je nach den Bedingungen – gebührenden Respekt. 
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50000, Bayer. Landesvermessungsamt; Kompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 5; Freytag & Berndt Wanderkarte, 1:50000, Blatt 322.
MarkierungenWegtafeln und rote Markierungspunkte.
VerkehrsanbindungAb Bahnhof Garmisch-Partenkirchen mit der Bayerischen Zugspitzbahn nach Hammersbach. Mit dem Auto ab dem Autobahnende bei Eschenlohe durch das Werdenfelser Land und nach Garmisch-Partenkirchen. Weiter Richtung Reutte, in Grainau links abzweigen und zum Parkplatz kurz vor Hammersbach.
GastronomieHöllental-Eingangshütte, Höllentalangerhütte, Münchner Haus
Tipps
Für Spezialisten: Engagierte und unerschrockene Bergsteiger schließen an den Anstieg durch das Höllental auf die Zugspitze am nächsten Tag die lange, spannende Tour über den Jubiläumsgrat zur Alpspitze an. Das ist keine Wanderung mehr, sondern eine durchaus ernst zu nehmende Klettertour (bis III).
Unterkunft
Höllentalangerhütte und Münchner Haus
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