Zu Pferd und Ziege auf die Königsalpe

Einfache Tour, wegen des hügeligen Geländes ist aber etwas Kondition erforderlich (Autor: Martina Gorgas)
Und von Mitte Mai bis Ende September weiden auf den zur Alpe gehörenden Wiesen zwischen 300 und 364 Jungrinder. Zu beobachten gibt es also genug – vor allem im Frühling und Frühsommer, wenn die Fohlen auf der Weide umhertollen und spielen. Wer sich telefonisch anmeldet, kann auf einem der Haflinger (geführt) reiten oder eine gemütliche Kutschfahrt rund um die Alpe unternehmen. Natürlich gibt es auch einen Spielplatz mit Schaukel und ringsherum viel Platz zum Toben und Spielen.
Am kleinen Parkplatz in Aigis informiert eine etwas ausgeblichene Übersichtstafel über das Wandergebiet rund um die Gemeinde Missen-Wilhams, zu der auch das Dörfchen Aigis gehört. Wir orientieren uns kurz und folgen dann der schmalen Teerstraße hinter der Übersichtstafel, die nach links leicht ansteigend bergauf führt. Die Königsalpe ist hier ausgeschildert, eine Speisekarte am Wegesrand macht schon Appetit auf die Allgäuer Schmankerl, die uns dort erwarten. Doch erst liegen noch rund 1 ¼ Stunden Gehzeit vor uns. Der Weg führt an einem alten Bauernhof vorbei, rechts und links haben wir freien Blick auf saftige Wiesen und Weiden, im Frühjahr mit blühendem Löwenzahn. Eine erste Pferdeweide gibt uns einen Vorgeschmack auf die Haflinger auf der Alpe, dahinter breiten sich die sanften, bewaldeten Hügel des Allgäuer Voralpenlandes aus – eine Landschaft, die dazu einlädt, die Seele baumeln zu lassen.
Doch zur Entspannung gehört auch die Anstrengung, wie der weitere Verlauf unseres nach Westen führenden Weges zeigt. Er geht in einen etwas breiteren Schotterweg über, der stetig auf und ab führt. An einer funkgesteuerten Wegschranke werden wir freundlich gebeten, das Fußgängerkreuz zu benutzen. Links vor uns liegt der Galtviehschachen, ein kleines Waldstück, umgeben von Weideflächen für das Galtvieh, wie Rinder im Allgäu und in Tirol genannt werden. Unser Weg führt in den Schachen hinein und wir wandern angenehm schattig im lichten Mischwald, bevor wenig später linker Hand die Hirschgernalpe auftaucht. An der Wegkreuzung halten wir uns links, zur Abwechslung geht es in mehreren Kurven bergab, zwischendurch auch ganz schön steil. Wunderbar ruhig ist es hier, man hört nur das Gezwitscher der Vögel. Bald kommt das sanfte Plätschern eines Baches, der Jugetach, dazu, dem sich unser Weg in schmalen Kurven nähert. Ein kleiner Pfad führt ans Ufer des Baches, wo wir vielleicht eine kurze Rast einlegen, immerhin sind wir bis hierher rund 50 Minuten gegangen. Die Kinder können im Bach plantschen, die Erwachsenen erfreuen sich an den Sumpfdotterblumen am Ufer.
Erfrischt nach der Pause überqueren wir auf einer halboffenen Holzbrücke – kleinere Kinder nehmen wir an die Hand – die Jugetach und folgen am anderen Ufer dem schmalen Pfad, der zuerst über Wurzeln und Steine, dann über mehrere Stufen steil und kurvig bergauf führt. Dieser Wegabschnitt ist der anstrengendste der ganzen Tour, danach wandern wir recht gemütlich bis zur Königsalpe. Am Waldrand angekommen führt uns ein Gatter hinaus zu blühenden Wiesen und Weiden, wir folgen dem schmalen, sanft ansteigenden Fußweg zwischen den Weidezäunen, auf denen sich im Frühjahr noch keine Kühe, dafür aber erneut Pferde befinden. Leicht erhöht taucht vor uns die Bullenalpe auf. Von hier sind es nur noch etwa 5 Minuten zur Königsalpe mit ihrem kleinen Biergarten.
Die Königsalpe – eine Alpe mit Tradition
Bereits den 24. Sommer bewirtschaften Peter und Monika Keck mit ihren Söhnen samt Anhang – neuerdings auch dem ersten Enkelkind – die Königsalpe, die mittlere von drei Alpen in Gschwend. Ihr überzeugendes Motto lautet: »Wir wollen stets bemüht sein, unserem Namen gerecht zu werden«, – dazu trägt auch die Zugehörigkeit der Alpe zur Vereinigung »Allgäuer Alpgenuss « bei. Auf der Karte stehen regionale Getränke und Brotzeiten, etwa aromatischer Bergkäse und delikate Hartwurst, außerdem köstliche, selbst gebackene Kuchen und mächtige Torten. Zur Alpe gehört eine kleine Kapelle, die 1934 als Dank an einen gewissen Herrn Bonaventura König erbaut wurde. Dieser überzeugte Förderer der Allgäuer Viehzucht hatte nämlich im Jahr 1916 die Alpe der Allgäuer Herdebuchgesellschaft vermacht, in deren Besitz sie sich seitdem befindet. Ihm zu Ehren wurde die Kapelle »Bonaventura-Kapelle« und die Alpe »Königsalpe« genannt – und wird alljährlich am Sonntag nach seinem Namenstag Ende Juli ein Kapellenfest gefeiert.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortAigis bei Missen
AusgangspunktAigis bei Missen
EndpunktAigis bei Missen
TourencharakterWenn Sie mit pferdebegeisterten Kindern unterwegs sidn, werden Sie diese leichte, abwechslungsreiche Tour im Bergstättgebiet, einer sanft hügeligen Region zwischen Lindau und den Alpen, zu schätzen wissen. Denn auf der Königsalpe, unserem Ziel, sind mehrere Haflinger und ein Ziegenbock zu Hause.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 187, Oberschwaben (Isny - Wangen - Leutkirch), 1:50 000
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 96 München– Lindau bis Ausfahrt Jengen/Kaufbeuren; weiter auf der B 12 Richtung Jengen/ Kaufbeuren, dann über Auffahrt Füssen/Lindau auf die A 7; bei der Ausfahrt Dreieck Allgäu auf die A 980 Richtung Lindau/Oberstdorf, der Strecke bis zur B 12 folgen; dann links abbiegen in Richtung Seltmans und weiter bis zur Alpgaustraße, dort rechts und hinter Sibratshofen links abbiegen; in Unterwilhams rechts bergauf auf der schmalen Straße bis Aigis; kleiner Parkplatz an der Kapelle Bahn. Bahnlinie München– Kempten; Haltestelle Kempten Hauptbahnhof; 3 Min. Fußweg; Bus 50 Richtung Kurhaus, Isny im Allgäu, Haltestellte Seltmans Ortsmitte, Weitnau; Bus 9782 Richtung Missen GH Schäffler, Missen-Wilhams, Haltestelle Aigis, Missen-Wilhams
GastronomieKönigsalpe. Keck Peter und Monika, Mittelhofen 1, 88167 Stiefenhofen, geöffnet 1. Mai– Anfang Nov. tgl. von 11.30–18 Uhr, Mi und So bis 22 Uhr, Tel. 08386/ 71 77 oder 0175/ 52 77 12 0, peter-monikakeck@t-online.de, www.landhaus-haflingerhof.de
Tipps
Allgäuer Alpgenuss. Zu einer gelungenen Wanderung gehört eine gemütliche Einkehr, am besten mit regionalen Spezialitäten. Das weiß auch die Familie Keck, die mit ihrer Königsalpe »Partneralpe« des Vereins »Allgäuer Alpgenuss e.V.« ist und ihren Gästen ausschließlich selbst erzeugte Produkte oder Produkte aus der Region anbietet. Die mit einem Edelweiß markierten Gerichte sind aus Eigenproduktion, für die anderen sind die Lieferanten angegeben, etwa die Sennerei Hopfen für den Käse, die Landmetzgerei Wirth Oberreute für die Wurst, die Bergbäckerei Zwisler Stiefenhofen und die Bäckerei Rieser Simmerberg für das Landbrot, das zu allen Brotzeiten serviert wird. Da lässt man es sich gerne schmecken!
Informationen
Tourismus- und Kulturverein Missen-Wilhams e.V., Hauptstr. 45. 87547 Missen-Wilhams, Tel. 08320/456, www.missen-wilhams-tourismus.de
Tourismusbüro
Tourismus- und Kulturverein Missen-Wilhams e.V., Haupt str. 45, 87547 Missen-Wilhams, Tel. 08320/456, www.missen-wilhamstourismus.de

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