Zu den Mischabelhütten, 3335 m

großartige Hüttentour. Für die Felspartie zwischen Höhe 2850 und SAC-Hütte sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung (hier bei Nässe im Abstieg besonders vorsichtig sein!). Ausdauer und Kondition nötig. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
Per Seilbahn zum Hannig -  Für den Aufstieg zu den Mischabelhütten braucht es von Saas Fee 41¼2 Stunden, jedoch lässt sich die Anstiegszeit durch Benutzung der Seilbahn zur Hannigalp um 1 Stunde abkürzen. Höhenweg nach Schönegg: Oberhalb der Bergstation Hannig wendet sich der breite Weg nach Westen (Wegweiser beachten) und bald darauf in ein Seitentälchen. Prächtig zeigt sich der Hohbalmgletscher mit seinen Eistürmen. Bis zur Querung des Torrenbaches verlieren wir etwa 70 Höhenmeter und verlassen nach 25 Min. den Gämsweg (der über Cafe Gletschergrotte in 4 Std. zum Plattjen leitet). Ein (mitunter vereistes) Altschneefeld ist am Abfluss des Hohbalmgletschers zu überwinden. An einem Felsen steht in großen Buchstaben der Hinweis »Mischabelhütten«. In mäßiger Steigung zieht sich die Route den begrünten Moränenrücken empor zum Aussichtspunkt Schönegg (2448 m). Hier kommt auch der 11¼4-stündige Anstiegsweg von Saas Fee durch den Triftwald herauf. Während über dem Tal noch der Morgendunst liegt, zirpen am warmen Sonnenhang bereits die Grillen. Schöner Blick zur gegenüber liegenden Talseite auf Fletschhorn, Lagginhorn und Weissmies. Aufstieg zu den Mischabelhütten: Der Weiterweg führt unter den Südhängen des Distelhorns Kehre um Kehre höher. Wie ein Adlerhorst thronen die Mischabelhütten hoch oben in den Felsen. Unterhalb von Punkt 2806 wendet sich der Pfad nach Westen und durch ein Geröll-feld bis nahe an den Abfluss des Fallgletschers heran. Auf der Höhe von 2850 m gelangen wir auf den Ostgrat des Schwarzhorns, dem wir bis zu den Hütten folgen. Der Anstieg wurde in diesem Bereich vor einigen Jahren drahtseilversichert und somit etwas entschärft (kein Klettersteig!). Wir klettern an Wänden entlang, turnen luftig über Bänder und Rippen, stets mit guten Griffen und Tritten sowie der vertraueneinflößenden Kabelsicherung. Dennoch erfordert die Route absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, da immer Absturzgefahr besteht! Zum Schluss über einen schwach geneigten Hang zum Hüttenkomplex empor (3335 m). Die letzte Stunde erforderte unsere volle Aufmerksamkeit, da nahm man sich nicht viel Zeit zum Schauen. Umso mehr überwältigt jetzt die grandiose Aussicht… Unmittelbar vor uns reckt sich der Dom steil gegen den tiefblauen Himmel. Viel einschmeichelnder präsentieren sich Allalinhorn und Alphubel im Süden. Wie ein Eismeer breitet sich davor der Fee-gletscher aus. Deutlich zu erkennen Hohlaubgrat, Mittel Allalin und Hinter Allalin sowie der Gletscherweg vom Felskinn zur Britanniahütte. Mit Hilfe der Karte sind auch die Berge südlich des Weissmies zu bestimmen: Portjenhorn, Portjengrat, Sonnighorn, Cresta di Saas, Punta di Saas, davor Nollenhorn und Stellihorn. Laufend kommen jetzt Bergsteiger völlig durchgeschwitzt mit schweren Rucksäcken aus dem Tal herauf. Sie werden in dieser imposanten Berglandschaft den Abend verbringen, hier nächtigen und am nächsten Tag ihren Gipfel machen. Abstieg über Schönegg nach Saas Fee: Nach langer Rast treten wir den Rückweg an, bringen die Felspassage mit aufmerksamen Schritten gut hinter uns und wandern auf der Anstiegsroute leicht nach Schönegg zurück (2448 m). Beim folgenden kehrenreichen Abstieg ins Tal rascher Höhenverlust. Vorbei am Abzweig des Gämsweges (nach Plattjen), später Queren des Torrenbach über eine Brücke und schon sind wir bei der Lawinenschutzmauer, die das Bergdorf vor den zerstörerischen Kräften der Naturgewalten schützen soll. Wir durch-schreiten sie und befinden uns nun in dem viel gerühmten Stafelwald (Bannwald) mit seinen 600- und 700-jährigen Lärchenbäumen. Seine Entstehung lässt sich bis zur Geburtsstunde der Eidgenossenschaft zu-rück verfolgen. Über den Weiler Gasse hinab nach Saas Fee (1792 m). Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortSaas Fee (1792 m) im Saastal.
AusgangspunktBergstation Hannig (2350 m).
TourencharakterIn einem weiten Talkessel unter dem wildzerklüfteten Feegletscher liegt das Bergdorf Saas Fee – darüber die Gipfel der Mischabelgruppe. Allein 13 Viertausender blicken auf Saas Fee herab. Bis zum Bau der Straße von Saas Grund herauf war das Gletscherdorf nur über eine bescheidene Saumstraße und auf dem Kapellenweg (siehe Tour 11) zu erreichen. Doch seit 1951 rollt der Autoverkehr auf hervorragend angelegter Straße bis zum Parkplatz am Ortseingang – das Dorf selbst ist autofrei geblieben. Saas Fee gilt heute als einer der beliebtesten Luftkurorte der Schweiz und bietet vielseitige Möglichkeiten für den Sommer- und Winterbergsport. Verschiedene Seilbahnen und eine unterirdische Standseilbahn tragen den Touristen bis tief ins Herz der Gletscherwelt – sei es nun zum Plattjen, zum Felskinn, auf den Mittel Allalin, auf die Längflue oder zum Hannig. Saas Fee besteht überwiegend aus Hotels, Appartementhäusern, Chalets, Pensionen sowie Cafes, und die Dorfstraße ist gesäumt von Geschäften aller Art. Zeugen des frühen Kornanbaues sind die von der Walliser Sonne schwarz gebrannten Holzspeicher; zum Schutz gegen Nagetiere stehen sie auf großen Steinplatten. Mit Feegletscher, Alphubel, Täschhorn und Dom im Hintergrund sind die Speicher dankbare Motive für Fotografen. Auf dem Friedhof neben der großen Kirche befindet sich das Grab des Ehrenbürgers Carl Zuckmayer (1896–1977). Interessant ist auch die 1963 erbaute Kirche mit freistehendem Glockenturm. Dauer - gesamt 51/4 Std. (bei Seilbahnbenutzung wie oben; ab Saas Fee 11/4 Std. mehr); Hannigalp – Schönegg 1/2 Std.; Schönegg – Höhe 2900 11/4 Std.; Höhe 2900 – Mischabelhütten 1 Std.; Mischabelhütten – Schönegg 13/4 Std.; Schönegg – Saas Fee 3/4 Std. Höhenunterschied: ? 1100 m (bei Seilbahnbenutzung wie vorgeschlagen; ab Saas Fee 450 m mehr), ? 1650 m; Hannigalp – Schönegg ? 100 und ? 200 m; Schönegg – Höhe 2900 (Beginn der Felspassage) ? 460 m; Höhe 2900 – Mischabelhütten ? 440 m; Mischabelhütten – Schönegg ? 900 m; Schönegg – Saas Fee ? 650 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 284 T (Mischabel mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - mit der Matterhorn Gotthard Bahn nach Stalden und von dort mit dem Bus nach Saas Fee. Auto: von Visp/ Rhonetal südwärts ins Vispertal nach Stalden, hier links ab ins Saastal und über Saas Grund nach Saas Fee. Parkplatz am Ortseingang; vom Parkplatz am Ortseingang in gut 10 Min. Richtung Wildi zur Talstation der Seilbahn (bezeichnet); Bergfahrt zum Hannig.
GastronomieMischabelhütten (3335 m), 130 Schlafplätze, bewartet - Juli bis September, Tel. 027/9571317 (Hütte), 027/9571745 (Tal). Bergrestaurant Hannig (2350 m).
Höchster Punkt
Mischabelhütten, 3335 m
Unterkunft
Mischabelhütten (3335 m), 130 Schlafplätze, bewartet - Juli bis September, Tel. 027/9571317 (Hütte), 027/9571745 (Tal). Bergrestaurant Hannig (2350 m).
Tourismusbüro
Saas Fee, siehe Tour 15.

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