Wandern in der Sächsischen Schweiz

Zu den Märzenbecherwiesen im Polenztal

Streckenwanderung durch viel Wald; Wanderung von der Heeselichtmühle zu den Märzenbecherwiesen optional, besonders schön zur Blütezeit im März (Autor: Tassilo Wengel)
15 km
60 m
3.00 h

Von Hohnstein ins Polenztal

Vom Parkplatz P2 in Hohnstein gehen wir die Rathausstraße entlang (Markierung gelber Querstrich). Unser Weg führt, am Alten Rathaus mit Ratskeller in historischen Gewölben von 1688 vorbei, zum Hotel Weißer Hirsch mit schattigem Biergarten. Hier biegen wir in den Pechhüttenweg ein und wandern zwischen einzelnen Häusern in den Wald. Anfangs werden wir von Ahornbäumen begleitet, aber bald dominieren Buchen und auf einer Bank bietet sich eine Rast an.

Nach einer Kehre erreichen wir den Kälbersteig, der sich als schmaler Weg am Hang entlang abwärts zieht. Tief unten plätschert ein Rinnsal und nach zahlreichen Kehren mündet unser Wanderweg auf einen breiten Waldweg. Wir biegen scharf nach links und gehen am Wasser entlang. Im zeitigen Frühjahr schieben hier zahlreiche Exemplare der weißen Pestwurz ihre Blütenkolben empor, die großen tellerartigen Blätter erscheinen erst später.

Unser Weg mündet schließlich auf eine Straße, die von Hohnstein über Heeselicht nach Stolpen führt. Wir steuern die Rußigmühle auf der anderen Straßenseite schräg gegenüber an. In deren Biergarten lässt es sich gut verschnaufen, bevor wir nach rechts in den Polenztalweg (Wegweiser und Markierung roter Punkt) einbiegen. Während die Ufer im Frühling meist grün sind, bilden im Sommer die Blüten des Sonnenhutes einen malerischen Anblick. Bald wechseln wir die Straßenseite und gehen nun am Waldrand entlang zur Heeselichtmühle.

Im Reich der Märzenbecher

Bei der Heeselichtmühle beginnt die eigentliche Wanderung zu den Märzenbecherwiesen. Hier hat die Polenz ein liebliches, sanftes Tal in den Granit geschnitten, in dessen feuchtem Boden unzählige Märzenbecher blühen. Ihre Blüten bestehen aus attraktiven weißen Glöckchen mit einem gelbgrünen Punkt auf der Außenseite, die auf 20 bis 30 Zentimeter hohen Stängeln getragen werden. Der Weg zieht sich zwischen der Heeselichtmühle und der vier Kilometer entfernten Bockmühle am Bach entlang.

Im Frühjahr ist der Boden oft recht feucht, teilweise glitschig. Je nach Lust und Laune kann die Wanderung beendet werden, zurück geht es auf dem gleichen Weg bis zur Heeselichtmühle bzw. zur Rußigmühle. An der Rußigmühle kann man bei schönem Wetter im Schatten von Buchenbäumen im Bier- und Kaffeegarten gemütlich sitzen und hausgemachten Kuchen, selbst geräucherte Forellen oder »Essen vom heißen Stein« genießen. Von dort geht es mit dem Bus nach Hohnstein zurück. Die Abfahrtszeiten sollte man sich bereits auf dem Hinweg bei der Rußigmühle oder der Heeselichtmühle notieren.

GEHZEITEN. Hohnstein – Heeselichtmühle 11/4 Std. – Bockmühle 1 Std. – Heeselichtmühle 1 Std. – Rußigmühle 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied60 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHohnstein, Parkplatz P2
EndpunktHohnstein, Parkplatz P2
TourencharakterEine Wanderung durch das reizvolle Polenztal ist vor allem im Frühling sehr beliebt. Vor allem zwischen Mitte März und Mitte April schmücken sich die Wiesen im oberen Polenztal nach der Heeselichtmühle mit einem weißen Teppich aus Märzenbechern. Aber auch andere Frühjahrsblüher wie die blauen Leberblümchen oder weiße und rote Pestwurz stehen dann in voller Blüte.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 43
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A13 bis zur Anschlussstelle Radeburg und über Stolpen nach Hohnstein. Mit der S-Bahn bis Pirna oder Bad Schandau, weiter per Bus
GastronomiePolenztal - Gasthof Rußigmühle, Polenztal 4, Tel. 035975/81695
Tipps
MÄRZENBECHER IM POLENZTAL. Diese beliebte Frühlingsblume ist von alters her eine beliebte Gartenpflanze. In der freien Natur findet man sie nur noch an wenigen Standorten. Die Märzenbecherwiesen im Polenztal stellen das umfangreichste Vorkommen dieser Zwiebelblumen in Sachsen dar. Nur durch besondere Schutzmaßnahmen konnte der Bestand erhalten werden, der sich von der Heeselichtmühle bis etwa 500 Meter über die Bockmühle hinaus erstreckt.
Informationen
EINKEHR-TIPP. Zwischen den Burgstädten Stolpen und Hohnstein oberhalb des Polenztales gelegen, lädt in Heeselicht der Gasthof Zum Erbgericht zur Rast ein. Inzwischen seit über 70 Jahren in Familienbesitz, kann man in der gemütlichen Gaststube, in der Bauernstube oder auf der Kaffeeterrasse regionale sächsische Gerichte ebenso sowie hausgemachten Kuchen genießen.
Unterkunft
Hohnstein - Hotel Weißer Hirsch, Obere Str. 1, Tel. 035975/8630, www.ran-an-die-bastei.de
Parkhotel Ambiente, Waldstr. 26, Tel. 035975/8620, www.hotelambiente.com
Tourismusbüro
Touristinformation Hohnstein, Rathausstr. 9, 01848 Hohnstein, Tel. 035975/86813, gaesteamt@hohnstein.de, www.hohnstein.de
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