Zu den Drei-Zinnen-Seen

Am Fuße der bekanntesten Dolomitfelsen der Welt.
Eindrucksvolle Hochgebirgstour, die aber auf relativ einfach zu begehenden Bergpfaden verläuft und einem Höhenweg gleicht; geringe Höhenunterschiede und leichte Orientierung bei gutem Wetter (Autor: Peter Mertz)
9 km
530 m
4.00 h
Der erste Teil des Drei-Zinnen-Rundwegs.
Wir beginnen die Rundtour an der Auronzohütte. Die hier endende Mautstraße stört die Bergeinsamkeit, weil sie im Sommer Unmengen an Wanderern heranführt. Knapp hinter den großen Parkflächen beginnen wir die Umrundung der Drei Zinnen auf Weg Nr. 105 nach Westen. Als ersten landschaftlichen Höhepunkt erreichen wir die Col-di-Mezzo-Scharte (2315 m), von der aus wir nach Nordwesten auf das enge Schwabental hinuntersehen können. Der Weg führt nun über das weite Plateau nördlich der Drei Zinnen und erreicht die Langealpe (2283 m). Der gemütliche Pfad schlängelt sich weiter über das gletschergeformte Plateau und bringt uns zum ersten Ziel, den kleinen Zinnenseen, deren Wasser sich hier ansammeln konnte, weil das Gestein aus den wasserundurchlässigen »Raiblerschichten« besteht. Die kleinen Zinnenseen gehören sicherlich nicht zu den bedeutendsten Südtiroler Bergseen, aber ihre Lage inmitten der schuttgefüllten Hochfläche mit den mehr als 500 Meter hoch aufragenden Felssäulen im Hintergrund lässt sie zu einer der schönstgelegenen Seengruppen werden. Anschließend queren wir den Quellbach der Schwarzen Rienz, die durch das Höhlensteintal nach Toblach und weiter ins Pustertal entwässert. Über alpine Rasen wandern wir dem Rienzboden entgegen und müssen dabei etwa 100 Höhenmeter absteigen. Danach folgen einige Serpentinen, die uns über drei Felsterrassen knapp 200 Höhenmeter zur Dreizinnenhütte hinaufbringen.
Die Dreizinnenhütte.
Dann erreichen wir die Dreizinnenhütte, die auf 2405 Meter einen prächtigen Platz am Toblinger Riedel einnimmt. Zu einem unvergesslichen Panorama gehört das Bild der Dreizinnenhütte mit den dahinter aufragenden Felsklötzen. Wir stehen wie auf einem Balkon gegenüber den Drei Zinnen, die zu allen Tageszeiten in einem eigenen Glanz erstrahlen. Die Abendstunden eines wolkenlosen Sommertags, wenn die grau-weißen Dolomitwände in feuriges Rot getaucht werden, gehören sicherlich zum Schönsten, was man in den Ostalpen erleben kann.
Zu den Bödenseen.
Nur wenige Minuten unterhalb der Dreizinnenhütte liegen von Bergwiesen und Mooren umgeben die malerischen Bödenseen (2335 m) in einem ebenfalls gletschergeformten Becken. Die beiden oberen Seen sind jeweils etwa 150 Meter mal 100 Meter groß und spiegeln verschiedene Gipfel der Sextener Dolomiten wie Paternkofel oder Schusterplatte wider. Rund einen Kilometer weiter östlich befindet sich der Untere Bödensee (2207 m) in einem runden, wenig einladenden weiß glänzenden Felstrichter. Auch hier haben triassische (etwa 230 Millionen Jahre alte) Raiblerschichten zum Wasserstau geführt.
Zurück zum Ausgangspunkt.
Bei der Hütte wählen wir den Weg Nr. 101, der an der Westseite des Paternkofels über Schutthänge zu den Drei Zinnen zieht. Auf dem beinahe ebenen Weg erreichen wir den Paternsattel. Hier zeigt die Große Zinne ihr Profil und lässt erkennen, dass die 500 Meter hohe Nordwand nicht nur senkrecht, sondern sogar überhängend ist. Ein kurzer Abstieg geleitet uns zur Lavaredohütte, von wo wir auf einem breiten Militärweg zur Auronzohütte gelangen.

Dauer: Auronzohütte – Zinnenseen 1.30 Std. – Dreizinnenhütte 45 Min. – Bödenseen 30 Min. – Paternsattel 45 Min. – Auronzohütte 1 Std.; Gesamtgehzeit 4.30 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied530 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAuronzohütte am Südrand der Drei Zinnen (2320 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie Drei Zinnen gehören seit jeher zu den bizarrsten und auffälligsten Bergen der Ostalpen, sowohl wegen der außergewöhnlichen Form, der Kühnheit der Kletterrouten und der naturkundlichen Besonderheiten der umgebenden Landschaft. Darüber hinaus gelten die Drei Zinnen als Symbol der gesamten Dolomiten. Schon im 19. Jahrhundert übten diese markanten Gebirge eine große Anziehungskraft auf die Bergsteiger aus und sind daher mit klingenden Namen alpiner Pioniere verbunden. Die Schattenseite erlebten die Berge im Ersten Weltkrieg, als die felsigen Bastionen zu grausamen Kampfschauplätzen wurden. Heute führen zahlreiche Bergpfade und Kletterrouten durch die Bergwelt, an denen mehrere Hütten auf den Wanderer warten. Die enge Scharung und die kulissenhafte Anordnung der Gebirgsstöcke vermitteln uns wahrhaft bizarre alpine Szenarien. Seit Dezember 1981 stehen all die Schönheiten auf Südtiroler Seite innerhalb des Naturparks »Sextener Dolomiten« auf einer Fläche von 11.650 Hektar unter Naturschutz.
Wegen dieser eindrucksvollen Berge treten die reizvollen Seen rund um die Drei Zinnen etwas in den Hintergrund. Zu Unrecht, denn die Gewässer, die jedes eine Länge von etwa 100 Meter und eine Breite von circa 60 Meter aufweisen, bereichern die Hochgebirgsfläche und lassen die Drei Zinnen sich malerisch widerspiegeln. Dazu kommen noch die Bödenseen in der Nähe der Dreizinnenhütte. Eine knapp neun Kilometer lange Rundtour bringt uns die Felsmonumente auf einem fast unglaublich leicht zu bewältigenden Bergpfad, den man angesichts der alpinen Szenerien nicht erwarten würde, aus allen Blickwinkeln näher.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 3 (Pustertal–Bruneck–Drei Zinnen); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 58 (Sextener Dolomiten)
VerkehrsanbindungVon Toblach im Pustertal auf der SS 51 und SS 48 bis nach Süden bis Misurina, von dort auf der Mautstraße nordostwärts hinauf bis zu den Parkplätzen an der Auronzohütte Keine Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich
GastronomieDreizinnenhütte, Auronzohütte und Lavaredohütte an der Südseite der Drei Zinnen
Tourismusbüro
Tourismusverband Sexten, Dolomitenstraße 45, I–39030 Sexten, Tel.: 0474/710310, www.sexten.it, info@sexten.it

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